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Verwaltungsbeamter, Vertriebenenfunktionär, Politiker, * 7. September 1906 Prag, † 7. Februar 1984 Karlsruhe, ∞ 1933 Emerita Podsenik, 1 Tochter.<br/ ><br/ > |
Verwaltungsbeamter, Vertriebenenfunktionär, Politiker, * 7. September 1906 Prag, † 7. Februar 1984 Karlsruhe, ∞ 1933 Emerita Podsenik, 1 Tochter.<br/ ><br/ > |
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Karl Bartunek, Sohn eines österreichisch-ungarischen Regierungsbeamten, besuchte in Prag die Deutsche Volkschule und das Deutsche Humanistische Gymnasium, das er 1925 mit dem Abitur verließ. Das Studium der Chemie an der Deutschen Technischen Hochschule (TH) Prag schloss er 1931 als Diplom-Ingenieur ab. Danach leistete er bis 1933 Wehrdienst in der tschechoslowakischen Armee. Bis 1937 kehrte er als Wissenschaftlicher Assistent an die TH zurück und promovierte 1936 mit dem Thema "Über proteolytische Enzyme in normalem und carcinomatösem Blut". 1937 fand er eine Anstellung im tschechoslowakischen Arbeitsministerium und später beim Oberpräsidium Breslau. 1939 wurde er in das deutsche Reichswirtschaftsministerium übernommen. 1941 bis 1945 leistete er <lex id="ereig-0074">Kriegsdienst</lex> unter anderem in Stalingrad und Italien, zuletzt als Hauptmann der Reserve. |
Karl Bartunek, Sohn eines österreichisch-ungarischen Regierungsbeamten, besuchte in Prag die Deutsche Volkschule und das Deutsche Humanistische Gymnasium, das er 1925 mit dem Abitur verließ. Das Studium der Chemie an der Deutschen Technischen Hochschule (TH) Prag schloss er 1931 als Diplom-Ingenieur ab. Danach leistete er bis 1933 Wehrdienst in der tschechoslowakischen Armee. Bis 1937 kehrte er als Wissenschaftlicher Assistent an die TH zurück und promovierte 1936 mit dem Thema "Über proteolytische Enzyme in normalem und carcinomatösem Blut". 1937 fand er eine Anstellung im tschechoslowakischen Arbeitsministerium und später beim Oberpräsidium Breslau. 1939 wurde er in das deutsche Reichswirtschaftsministerium übernommen. 1941 bis 1945 leistete er <lex id="ereig-0074">Kriegsdienst</lex> unter anderem in Stalingrad und Italien, zuletzt als Hauptmann der Reserve. |
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Aktuelle Version vom 24. Januar 2025, 08:58 Uhr
Karl Bartunek
Verwaltungsbeamter, Vertriebenenfunktionär, Politiker, * 7. September 1906 Prag, † 7. Februar 1984 Karlsruhe, ∞ 1933 Emerita Podsenik, 1 Tochter.
Karl Bartunek, Sohn eines österreichisch-ungarischen Regierungsbeamten, besuchte in Prag die Deutsche Volkschule und das Deutsche Humanistische Gymnasium, das er 1925 mit dem Abitur verließ. Das Studium der Chemie an der Deutschen Technischen Hochschule (TH) Prag schloss er 1931 als Diplom-Ingenieur ab. Danach leistete er bis 1933 Wehrdienst in der tschechoslowakischen Armee. Bis 1937 kehrte er als Wissenschaftlicher Assistent an die TH zurück und promovierte 1936 mit dem Thema "Über proteolytische Enzyme in normalem und carcinomatösem Blut". 1937 fand er eine Anstellung im tschechoslowakischen Arbeitsministerium und später beim Oberpräsidium Breslau. 1939 wurde er in das deutsche Reichswirtschaftsministerium übernommen. 1941 bis 1945 leistete er Kriegsdienst unter anderem in Stalingrad und Italien, zuletzt als Hauptmann der Reserve.
Nach der Kriegsgefangenschaft und Internierung im Arbeitslager Kolin wurde er 1946 ausgewiesen und kam nach Eutingen bei Pforzheim. Arbeit fand er noch im Oktober 1946 im Gewerbeaufsichtsamt Karlsruhe, dessen Leitung er von 1960 bis 1970 innehatte. 1947 gründete er die Interessengemeinschaft der ausgesiedelten Deutschen (IDAD), die Kreisvertretung Karlsruhe wurde am 7. Juni in Ettlingen gegründet. Eine Ortsgruppe Karlsruhe entstand am 12. Juli 1948. 1949 wurde Bartunek, der im Vorjahr nach Karlsruhe umgezogen war, Vorsitzender des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen und gründete die Notgemeinschaft (NG), die im Bund der Vertriebenen und Entrechteten (BHE), der Interessenvertretung der Heimatvertriebenen, aufging. Bereits Ende 1949 legte er den Vorsitz wieder nieder wegen anhaltender Richtungskämpfe und konzentrierte sich nun auf den nordbadischen Landesverband. Interne Auseinandersetzungen 1952/53 unter anderem mit dem Landesverbandsvorsitzenden Karl Mocker überstand Bartunek, der sich auf seine nordbadische Hausmacht stützen konnte.
Im BHE organsierten sich viele ehemalige Mitglieder der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Folgerichtig trat die Partei und auch Bartunek, selbst im Spruchkammerverfahren als politisch unbelastet eingestuft, für die Wiedereinstellung von wegen ihrer NS-Vergangenheit entlassenen Beamten und einen "politischen Schlussstrich unter die politische Vergangenheit" ein, wie er 1956 in seiner Vorstellung als Landtagskandidat formulierte.
1952 bis 1954 gehörte Bartunek, der ein überzeugter Vertreter des Südweststaates war, zunächst der Verfassunggebenden Landesversammlung, danach bis 1964 dem Landtag Baden-Württemberg für den BHE, 1960 bis 1964 als Fraktionsvorsitzender, an. Von 1951 war Bartunek, der sich unter anderem 1952 für die Umsiedlung von Heimatvertriebenen aus strukturschwachen Gebieten in Industriezentren wie Mannheim und Pforzheim einsetzte (Bartunek-Plan), Mitglied des Rundfunkrates Baden-Württemberg. Er hatte rasch die Bedeutung der Medien erkannt und bereits 1949 als Sprachrohr die IDAD-Nachrichten gegründet. Bartunek war ein überzeugter Interessenvertreter der Heimatvertriebenen, der 1964 eine angebotene Mitgliedschaft in der Christlich Demokratischen Union (CDU) und damit eine sichere Wiederwahl als Landtagsabgeordneter ablehnte. Nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, 1982 der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg geehrt.
Quellen
StadtAK 8/ZGS Personen Karl Bartunek; Karlsruher Zeitungen; Ettlinger Zeitung vom 23. September 1950, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/6971672?query=bartunek (Zugriff am 18. Dezember 2024); Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 2. März 1956.
Literatur
Andreas Marquet: Karl Bartunek, in: Baden-Württembergische Biographien 5, Stuttgart 2013, S. 8-11, https://www.leo-bw.de/fr/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/101270761X/Bartunek+Karl (Zugriff am 18. Dezember 2024).