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De:Lexikon:ins-1936: Unterschied zwischen den Versionen

 
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=Western Club Dakota Karlsruhe 1948 e. V.=
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Im Jahr 1948 wurde der Indianerverein Falkenauge gegründet, welcher kurze Zeit später in Western Club Dakota Karlsruhe 1948 e. V. umbenannt wurde. Die Dakotas sind einer der ältesten Western- und <lex id="ereig-0306">Indianervereine</lex> Deutschlands. Gründungs- und Vorstandsmitglied war Ernst Ditzuleit (1892-1969), Pilot im <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkrieg</lex> und Heilpraktiker.
Im Jahr 1948 wurde der Indianerverein Falkenauge gegründet, welcher kurze Zeit später in Western Club Dakota Karlsruhe 1948 e. V. umbenannt wurde. Die Dakotas sind einer der ältesten Western- und <lex id="ereig-0306">Indianervereine</lex> Deutschlands. Gründungs- und Vorstandsmitglied war Ernst Ditzuleit (1892-1969), Pilot im <lex id="ereig-0068">Ersten Weltkrieg</lex> und Heilpraktiker. In den 1950er-Jahren firmierte er noch als "Ethnologischer Club zur Pfelge des Brauchtums der 'Roten Rasse'" und hatte seinen Sitz im "Haus Tawasentha" in der <lex id="top-2327">Ritterstraße</lex> 27.


Er berief 1951 ein Treffen aller deutschen Westernvereine ein. Das erste Indian Council wurde unter dem Vorsitz der Dakotas in Völkersbach bei Karlsruhe abgehalten. Unter den 60 Teilnehmern befanden sich auch Vertreter des Cowboy Club München 1913 e. V. und des Wild-West-Club Freiburg 1921 e. V. Der Karlsruher Verein wollte sich ab sofort ernsthafter mit dem Brauchtum und der Tradition des amerikanischen Westens beschäftigen, daher wurden die Aktivitäten für die Fastnacht nach und nach eingestellt. Kurz darauf erschien der erste "Dakota-Scout", eine von Ernst Ditzuleit und den Dakotas herausgegebene Fachzeitschrift für Indianerfreunde, die zeitweise bis nach Kanada verschickt wurde.
Er berief 1951 ein Treffen aller deutschen Westernvereine ein. Das erste Indian Council wurde unter dem Vorsitz der Dakotas in Völkersbach bei Karlsruhe abgehalten. Unter den 60 Teilnehmern befanden sich auch Vertreter des Cowboy Club München 1913 e. V. und des Wild-West-Club Freiburg 1921 e. V. Der Karlsruher Verein wollte sich ab sofort ernsthafter mit dem Brauchtum und der Tradition des amerikanischen Westens beschäftigen, daher wurden die Aktivitäten für die Fastnacht nach und nach eingestellt. Kurz darauf erschien der erste "Dakota-Scout", eine von Ernst Ditzuleit und den Dakotas herausgegebene Fachzeitschrift für Indianerfreunde, die zeitweise bis nach Kanada verschickt wurde.

Aktuelle Version vom 24. August 2024, 10:05 Uhr


Western Club Dakota Karlsruhe 1948 e. V.

Western Club Dakota, Postkarte um 1950, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 429/11.
Western Club Dakota, Postkarte um 1950, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 429/11.
Einweihung des neuen Clubhauses des Western-Clubs Dakota am 25. Juli 1964, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A11/121/7/2.
Einweihung des neuen Clubhauses des Western-Clubs Dakota am 25. Juli 1964, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A11/121/7/2.

Im Jahr 1948 wurde der Indianerverein Falkenauge gegründet, welcher kurze Zeit später in Western Club Dakota Karlsruhe 1948 e. V. umbenannt wurde. Die Dakotas sind einer der ältesten Western- und Indianervereine Deutschlands. Gründungs- und Vorstandsmitglied war Ernst Ditzuleit (1892-1969), Pilot im Ersten Weltkrieg und Heilpraktiker. In den 1950er-Jahren firmierte er noch als "Ethnologischer Club zur Pfelge des Brauchtums der 'Roten Rasse'" und hatte seinen Sitz im "Haus Tawasentha" in der Ritterstraße 27.

Er berief 1951 ein Treffen aller deutschen Westernvereine ein. Das erste Indian Council wurde unter dem Vorsitz der Dakotas in Völkersbach bei Karlsruhe abgehalten. Unter den 60 Teilnehmern befanden sich auch Vertreter des Cowboy Club München 1913 e. V. und des Wild-West-Club Freiburg 1921 e. V. Der Karlsruher Verein wollte sich ab sofort ernsthafter mit dem Brauchtum und der Tradition des amerikanischen Westens beschäftigen, daher wurden die Aktivitäten für die Fastnacht nach und nach eingestellt. Kurz darauf erschien der erste "Dakota-Scout", eine von Ernst Ditzuleit und den Dakotas herausgegebene Fachzeitschrift für Indianerfreunde, die zeitweise bis nach Kanada verschickt wurde.

Zum zweiten Indian Council 1955 auf dem Lerchenberg bei Karlsruhe-Durlach kamen fast 400 Teilnehmer aus ganz Deutschland. 1969 gaben die Dakotas die Organisation des Indian Council an den Western-Club Deutschland ab. Heute ist dieses Treffen ein fester Bestandteil im Vereinsleben der Westernvereine, es findet jährlich an wechselnden Orten statt.

Die Zahl der Vereinsmitglieder der Dakotas nahm stetig zu und bald reichte eine Gaststätte als Treffpunkt nicht mehr aus. Anfang der 1960-er Jahre wurde ein Clubhaus hinter dem ehemaligen Hofgut Rüppurr am südlichen Stadtrand von Karlsruhe in Eigenarbeit gebaut. Dieses fiel im Jahr 1965 einem Feuer zum Opfer. Im darauffolgenden Jahr konnte aber schon wieder Richtfest im neu erbauten Clubhaus gefeiert werden. 1994 musste der Club sein Grundstück jedoch abtreten und das Haus musste abgerissen werden. Auf einem neu zugewiesenen Gelände in Rüppurr am angrenzenden Wald bei der Battstraße wurde das dritte und bislang letzte Clubhaus der Dakotas errichtet.

Das Ziel des Vereins war die Pflege des nordamerikanischen Brauchtums der Native Americans in der Pionierzeit Amerikas. Dazu zählte auch der Erhalt der alten Handwerkskunst wie beispielsweise das Anfertigen von Trachten und Lederarbeiten. Seit Mitte der 1960-er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt der Vereinstätigkeit auf die Darstellung von Cowboys, Trappern und Mexikanern mit der Vorführung von Lasso-, Tomahawk- und Messerwerfen sowie Squaredance auf verschiedenen Westerntreffen und Vereinsfesten. Seitdem steht die Pflege der Lebensweise der ersten europäischen Siedler und Siedlerinnen im 19. Jahrhundert im Mittelpunkt. Wie viele Westernvereine ist auch der Karlsruher mittlerweile etwas aus der Mode gekommen und leidet heute unter Nachwuchsmangel.

Peter Pretsch 2021/2024

Quellen

Website des Vereins: https://dakota-karlsruhe.de/news/ (Zugriff am 6. August 2024); Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 13. Januar 2024.

Literatur

Kevin Sternitzke: Wenn das Tipi im Stadtwald steht. Seit über 100 Jahren wird im Südwesten beim "Indianer spielen" das Wildwest-Fieber ausgelebt, in: Momente. Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg 3/2016, S. 10-11.