Feuerbeschauer

Die Anfänge der Stadtverwaltung Karlsruhe im 18. Jahrhundert waren durchaus bescheiden. Der bereits im März des Jahres 1718 von 55 Bürgern gewählte und von Markgraf Karl Wilhelm bestätigte Bürgermeister Johannes Sembach sowie sechs im September gewählte Stadträte tagten erstmals am 24. November des Jahres 1718 und übernahmen Verwaltungsaufgaben wie die Führung der Stadtrechnung und die Ausübung der niederen Gerichtsbarkeit bis zu einer Strafe von zehn Gulden. Damit verbunden war die Besetzung verschiedener Ämter, zu denen auch die Feuerbeschauer gehörten. 1727 erhielt die Stadt eine „Feuer-Ordnung der Residenz-Stadt Carols-Ruh“, über deren Einhaltung der Feuerbeschauer zu wachen hatte. Diese sah unter anderem vor, dass jeder aufgenommene Bürger zwei Feuereimer anschaffen musste, einen für das eigene Haus, einen für das Bürgermeisteramt. Verstöße wurden mit Geldstrafen geahndet.

Ernst Otto Bräunche 2018

Quellen

StadtAK 3/B 1-11 (Stadtratsprotokolle).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Die Karlsruher Ratsprotokolle des 18. Jahrhunderts, Karlsruhe 1995, S. 1-22 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 2); Ute Grau/Barbara Guttmann: Gegen Feuer und Flamme. Das Löschwesen in Karlsruhe und die Berufsfeuerwehr, Karlsruhe 2001, S. 21-25 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 23); Christina Müller: Karlsruhe im 18. Jahrhundert. Zur Genese und sozialen Schichtung einer residenzstädtischen Bevölkerung, Karlsruhe 2018, 2. Aufl., S. 330-332 und S. 364-433 (= Forschungen und Quellen zur Stadtgeschichte. Schriftenreihe des Stadtarchivs Karlsruhe Bd. 1).