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De:Lexikon:bio-0518: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Der als Sohn des Hofküchendieners Valentin Reiser geborene Otto Reiser gehörte zur erfolgreichen Mannschaft des <lex id="ins-1214">FC Phönix Karlsruhe</lex>, die 1909 als erste Karlsruher Mannschaft die Deutsche Meisterschaft errang, wofür er mit dem goldenen Phönixring geehrt wurde. Reiser hatte noch vor 1900 mit dem <lex id="ereig-0105">Fußballspielen</lex> beim <lex id="ins-0972">Karlsruher Fußballverein (KFV)</lex> begonnen, war dann aber zum FC Phönix gewechselt. 1903/04 spielte er bei BTuFC Britannia 1892, heute Berliner SV, und 1904/05 beim Wiener AC. 1905 kehrte er zum FC Phönix zurück und spielte dort bis 1912, ehe er zu Hannover 96 wechselte. 1918/19 spielte er noch einmal für den Wiener AC, ehe er dann nach Karlsruhe zum FC Phönix zurückkehrte und dort bis 1924 spielte. 1911 wurde er zu seinem einzigen Länderspiel berufen, das am 23. April 1911 in Lüttich mit 1:2 verloren ging.
Der als Sohn des Hofküchendieners Valentin Reiser geborene Otto Reiser gehörte zur erfolgreichen Mannschaft des <lex id="ins-1214">FC Phönix Karlsruhe</lex>, die 1909 als erste Karlsruher Mannschaft die Deutsche Meisterschaft errang, wofür er mit dem goldenen Phönixring geehrt wurde. Reiser hatte noch vor 1900 mit dem <lex id="ereig-0105">Fußballspielen</lex> beim <lex id="ins-0972">Karlsruher Fußballverein (KFV)</lex> begonnen, war dann aber zum FC Phönix gewechselt. 1903/04 spielte er bei BTuFC Britannia 1892, heute Berliner SV, und 1904/05 beim Wiener AC. 1905 kehrte er zum FC Phönix zurück und spielte dort bis 1912, ehe er zu Hannover 96 wechselte. 1918/19 spielte er noch einmal für den Wiener AC, ehe er dann nach Karlsruhe zum FC Phönix zurückkehrte und dort bis 1924 spielte. 1911 wurde er zu seinem einzigen Länderspiel berufen, das am 23. April 1911 in Lüttich mit 1:2 verloren ging.


Reiser war nach seiner Lehre bei <lex id="ins-0085">Haid & Neu</lex> (August 1900 bis Januar 1903) zunächst bei verschiedenen Firmen als Kaufmann und Buchhalter beschäftigt, darunter auch von 1911 bis 1914 bei der Vereinigten Schmirgel- und Maschinenfabrik Hannover. Am 17. Januar 1919 fand er bei der Stadt Karlsruhe zunächst als Aushilfsangestellter eine Anstellung, wo er bereits im Oktober/November 1914 gearbeitet hatte. Zum 1. Januar 1920 wurde er zum Verwaltungssekretär beim Rechnungsamt befördert. Er ging als Finanzoberinspektor 1951 in den Ruhestand. Am 9. Oktober 1945 war Reiser auf Anordnung der <lex id="ereig-0091">Militärregierung</lex> entlassen worden, da er – wahrscheinlich auf Druck der Stadt - 1937 in die <lex id="ins-0324">Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)</lex> eingetreten war, ohne dort eine Funktion auszuüben. Ein Jahr zuvor war er bereits Mitglied der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex> geworden. Reiser gab an, dass er bis 1933 der <lex id="ins-0330">Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)</lex> nahegestanden habe. Außerdem war er zweimal von dem nach 1933 zum Leiter des Personalamts berufenen "Alten Kämpfer" Carl Herrmann wegen parteischädigenden Verhaltens gemaßregelt worden. Nach der <lex id="ereig-0099">Einstufung</lex> als Mitläufer im Oktober 1946 erfolgte seine Wiedereinstellung.
Reiser war nach seiner Lehre bei <lex id="ins-0085">Haid & Neu</lex> (August 1900 bis Januar 1903) zunächst bei verschiedenen Firmen als Kaufmann und Buchhalter beschäftigt, darunter auch von 1911 bis 1914 bei der Vereinigten Schmirgel- und Maschinenfabrik Hannover. Am 17. Januar 1919 fand er bei der Stadt Karlsruhe zunächst als Aushilfsangestellter eine Anstellung, wo er bereits im Oktober/November 1914 gearbeitet hatte. Zum 1. Januar 1920 wurde er zum Verwaltungssekretär beim Rechnungsamt befördert. Er ging als Finanzoberinspektor 1951 in den Ruhestand. Am 9. Oktober 1945 war Reiser auf Anordnung der <lex id="ereig-0091">Militärregierung</lex> entlassen worden, da er – wahrscheinlich auf Druck der Stadt - 1937 in die <lex id="ins-0324">Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)</lex>- wie die Mehrzahl seiner Mitspieler und auch sein Bruder <lex id="bio-2182">Fritz</lex>, der ebenfalls beim FC Phönix spielte, in der Meistermannschaft- eingetreten war, ohne dort eine Funktion auszuüben. Ein Jahr zuvor war er bereits Mitglied der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex> geworden. Reiser gab an, dass er bis 1933 der <lex id="ins-0330">Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD)</lex> nahegestanden habe. Außerdem war er zweimal von dem nach 1933 zum Leiter des Personalamts berufenen "Alten Kämpfer" Carl Herrmann wegen parteischädigenden Verhaltens gemaßregelt worden. Nach der <lex id="ereig-0099">Einstufung</lex> als Mitläufer im Oktober 1946 erfolgte seine Wiedereinstellung.


<div style="text-align:right;">''Ernst Otto Bräunche 2025''</div>
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Aktuelle Version vom 6. Dezember 2025, 18:11 Uhr


Otto Reiser

Otto Reiser, Ausschnitt aus einem Mannschaftsbild des FC Phönix, um 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 547.
Otto Reiser, Ausschnitt aus einem Mannschaftsbild des FC Phönix, um 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 547.

Fußballnationalspieler, Verwaltungsbeamter * 27. Dezember 1884 Karlsruhe, † 21. März 1957 Karlsruhe, kath., ∞ Katharina Elsner, 1 Tochter.

Der als Sohn des Hofküchendieners Valentin Reiser geborene Otto Reiser gehörte zur erfolgreichen Mannschaft des FC Phönix Karlsruhe, die 1909 als erste Karlsruher Mannschaft die Deutsche Meisterschaft errang, wofür er mit dem goldenen Phönixring geehrt wurde. Reiser hatte noch vor 1900 mit dem Fußballspielen beim Karlsruher Fußballverein (KFV) begonnen, war dann aber zum FC Phönix gewechselt. 1903/04 spielte er bei BTuFC Britannia 1892, heute Berliner SV, und 1904/05 beim Wiener AC. 1905 kehrte er zum FC Phönix zurück und spielte dort bis 1912, ehe er zu Hannover 96 wechselte. 1918/19 spielte er noch einmal für den Wiener AC, ehe er dann nach Karlsruhe zum FC Phönix zurückkehrte und dort bis 1924 spielte. 1911 wurde er zu seinem einzigen Länderspiel berufen, das am 23. April 1911 in Lüttich mit 1:2 verloren ging.

Reiser war nach seiner Lehre bei Haid & Neu (August 1900 bis Januar 1903) zunächst bei verschiedenen Firmen als Kaufmann und Buchhalter beschäftigt, darunter auch von 1911 bis 1914 bei der Vereinigten Schmirgel- und Maschinenfabrik Hannover. Am 17. Januar 1919 fand er bei der Stadt Karlsruhe zunächst als Aushilfsangestellter eine Anstellung, wo er bereits im Oktober/November 1914 gearbeitet hatte. Zum 1. Januar 1920 wurde er zum Verwaltungssekretär beim Rechnungsamt befördert. Er ging als Finanzoberinspektor 1951 in den Ruhestand. Am 9. Oktober 1945 war Reiser auf Anordnung der Militärregierung entlassen worden, da er – wahrscheinlich auf Druck der Stadt - 1937 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)- wie die Mehrzahl seiner Mitspieler und auch sein Bruder Fritz, der ebenfalls beim FC Phönix spielte, in der Meistermannschaft- eingetreten war, ohne dort eine Funktion auszuüben. Ein Jahr zuvor war er bereits Mitglied der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) geworden. Reiser gab an, dass er bis 1933 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) nahegestanden habe. Außerdem war er zweimal von dem nach 1933 zum Leiter des Personalamts berufenen "Alten Kämpfer" Carl Herrmann wegen parteischädigenden Verhaltens gemaßregelt worden. Nach der Einstufung als Mitläufer im Oktober 1946 erfolgte seine Wiedereinstellung.

Ernst Otto Bräunche 2025

Quellen

GLA 465h Nr. 11704; StadtAK 1/POA 4858; 3/B Standesbücher; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828; Otto Reiser, in: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Reiser (Zugriff am 6. August 2025).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Thomas Alexander Staisch: Die Deutschmeister: Die Geschichte des Karlsruher FC Phönix 1894. 1909 - eine vergessene Meisterschaft, Rastatt 2014.