Abbau der Wahlständer mit Wahlplakaten zur Bundestagswahl 1961, 19. September 1961, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A8/59/4/52.
Abschlusskundgebung der Karlsruher CDU im Wahlkampf zur Bundestagswahl am 5. Oktober 1980 im Restaurant "Kühler Krug": der scheidende Karlsruher Bundestagsabgeordnete Gerold Benz, Bundestagskandidat Rudolf Ruf sowie CDU-Kreisvorsitzender und Stadtrat Günther Rüssel (v.r.n.l.), Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A40/118/7/33.

CDU Karlsruhe

Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) ist in Karlsruhe im Kreisverband der CDU Karlsruhe-Stadt organisiert. Gegründet wurde sie in Absprache mit der US-amerikanischen Militärregierung am 14. August 1945 in einem Raum des weitgehend zerstörten ehemaligen Badischen Landtag (Ständehaus) als interkonfessionelle Christlich-Demokratische-Partei (CDP). Ihre erste Kreisversammlung hielt sie am 4. September 1945 im Neuen Rathaus in der Beiertheimer Allee ab. Damit war die Gründung der CDP sowohl die erste Parteigründung in Karlsruhe als auch in Baden nach dem Zweiten Weltkrieg. Das gute Verhältnis der Christdemokraten zu den US-amerikanischen Militärbehörden führte dazu, dass bereits Ende September 1945 in praktisch allen Stadtteilen Ortsgruppen eingerichtet waren. Im Februar 1946 übernahm die CDP den Namen des Landesverbands CDU.

Bei der ersten Kommunalwahl nach 1933 am 26. Mai 1946 erhielten die Christdemokraten 10 Sitze und damit einen mehr als die SPD. Diese knappe Mehrheit im Karlsruher Rathaus verlor sie bereits bei der folgenden Gemeinderatswahl am 7. Dezember 1947 an die Sozialdemokraten, die diese während der Ära Klotz ausbaute. Nach dem Amtsantritt des christdemokratischen Oberbürgermeisters Otto Dullenkopf 1970 gelang es der CDU 1975 wieder die Mehrheit im Gemeinderat zu erringen. Seitdem stellt sie ununterbrochen die stärkste Fraktion im Karlsruher Gemeinderat und stellte darüber hinaus von 1970-2013 mit Otto Dullenkopf (bis 1986), Gerhard Seiler (bis 1998) und Heinz Fenrich (bis 2013) den Oberbürgermeister.

Bei den Landtagswahlen erlangte die CDU im Wahlkreis Karlsruhe-Ost von 1968-2011 mit Ausnahme des Jahres 2001 immer das Direktmandat, im Wahlkreis Karlsruhe-West von 1964-2011 mit Ausnahme des Jahres 2001. Bei den Bundestagswahlen lag die CDU mit Ausnahme der ersten Wahl 1949 bei allen Erst- und Zweitstimmenergebnissen bis 1965 vorn. Dies galt wieder ab 1976 (Ausnahme Erststimmenergebnis 1980) bis zur Bundestagswahl 1994 und wieder seit 2005.

René Gilbert 2016

Quelle

StadtAK 8/ZGS 29.

Literatur

Gerd Hepp: Die CDU im Landesbezirk Baden, in: Die CDU in Baden-Württemberg und ihre Geschichte, hrsg. von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Stuttgart 1978, S. 113–135, hier S. 114 (= Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs Bd. 2); Manfred Koch: Trümmerstadt – Residenz des Rechts – Zentrum der Technologieregion. Wechselvoller Weg in die Gegenwart, in: Karlsruhe. Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998, S. 520-648; Josef Werner: Karlsruhe 1945 – Unter Hakenkreuz, Trikolore und Sternenbanner, Karlsruhe 1985, S. 285-288.