Spiel zwischen dem Freiburger FC und Phönix Karlsruhe auf dem Freiburger Engländerplatz, 1905, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 559.
Postkarte "Gruß vom Sportplatz K.F.C. Phönix, Karlsruhe", 1906, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 555.

FC Phönix Karlsruhe

Der FC Phönix Karlsruhe verdankte seine Entstehung im Jahr 1894 der Weigerung der Karlsruher Turngemeinde, eigene Fußballabteilungen zu gründen. Die Mannschaft spielte zunächst auf der Körnerwiese (heute steht dort das Lessing-Gymnasium), seit 1896 dann auf dem Engländerplatz. Entscheidenden Anteil an der Konsolidierung und dem Aufstieg des Vereins hatte mit seinem Organisationstalent der Mittelläufer Arthur Beier. 1906 sorgte er dafür, dass der Verein auf Neureuter Gemarkung ein eigenes Stadion mit einem Tennisplatz und einem Klubhaus bekam. Der FC Phönix wies eine für die Anfangszeit des Fußballs in Deutschland durchaus typische bürgerlich-mittelständische Zusammensetzung mit einem starken Schüleranteil auf.

Im erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte 1909 wurde Phönix Deutscher Meister gegen Viktoria Berlin. Mit Karl Wegele, Emil Oberle, Robert Neumaier und Otto Reiser brachte der Verein vier Nationalspieler hervor. Trotz der 1912 erfolgten Fusion mit dem FC Alemannia, der ebenfalls noch vor der Jahrhundertwende gegründet worden war, blieben weitere Erfolge aus. Finanzielle Probleme zwangen auch zur Aufgabe des Sportplatzes. Die Frage nach einem geeigneten eigenen Ersatz blieb bis Anfang der 1920er-Jahre ungelöst. Seit dem Sommer 1919 durfte der Verein immerhin auf dem Platz der Technischen Hochschule im Fasanengarten spielen. Erst 1922 bekam Phönix dann vom Land den Platz im Wildpark pachtweise für 50 Jahre überlassen, auf dem 1922/23 das erste Wildparkstadion entstand. Dort fanden auch erste Frauenhandballspiele statt.

Die seit 1909 bestehende Leichtathletikabteilung war besonders in den 1920er-Jahren durch ihre starken Sportler und Sportlerinnen bekannt, unter anderen wurden Alex Nathan, Otto Faist, Kurt von Rappard und Robert Suhr 1926 Deutscher Meister über 4x100 Meter, Gertrud Gladitsch war 1927 Weltrekordlerin über 100 Meter und im Weitsprung.

Trotz des neuen Stadions waren die Jahre 1924-1932 fußballerisch Jahre des Misserfolgs. Erst 1934 gelang der Wiederaufstieg in die Gauliga und dem Vereinspräsidenten und ehemaligen Nationalrechtsaußen Professor Karl Wegele gelang bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs die weitgehende finanzielle Sanierung des Vereins. Im Krieg wurde der Spielbetrieb so gut es ging aufrechterhalten und danach in dem von Luftangriffen weitgehend verschonten Stadion sofort wieder aufgenommen. Phönix spielte zunächst in der obersten Klasse, der Süddeutschen Oberliga, stieg aber schon 1947 in die Landesliga ab und musste 1950 aufgrund geänderter Verbandsstrukturen in der Amateurliga spielen. Dem Verein blieb letztlich nur die Fusion mit dem Verein für Bewegungsspiele (VFB) Mühlburg zum Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix (KSC), wollte er wieder erfolgreich an alte Zeiten anknüpfen. In diese Fusion brachte er die Leichtathletikabteilung unter anderem mit dem Sprinter Heinz Fütterer und eine erfolgreiche Frauenhandballmannschaft ein.

Ernst Otto Bräunche 2012

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Ernst Otto Bräunche und Volker Steck, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 190-198 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Manfred Koch: Leichtathletik in Karlsruhe. Von den Nationalen Olympischen Spielen bis zum Internationalen Hallenmeeting, in: Ebenda, S. 251-272, S. 258-261; Illustrierte Chroniken der Karlsruher Sportvereine: http://web2.karlsruhe.de/sportarchiv/detail.php?verein=PHOE (Zugriff am 28. August 2015).