Heinrich-Hübsch-Schule in der Fritz-Erler-Straße 16, 1994, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVd 158.

Heinrich-Hübsch-Schule (ehemalige Gewerbeschule I)

Die am 15. August 1925 vom Badischen Ministerium des Kultus und Unterrichts erlassene Verordnung, dass eine Gewerbeschule nicht mehr als 1.500 Schüler umfassen sollte, führte 1927/28 zur Dreiteilung der rund 4.500 Auszubildende zählenden Karlsruher Gewerbeschule in die Gewerbeschule I (heute Heinrich-Hübsch-Schule), Gewerbeschule II (heute Carl-Benz-Schule) und Gewerbeschule III (heute Carl-Hofer-Schule). Standort aller drei Schulen blieb das 1919 bezogene Schulgebäude in der Adlerstraße 29. Bis zur endgültigen Neugliederung der Fachabteilungen an den drei Lehranstalten im April 1930 war die Gewerbeschule I für die bau- und kunstgewerblichen Fächer zuständig, danach für das Bau- und Holz- sowie Blechner- und Installationsgewerbe.

Die Schulleitung übernahm bis 1931 der bisherige Gewerbeschuldirektor Karl Friedrich Kuhn. Da erst zum Frühjahr 1934 mit Ferdinand Kusterer ein Nachfolger gefunden werden konnte, wurden von 1932-1934 die Schulen I und II zur Gewerbeschule I zusammengelegt und unter die Leitung von August Zimmermann gestellt, welcher der Schule III (von 1932-1934 Schule II) vorstand. Von 1934 bis zur Einstellung des Unterrichts im Herbst 1944 leitete Kusterer die Gewerbeschule I.

Die Wiederaufnahme des Unterrichts in den bisherigen Fachbereichen Bau, Holz, Farbe und Metall erfolgte 1946 unter der Leitung von Studienrat Josef Ebert. 1959 eröffnete an der Gewerbeschule I eine zweisemestrige Fachschule für Bautechnik (Technikerschule). Einschneidende Veränderungen für den Schulbetrieb erbrachte der 1969 vom Land Baden-Württemberg erlassene Schulentwicklungsplan II, der den Einzugsbereich der Schule vergrößerte und infolge der Einführung von Fach- und Bezirksfachklassen zur Umstrukturierung von Berufsfeldern führte. Neben Veränderungen in Organisation und Lehrplänen waren die 1970er-Jahre der Schule, die seit 1970 Heinrich-Hübsch-Schule heißt, vor allem von der Eröffnung einjähriger Berufsfachschulen (Bau und Holz, 1976/77; Metall 1977/78; Farbe 1978/79; Bau (Zimmerer) 1980/81) geprägt.

Die Erweiterung des Ausbildungsangebots und stetig ansteigende Schülerzahlen – im Schuljahr 1979/80 wurden 3.680 Schüler und 130 Klassen verzeichnet – verlangten endgültig nach der Realisierung des seit 1972 anvisierten An- oder Neubaus, zumal das Schulgebäude in der Adlerstraße auch von der Carl-Engler-Schule und der Carl-Hofer-Schule genutzt wurde und die Heinrich-Hübsch-Schule mittlerweile den Unterricht auf acht Außenstellen verteilen musste. Von 1982-1985 entstand auf dem Areal Stein-/Fritz-Erler-Straße und Kriegsstraße der von Heinz Mohl entworfene und im Vorfeld wegen exorbitanter Kosten heftig umstrittene Schulhausneubau. Der aus drei Baukörpern bestehende Komplex greift gezielt den Verlauf vorhandener Straßenzüge und Plätze auf. Die Haupträume sind den beiden lärmberuhigten Hofzonen zugeordnet und bilden symmetrische Fassaden aus, während sämtliche Nebenräume (Treppenhäuser, Sanitär-, Umkleide-, Lehrmittelräume) zu den Straßen hin ausgerichtet sind und asymmetrische Fassaden zeigen.

Bis auf den Fachbereich Farbe, der seit dem Schuljahr 1979/80 in der Außenstelle Fritz-Erler-Straße 7 untergebracht ist, konnten durch den im September 1985 bezogenen Neubau die übrigen drei Abteilungen Bau, Holz und Metall in den verschiedenen Schularten (Meister-, Techniker-, Berufs-, Berufsfach- und Sonderberufsschule) an einem Ort vereint werden. Die Schule zählt zu den größten Gewerbeschulen des Regierungsbezirks Karlsruhe und umfasst derzeit rund 2.200 Schüler, 115 Lehrer und 100 Klassen.

Katja Förster 2015

Literatur

Karl-Otto Döbber: Die Heinrich-Hübsch-Schule in ihren Entwicklungsstufen. Sonderdruck aus: Jahresbericht 1986/87, hrsg. vom Institut für Berufspädagogik der Universität Karlsruhe, Karlsruhe 1987; Heinrich-Hübsch-Schule, hrsg. von der Stadt Karlsruhe, Karlsruhe 1985 (= Karlsruher Beiträge Nr. 3); Heinrich-Hübsch-Schule, http://www.huebsch-ka.de (Zugriff am 19. August 2015).