Westlicher Teil des Südlichen Herrenhofs, Juli 1974, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 406/79.
Landgraben-Baustelle im Dezember 1991, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Bildstelle II 1906.
Südseite des Südlichen Herrenhofs, 2013, Fotoarchiv Regierungspräsidium Karlsruhe, Ref. 26.
Blick nach Osten auf einen Teil der Stadtbibliothek, 2013, Fotoarchiv Regierungspräsidium Karlsruhe, Ref. 26.

Südlicher Herrenhof

Der Südliche Herrenhof ist kein Hof, wie es der Name nahelegt, sondern eine kurze Verbindungsstraße zwischen der Herren- und Ritterstraße, die parallel zur Ständehausstraße verläuft. Sie entstand durch die Eindolung des Landgrabens, der heute noch darunter fließt. Seit 1815 begann man sukzessiv von Osten her den Landgraben einzudolen, 1846 war er bis zur Herrenstraße überwölbt. Die so entstandene Fläche nutzte die Stadt später zur Anlage einer Straßenverbindung. Erst 1952 erhielt sie ihren heutigen Namen.

Aufgrund der ursprünglichen Funktion dieser Fläche als Hinterhof der Wohn- und Geschäftshäuser der Kaiser- und Ständehausstraße, stellt sich die Nordseite als Hinterhofbebauung mit vielgestaltigen Wirtschaftsbauten dar. Ein Versuch, das Straßenbild an der Südseite zu vereinheitlichen und architektonisch aufzuwerten, wurde mit der Errichtung des Baukomplexes des Katholischen Dekanats- und Gemeindezentrums 1970-1979 nach Plänen von Helmut Bätzner unternommen. Hierbei wurde parzellenübergreifend eine Gesamtfassade geschaffen, die neben dem Gemeindezentrum auch ein Parkhaus und die Rückseiten des ehemaligen Wohnhauses Fischer, Herrenstraße 23, integriert. Eine architektonische Besonderheit ist mit der brückenartigen Überbauung an der Ritterstraße im Zusammenhang mit dem Neubau der Stadtbibliothek im Neuen Ständehaus 1993 gelungen.

Thomas Mertel 2013

Quelle

Die Korrektion des Landgrabens in den Gemarkungen Karlsruhe und Mühlburg, Karlsruhe 1885.

Literatur

Die Stadtentwässerung in Karlsruhe, hrsg. vom Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe, Karlsruhe 2010.