Eckansicht der Leopoldschule, Fotoarchiv Regierungspräsidium Karlsruhe, Ref. 26.

Leopoldstraße

Die Leopoldstraße wird erstmals im Adressbuch von 1828 nach dem Schlachthaus, das sich an der Stelle der heutigen Leopoldschule befand, als Schlachthausstraße aufgeführt. Im Adressbuch von 1865 heißt die Straße Leopoldstraße nach Großherzog Leopold von Baden. Die Leopoldstraße ist eine Wohn- und Geschäftsstraße, die von Norden, von der Stephanienstraße, gerade nach Süden bis zur Gartenstraße beim ehemaligen Stadtarchiv verläuft, wobei sie im unteren Drittel von der ostwestlich verlaufenden Sophien- und Kriegsstraße gekreuzt wird.

Die südliche Hälfte der Straße war durch den Zweiten Weltkrieg besonders schwer zerstört, das Adressbuch von 1947 führt 14 komplett zerstörte Gebäude auf. Deshalb sind heute in der nördlichen Straßenhälfte weitaus mehr Gebäude aus der Vorkriegszeit erhalten. Besonders hervorzuheben sind einige qualitätvolle drei- und viergeschossige Gebäude aus der zweiten Hälfte und Ende des 19. Jahrhunderts, unter anderem das Wohn- und Geschäftshaus der Architekten Curjel & Moser für den Bauunternehmer Leopold Schmidt (Nr. 2), das Büro- und Atelierhaus des Architekten Hermann Billing aus dem Jahre 1905 (Nr. 7c) und das Wohn- und Geschäftshaus des Schieferdeckers Gustav Becker (Nr. 10).

Bemerkenswert ist auch die viergeschossige Leopoldschule im Stil der Neorenaissance (Nr. 9), die 1888 mit Turnhalle und Hausmeisterwohnhaus (Nr. 7d) von dem Architekten Wilhelm Strieder gebaut wurde. Sie steht entlang des seit 1879 überdeckten und zum Rückgrat der städtischen Kanalisation ausgebauten ehemaligen Landgrabens.

Antje Gillich 2012

Quelle

Adressbuch der Stadt Karlsruhe 1947, S. III. 157 f. https://digital.blb-karlsruhe.de/Drucke/topic/view/485648 (Zugriff am 27. Dezember 2020).

Literatur

Edmund Sander: Karlsruhe. Einst und Jetzt in Wort und Bild, Karlsruhe 1911, S. 98 f.