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Die Badische Beamtenbank wurde als Selbsthilfeeinrichtung als Anstalt des Deutschen Beamtenbundes am 12. November 1921 in Karlsruhe gegründet. Sie geht zurück auf eine Initiative des Postinspektors <lex id="bio-1418">Gotthold Mayer</lex>, der sich aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Not in den frühen 1920er-Jahren veranlasst sah, mit einigen Kollegen eine Genossenschaftsbank ins Leben zu rufen. Bestehend aus 33 Gründungsmitgliedern nahm sie als Badische Beamten-Genossenschaftsbank eGmbH am 1. Januar 1922 in einem kleinen Raum des Hauses <lex id="top-2049">Nowackanlage</lex> 19 ihre Arbeit auf. Angesichts des zunehmenden Erfolges der Bank war bald ein Umzug in die Karlstraße ins Gebäude der Karlsruher Lebensversicherung erforderlich. Zwei Jahre später erwarb sie das Gebäude der Rheinischen Creditbank in der <lex id="top-2864">Waldstraße</lex> 1, das bis heute Teil des Stammsitzes der Badischen Beamtenbank ist. Beim Umzug im Oktober 1924 hatte die Bank rund 28.000 Mitglieder, womit über zweit Drittel der badischen Beamtenschaft erreicht worden war. 150 Angestellte erledigten die anfallenden Arbeiten. Zu Beginn des Jahres 1926 war die |
Die Badische Beamtenbank wurde als Selbsthilfeeinrichtung als Anstalt des Deutschen Beamtenbundes am 12. November 1921 in Karlsruhe gegründet. Sie geht zurück auf eine Initiative des Postinspektors <lex id="bio-1418">Gotthold Mayer</lex>, der sich aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Not in den frühen 1920er-Jahren veranlasst sah, mit einigen Kollegen eine Genossenschaftsbank ins Leben zu rufen. Bestehend aus 33 Gründungsmitgliedern nahm sie als Badische Beamten-Genossenschaftsbank eGmbH am 1. Januar 1922 in einem kleinen Raum des Hauses <lex id="top-2049">Nowackanlage</lex> 19 ihre Arbeit auf. Angesichts des zunehmenden Erfolges der Bank war bald ein Umzug in die Karlstraße ins Gebäude der Karlsruher Lebensversicherung erforderlich. Zwei Jahre später erwarb sie das Gebäude der Rheinischen Creditbank in der <lex id="top-2864">Waldstraße</lex> 1, das bis heute Teil des Stammsitzes der Badischen Beamtenbank ist. Beim Umzug im Oktober 1924 hatte die Bank rund 28.000 Mitglieder, womit über zweit Drittel der badischen Beamtenschaft erreicht worden war. 150 Angestellte erledigten die anfallenden Arbeiten. Zu Beginn des Jahres 1926 war die Mitgliederzahl auf 35.000 gestiegen, die Bank nannte sich seit Juli des Jahres nun Badische Beamtenbank. |
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In der Zeit des <lex id="ereig-0016">Nationalsozialismus</lex> musste die Badische Beamtenbank infolge der <lex id="ereig-0111">Gleichschaltungspolitik</lex> Einbußen hinnehmen. Das Genossenschaftswesen mit seiner Idee der Hilfe zur Selbsthilfe wurde durch das Regime erheblich beschnitten und für seine Zwecke entfremdet. Gotthold Mayer musste im April 1933 seinen Vorstandsposten aufgeben. 1946 übernahm er erneut die Leitung der Bank und führte sie durch die <lex id="ereig-0248">Währungsreform</lex> hinein in die Wirtschaftswunderzeit der jungen Bundesrepublik. Die Eröffnung erster Zweigstellen in Baden-Baden (1953), Konstanz und Stuttgart (beide 1954) folgte. Seit 1969 können neben Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes auch alle anderen abhängig beschäftigten Gehaltsempfänger in der Badischen Beamtenbank Mitglied werden. Von 1972-2005 vergrößerte die Bank ihren operativen Geschäftsbereich, indem sie fünf bis dahin eigenständige Genossenschaftsbanken unter ihrem Dach zusammenführte: die Hessische Beamtenbank Darmstadt, die Südwestdeutsche Beamtenbank Frankfurt/Main, die Beamtenbank Köln, die Bayerische Beamtenbank und die Schleswig-Holsteinische Beamtenbank. Nach der deutschen Wiedervereinigung richtete die Badische Beamtenbank auch in den ostdeutschen Bundesländern Niederlassungen ein (Dresden 1992, Berlin 1994). |
In der Zeit des <lex id="ereig-0016">Nationalsozialismus</lex> musste die Badische Beamtenbank infolge der <lex id="ereig-0111">Gleichschaltungspolitik</lex> Einbußen hinnehmen. Das Genossenschaftswesen mit seiner Idee der Hilfe zur Selbsthilfe wurde durch das Regime erheblich beschnitten und für seine Zwecke entfremdet. Gotthold Mayer musste im April 1933 seinen Vorstandsposten aufgeben. 1946 übernahm er erneut die Leitung der Bank und führte sie durch die <lex id="ereig-0248">Währungsreform</lex> hinein in die Wirtschaftswunderzeit der jungen Bundesrepublik. Die Eröffnung erster Zweigstellen in Baden-Baden (1953), Konstanz und Stuttgart (beide 1954) folgte. Seit 1969 können neben Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes auch alle anderen abhängig beschäftigten Gehaltsempfänger in der Badischen Beamtenbank Mitglied werden. Von 1972-2005 vergrößerte die Bank ihren operativen Geschäftsbereich, indem sie fünf bis dahin eigenständige Genossenschaftsbanken unter ihrem Dach zusammenführte: die Hessische Beamtenbank Darmstadt, die Südwestdeutsche Beamtenbank Frankfurt/Main, die Beamtenbank Köln, die Bayerische Beamtenbank und die Schleswig-Holsteinische Beamtenbank. Nach der deutschen Wiedervereinigung richtete die Badische Beamtenbank auch in den ostdeutschen Bundesländern Niederlassungen ein (Dresden 1992, Berlin 1994). |
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Zum 75-jährigen Jubiläum 1997 war die Badische Beamtenbank die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank in Europa mit einer Bilanzsumme von knapp 9 Milliarden DM. Seit September 1999 firmiert die Badische Beamtenbank unter dem Namen BBBank. 2014 ist sie mit 106 Filialen, davon 13 (mit Hauptsitz 14) in Karlsruhe, in zehn Bundesländern vertreten. Sie ist zudem die einzige bundesweit tätige genossenschaftliche Privatkundenbank. |
Zum 75-jährigen Jubiläum 1997 war die Badische Beamtenbank die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank in Europa mit einer Bilanzsumme von knapp 9 Milliarden DM. Seit September 1999 firmiert die Badische Beamtenbank unter dem Namen BBBank. 2014 ist sie mit 106 Filialen, davon 13 (mit Hauptsitz 14) in Karlsruhe, in zehn Bundesländern vertreten. Sie ist zudem die einzige bundesweit tätige genossenschaftliche Privatkundenbank. |
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<div style="text-align:right;">''René Gilbert 2014''</div> |
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==Quellen== |
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Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 11. Oktober 2024). |
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==Literatur== |
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Aktuelle Version vom 11. Oktober 2024, 18:02 Uhr
Badische Beamtenbank
Die Badische Beamtenbank wurde als Selbsthilfeeinrichtung als Anstalt des Deutschen Beamtenbundes am 12. November 1921 in Karlsruhe gegründet. Sie geht zurück auf eine Initiative des Postinspektors Gotthold Mayer, der sich aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Not in den frühen 1920er-Jahren veranlasst sah, mit einigen Kollegen eine Genossenschaftsbank ins Leben zu rufen. Bestehend aus 33 Gründungsmitgliedern nahm sie als Badische Beamten-Genossenschaftsbank eGmbH am 1. Januar 1922 in einem kleinen Raum des Hauses Nowackanlage 19 ihre Arbeit auf. Angesichts des zunehmenden Erfolges der Bank war bald ein Umzug in die Karlstraße ins Gebäude der Karlsruher Lebensversicherung erforderlich. Zwei Jahre später erwarb sie das Gebäude der Rheinischen Creditbank in der Waldstraße 1, das bis heute Teil des Stammsitzes der Badischen Beamtenbank ist. Beim Umzug im Oktober 1924 hatte die Bank rund 28.000 Mitglieder, womit über zweit Drittel der badischen Beamtenschaft erreicht worden war. 150 Angestellte erledigten die anfallenden Arbeiten. Zu Beginn des Jahres 1926 war die Mitgliederzahl auf 35.000 gestiegen, die Bank nannte sich seit Juli des Jahres nun Badische Beamtenbank.
In der Zeit des Nationalsozialismus musste die Badische Beamtenbank infolge der Gleichschaltungspolitik Einbußen hinnehmen. Das Genossenschaftswesen mit seiner Idee der Hilfe zur Selbsthilfe wurde durch das Regime erheblich beschnitten und für seine Zwecke entfremdet. Gotthold Mayer musste im April 1933 seinen Vorstandsposten aufgeben. 1946 übernahm er erneut die Leitung der Bank und führte sie durch die Währungsreform hinein in die Wirtschaftswunderzeit der jungen Bundesrepublik. Die Eröffnung erster Zweigstellen in Baden-Baden (1953), Konstanz und Stuttgart (beide 1954) folgte. Seit 1969 können neben Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes auch alle anderen abhängig beschäftigten Gehaltsempfänger in der Badischen Beamtenbank Mitglied werden. Von 1972-2005 vergrößerte die Bank ihren operativen Geschäftsbereich, indem sie fünf bis dahin eigenständige Genossenschaftsbanken unter ihrem Dach zusammenführte: die Hessische Beamtenbank Darmstadt, die Südwestdeutsche Beamtenbank Frankfurt/Main, die Beamtenbank Köln, die Bayerische Beamtenbank und die Schleswig-Holsteinische Beamtenbank. Nach der deutschen Wiedervereinigung richtete die Badische Beamtenbank auch in den ostdeutschen Bundesländern Niederlassungen ein (Dresden 1992, Berlin 1994).
Zum 75-jährigen Jubiläum 1997 war die Badische Beamtenbank die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank in Europa mit einer Bilanzsumme von knapp 9 Milliarden DM. Seit September 1999 firmiert die Badische Beamtenbank unter dem Namen BBBank. 2014 ist sie mit 106 Filialen, davon 13 (mit Hauptsitz 14) in Karlsruhe, in zehn Bundesländern vertreten. Sie ist zudem die einzige bundesweit tätige genossenschaftliche Privatkundenbank.
Quellen
Karlsruher Zeitungen https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 11. Oktober 2024).
Literatur
Heinrich Lamprecht: 40 Jahre Badische Beamtenbank, Karlsruhe 1962; Egon Schallmayer/Reinhard Sölch: 75 Jahre Badische Beamtenbank. Dynamik mit Augenmaß, Marxzell 1997; https://www.bbbank.de/wir-fuer-sie/ihre-bank/historie.html (Zugriff am 20. September 2014).