(Die Seite wurde neu angelegt: „{{DISPLAYTITLE:Alfred Stapelmann}} =Alfred Stapelmann= Alfred (Fred) Stapelmann, Drogist, Sportlehrer, Oberführer der <lex id="ins-1941">Sturmabteilung (SA)</lex> der <lex id="ins-0324">Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)</lex>, * 13. April 1906 Essen, † 4. April 1990 Mosbach, kath., 1936 gottgläubig, ∞ 1. Juli 1934 Irmgard Arras, 2 Kinder.<br/ ><br/ > Der Sohn eines Vorzeichners wuchs in einer streng katholischen Familie auf…“) |
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Drogist, Sportlehrer, Oberführer der <lex id="ins-1941">Sturmabteilung (SA)</lex> der <lex id="ins-0324">Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)</lex>, * 13. April 1906 Essen, † 4. April 1990 Mosbach, kath., 1936 gottgläubig, ∞ 1. Juli 1934 Irmgard Arras in Deggingen, 2 Kinder.<br/ ><br/ > |
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Der Sohn eines Vorzeichners wuchs in einer streng katholischen Familie auf und besuchte 1912 bis 1920 die Volksschulen in Essen und Mühlheim. In dieser Zeit war er in der katholischen Jugendbewegung Jungborn und dem Wandervogel engagiert. 1924 bestand er die Drogisten- und Gifthandelsprüfung in Oberhausen. Nach einer kurzen Tätigkeit bei dem Reiterregiment 9 der Reichswehr wurde er im Dezember 1923 wegen Krankheit entlassen. Er war dann 1924/25 Drogist in Mülheim, seit dem 15. Juni 1925 arbeitete er bei der Paul Vogel Drogerie- und Farbenfabrik Karlsruhe-<lex id="ort-0034">Durlach</lex> bis Oktober 1930, danach bei der Lebensmittelgroßhandlung Brombacher u. Co, bis er am 31. März 1931 wegen Einschränkung des Geschäfts entlassen wurde. |
Der Sohn eines Vorzeichners wuchs in einer streng katholischen Familie auf und besuchte 1912 bis 1920 die Volksschulen in Essen und Mühlheim. In dieser Zeit war er in der katholischen Jugendbewegung Jungborn und dem Wandervogel engagiert. 1924 bestand er die Drogisten- und Gifthandelsprüfung in Oberhausen. Nach einer kurzen Tätigkeit bei dem Reiterregiment 9 der Reichswehr wurde er im Dezember 1923 wegen Krankheit entlassen. Er war dann 1924/25 Drogist in Mülheim, seit dem 15. Juni 1925 arbeitete er bei der Paul Vogel Drogerie- und Farbenfabrik Karlsruhe-<lex id="ort-0034">Durlach</lex> bis Oktober 1930, danach bei der Lebensmittelgroßhandlung Brombacher u. Co, bis er am 31. März 1931 wegen Einschränkung des Geschäfts entlassen wurde. |
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Die Zeit der Erwerbslosigkeit vom 1. April 1931 bis zum 31. Oktober 1933 nutzte er zum Besuch von Lehrgängen der Hochschule für Leibesübungen in Berlin und Schulen der SA. Am 1. Oktober 1933 begann er als Sportlehrer an der SA Sportschule I Heuberg, ehe er zum 1. Dezember 1933 Leiter der SA-Sportschule I Deggingen, Kreis Göppingen wurde. Nach deren Auflösung im März 1935 im Zusammenhang mit der Ermordung des SA-Führers Ernst Röhm und der Ausschaltung von dessen Anhängerschaft in der NSDAP übernahm er am 4. Januar 1935 die Geschäftsführung der NS-Kulturgemeinde e.V. Karlsruhe bis zu deren Auflösung 1937. 1938 war er dann im Reichspropagandaamt Außenstelle Baden beschäftigt, ehe er am 1. August 1938 SA-Standartenführer in Pforzheim wurde. In Pforzheim gehörte er dem Stadtrat als Ratsherr von 1939 bis 1943 an. Vom 25. August 1939 bis Mai 1943 war er bei der Wehrmacht Infanterie Division 215 beim sogenannten Frankreichfeldzug und in Rußland, zuletzt als Oberleutnant eingesetzt. 1940 hatte er das Eiserne Kreuz (EK) II, 1942 das EK I, 1943 das Infanteriesturmabzeichen und die Ostmedaille bekommen. Ab 15. Juli 1943 leitete er, nach seiner UK (Unabkömmlichkeits)-stellung seit dem 1. Juli 1943, die Standarte 112 in Mühlhausen/Elsass, wo er zuletzt beim Volkssturm als Kreisstabsführer noch sehr aktiv war. |
Die Zeit der Erwerbslosigkeit vom 1. April 1931 bis zum 31. Oktober 1933 nutzte er zum Besuch von Lehrgängen der Hochschule für Leibesübungen in Berlin und Schulen der SA. Am 1. Oktober 1933 begann er als Sportlehrer an der SA Sportschule I Heuberg, ehe er zum 1. Dezember 1933 Leiter der SA-Sportschule I Deggingen, Kreis Göppingen wurde. Nach deren Auflösung im März 1935 im Zusammenhang mit der Ermordung des SA-Führers Ernst Röhm und der Ausschaltung von dessen Anhängerschaft in der NSDAP übernahm er am 4. Januar 1935 die Geschäftsführung der NS-Kulturgemeinde e.V. Karlsruhe bis zu deren Auflösung 1937. 1938 war er dann im Reichspropagandaamt Außenstelle Baden beschäftigt, ehe er am 1. August 1938 SA-Standartenführer in Pforzheim wurde. In Pforzheim gehörte er dem Stadtrat als Ratsherr von 1939 bis 1943 an. Vom 25. August 1939 bis Mai 1943 war er bei der Wehrmacht Infanterie Division 215 beim sogenannten Frankreichfeldzug und in Rußland, zuletzt als Oberleutnant eingesetzt. 1940 hatte er das Eiserne Kreuz (EK) II, 1942 das EK I, 1943 das Infanteriesturmabzeichen und die Ostmedaille bekommen. Ab 15. Juli 1943 leitete er, nach seiner UK (Unabkömmlichkeits)-stellung seit dem 1. Juli 1943, die Standarte 112 in Mühlhausen/Elsass, wo er zuletzt beim Volkssturm als Kreisstabsführer noch sehr aktiv war. |
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Der NSDAP war Stapelmann schon im September 1922 beigetreten, im Ruhrkampf soll er aktiv gegen die französische Besatzung gekämpft haben. Gleich nach der Wiedergründung der NSDAP 1925 trat er dieser Partei wieder bei, nachdem er zuvor schon dem <lex id="ins-1940">Schlageterbund</lex> Durlach beigetreten war. Mit dem Schlageterbund wechselte er zur SA und stieg bis zum Oberführer auf. Der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) gehörte er seit 1935 an. Dafür wurde er mit dem Goldenen Parteiabzeichen und dem Gauehrenzeichen Baden ausgezeichnet. |
Der NSDAP war Stapelmann schon im September 1922 beigetreten, im Ruhrkampf soll er aktiv gegen die französische Besatzung gekämpft haben. Gleich nach der Wiedergründung der NSDAP 1925 trat er dieser Partei wieder bei, nachdem er zuvor schon dem <lex id="ins-1940">Schlageterbund</lex> Durlach beigetreten war. Mit dem Schlageterbund wechselte er zur SA und stieg bis zum Oberführer auf. Der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex> gehörte er seit 1935 an. Dafür wurde er mit dem Goldenen Parteiabzeichen und dem Gauehrenzeichen Baden ausgezeichnet. |
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Im <lex id="ereig-0099">Entnazifizierungsverfahren</lex> gab Stapelmann an, nie von den Verbrechen der SA und der NSDAP gewusst zu haben, er selbst habe keine Verbrechen begangen und sei als junger Idealist der NSDAP beigetreten, der von der Idee des nationalen Sozialismus begeistert gewesen sei. Folgerichtig wies er die Einstufung als Hauptschuldiger zurück. Der Ankläger stellte dagegen fest, dass er als Teilnehmer an allen Reichsparteitagen überzeugter NS-Aktivist gewesen sei. Am 4. Juni 1947 wurde er als Hauptschuldiger zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, wobei ihm die Internierung seit 8. Mai 1945 angerechnet wurde. Sein Vermögen wurde bis auf 1.000 RM eingezogen, ein Gnadengesuch vom 26. April 1948 wurde abgelehnt. |
Im <lex id="ereig-0099">Entnazifizierungsverfahren</lex> gab Stapelmann an, nie von den Verbrechen der SA und der NSDAP gewusst zu haben, er selbst habe keine Verbrechen begangen und sei als junger Idealist der NSDAP beigetreten, der von der Idee des nationalen Sozialismus begeistert gewesen sei. Folgerichtig wies er die Einstufung als Hauptschuldiger zurück. Der Ankläger stellte dagegen fest, dass er als Teilnehmer an allen Reichsparteitagen überzeugter NS-Aktivist gewesen sei. Am 4. Juni 1947 wurde er als Hauptschuldiger zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, wobei ihm die Internierung seit 8. Mai 1945 angerechnet wurde. Sein Vermögen wurde bis auf 1.000 RM eingezogen, ein Gnadengesuch vom 26. April 1948 wurde abgelehnt. |
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Aktuelle Version vom 11. Mai 2026, 08:31 Uhr
Alfred (Fred) Stapelmann
Drogist, Sportlehrer, Oberführer der Sturmabteilung (SA) der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), * 13. April 1906 Essen, † 4. April 1990 Mosbach, kath., 1936 gottgläubig, ∞ 1. Juli 1934 Irmgard Arras in Deggingen, 2 Kinder.
Der Sohn eines Vorzeichners wuchs in einer streng katholischen Familie auf und besuchte 1912 bis 1920 die Volksschulen in Essen und Mühlheim. In dieser Zeit war er in der katholischen Jugendbewegung Jungborn und dem Wandervogel engagiert. 1924 bestand er die Drogisten- und Gifthandelsprüfung in Oberhausen. Nach einer kurzen Tätigkeit bei dem Reiterregiment 9 der Reichswehr wurde er im Dezember 1923 wegen Krankheit entlassen. Er war dann 1924/25 Drogist in Mülheim, seit dem 15. Juni 1925 arbeitete er bei der Paul Vogel Drogerie- und Farbenfabrik Karlsruhe-Durlach bis Oktober 1930, danach bei der Lebensmittelgroßhandlung Brombacher u. Co, bis er am 31. März 1931 wegen Einschränkung des Geschäfts entlassen wurde.
Die Zeit der Erwerbslosigkeit vom 1. April 1931 bis zum 31. Oktober 1933 nutzte er zum Besuch von Lehrgängen der Hochschule für Leibesübungen in Berlin und Schulen der SA. Am 1. Oktober 1933 begann er als Sportlehrer an der SA Sportschule I Heuberg, ehe er zum 1. Dezember 1933 Leiter der SA-Sportschule I Deggingen, Kreis Göppingen wurde. Nach deren Auflösung im März 1935 im Zusammenhang mit der Ermordung des SA-Führers Ernst Röhm und der Ausschaltung von dessen Anhängerschaft in der NSDAP übernahm er am 4. Januar 1935 die Geschäftsführung der NS-Kulturgemeinde e.V. Karlsruhe bis zu deren Auflösung 1937. 1938 war er dann im Reichspropagandaamt Außenstelle Baden beschäftigt, ehe er am 1. August 1938 SA-Standartenführer in Pforzheim wurde. In Pforzheim gehörte er dem Stadtrat als Ratsherr von 1939 bis 1943 an. Vom 25. August 1939 bis Mai 1943 war er bei der Wehrmacht Infanterie Division 215 beim sogenannten Frankreichfeldzug und in Rußland, zuletzt als Oberleutnant eingesetzt. 1940 hatte er das Eiserne Kreuz (EK) II, 1942 das EK I, 1943 das Infanteriesturmabzeichen und die Ostmedaille bekommen. Ab 15. Juli 1943 leitete er, nach seiner UK (Unabkömmlichkeits)-stellung seit dem 1. Juli 1943, die Standarte 112 in Mühlhausen/Elsass, wo er zuletzt beim Volkssturm als Kreisstabsführer noch sehr aktiv war.
Der NSDAP war Stapelmann schon im September 1922 beigetreten, im Ruhrkampf soll er aktiv gegen die französische Besatzung gekämpft haben. Gleich nach der Wiedergründung der NSDAP 1925 trat er dieser Partei wieder bei, nachdem er zuvor schon dem Schlageterbund Durlach beigetreten war. Mit dem Schlageterbund wechselte er zur SA und stieg bis zum Oberführer auf. Der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) gehörte er seit 1935 an. Dafür wurde er mit dem Goldenen Parteiabzeichen und dem Gauehrenzeichen Baden ausgezeichnet.
Im Entnazifizierungsverfahren gab Stapelmann an, nie von den Verbrechen der SA und der NSDAP gewusst zu haben, er selbst habe keine Verbrechen begangen und sei als junger Idealist der NSDAP beigetreten, der von der Idee des nationalen Sozialismus begeistert gewesen sei. Folgerichtig wies er die Einstufung als Hauptschuldiger zurück. Der Ankläger stellte dagegen fest, dass er als Teilnehmer an allen Reichsparteitagen überzeugter NS-Aktivist gewesen sei. Am 4. Juni 1947 wurde er als Hauptschuldiger zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, wobei ihm die Internierung seit 8. Mai 1945 angerechnet wurde. Sein Vermögen wurde bis auf 1.000 RM eingezogen, ein Gnadengesuch vom 26. April 1948 wurde abgelehnt.
Quellen
GLA 465h/54320; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 13. April 2026).