Carl-Benz-Schule (ehemalige Gewerbeschule II)

Nach der Dreiteilung der Karlsruher Gewerbeschule 1927/28 in die Gewerbeschule I (heute Heinrich-Hübsch-Schule), Gewerbeschule II (heute Carl-Benz-Schule) und Gewerbeschule III (heute Carl-Hofer-Schule) und der Neugliederung der entsprechenden Fachabteilungen wurden der Gewerbeschule II die Abteilungen Maschinenbau, Elektrotechnik und Feinmechanik zugesprochen, die sich in den folgenden Jahren noch um Kraftfahrzeughandwerk, chemische Fabrikation und Laboranten erweiterten. Da das Schulhaus in der Adlerstraße 29 auch nach der Teilung von allen drei Gewerbeschulen gemeinsam genutzt wurde, waren die Raumverhältnisse trotz verschiedener Außenstellen äußerst unbefriedigend. Im Herbst 1963 bezog die Gewerbeschule II den Neubau Brauerstraße 12 im Beiertheimer Feld. Aufgrund der großen Schülerzahl wurde sie zum 1. April 1964 in zwei Lehranstalten geteilt, und zwar in die Gewerbeschule II, welche die Abteilungen Maschinenbau, Kraftfahrzeughandwerk und Feinmechanik übernahm und die Gewerbeschule IV (heute Carl-Engler-Schule), der die Abteilungen Elektrotechnik, chemische Fabrikation und Laboranten zugewiesen wurden.

Ab dem Schuljahr 1965/66 bot die Carl-Benz-Schule eine Berufsschule für die drei genannten Zweige (Teilzeit-Pflichtschule), eine Berufsfachschule für Kraftfahrzeug (Kfz)-Handwerk (Grundausbildung), eine Fachschule für Maschinentechnik (Ganztags- oder Abendunterricht) sowie einen Vorbereitungskurs zur Meisterprüfung in Maschinenbau und Kfz-Handwerk (Teilzeit-Meisterschule) an. Der 1969 vom Land Baden-Württemberg erlassene Schulentwicklungsplan II erweiterte den Einzugsbereich der Schule und führte zur Bildung von Fach- und Bezirksfachklassen. Auf Beschluss des Gemeinderats erfolgte 1970 die Umbenennung der Gewerbeschule II nach dem in Mühlburg geborenen Ingenieur und Automobilpionier Carl Benz.

In den 1970er-Jahren wurden die Abteilungen Kraftfahrzeughandwerk und Feinmechanik zur Kraftfahrzeugtechnik zusammengefasst. Die beiden Berufsfelder, Fahrzeugtechnik und Maschinenbau, bestimmen bis heute das Profil der Carl-Benz-Schule. Neben einer Berufsschule mit den Abteilungen Metalltechnik und Fahrzeugtechnik und einem Berufskolleg Fahrzeugtechnik werden für die berufliche Grundbildung eine Berufsfachschule mit den Feldern Fahrzeugtechnik und Metalltechnik sowie für die berufliche Weiterbildung eine Fachschule für Technik mit der Fachrichtung Maschinentechnik, eine Meisterschule für Kraftfahrzeugtechniker-Meister, ein Meisterkurs für Handwerksmeister sowie in jüngster Zeit ein vom Förderverein der Carl-Benz-Schule initiierter CNC-Programmierkurs für die zerspanende Metallbearbeitung, eine Ausbildung, die in der metallverarbeitenden industriellen Produktion verlangt wird, angeboten.

1983 bezog die Carl-Benz-Schule gemeinsam mit der Carl-Engler-Schule das neu erbaute Gewerbeschulgebäude Steinhäuserstraße 23 im Berufsschulzentrum Beiertheimer Feld. Bis heute befinden sich die beiden gewerblichen Schulen in dem von dem Karlsruher Architekten Martin Lanz entworfenen Gebäudekomplex. 65 Lehrkräfte bilden derzeit circa 1.550 Schülerinnen und Schüler an der Carl-Benz-Schule aus.

Katja Förster 2015

Literatur

Festschrift 150 Jahre Gewerbeschulen in Karlsruhe. 1834-1984, hrsg. vom Schulverwaltungsamt der Stadt Karlsruhe, Karlsruhe 1984; Carl-Benz-Schule Karlsruhe, http://www.cbs.ka.bw.schule.de (Zugriff am 20. August 2015).