(Die Seite wurde neu angelegt: „{{DISPLAYTITLE:Moritz von Schwind}} =Moritz von Schwind= Maler, Grafiker, Illustrator, * 21. Januar 1804 Wien, † 8. Februar 1871 Niederpöcking am Starnberger See, bestattet Südfriedhof München, kath., ∞ 1842 Luise Sachs, 1 Sohn, 3 Töchter.<br/ ><br/ > Der Sohn eines geadelten Wiener Hofsekretärs und Legationsrats begann zunächst ein Studium der Philosophie an der Universität Wien, bevor er sich dann 1821 unter dem Einfluss des 1809 in Wien ge…“) |
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[[Datei:Schwind Moritz A26 192 1 15.jpg|alternativtext=Fresko von Moritz von Schwind im Treppenhaus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Foto 2. Januar 1974, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A26/192/1/15.|links|mini|Fresko von Moritz von Schwind im Treppenhaus der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Foto 2. Januar 1974, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A26/192/1/15.]] |
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Maler, Grafiker, Illustrator, * 21. Januar 1804 Wien, † 8. Februar 1871 Niederpöcking am Starnberger See, bestattet Südfriedhof München, kath., ∞ 1842 Luise Sachs, 1 Sohn, 3 Töchter.<br/ ><br/ > |
Maler, Grafiker, Illustrator, * 21. Januar 1804 Wien, † 8. Februar 1871 Niederpöcking am Starnberger See, bestattet Südfriedhof München, kath., ∞ 1842 Luise Sachs, 1 Sohn, 3 Töchter.<br/ ><br/ > |
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Der Sohn eines geadelten Wiener Hofsekretärs und Legationsrats begann zunächst ein Studium der Philosophie an der Universität Wien, bevor er sich dann 1821 unter dem Einfluss des 1809 in Wien gegründeten Lukasbundes um Friedrich Overbeck und Franz Pforr für eine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie entschied. Ab 1823 bildete sich Schwind autodidaktisch weiter. Im Sommer 1827 ging er nach München, wo er von Peter von Cornelius, dem Direktor der dortigen Kunstakademie, in die Freskomalerei eingeführt wurde. In den folgenden Jahren arbeitete Schwind hauptsächlich in dieser Technik – sowohl nach fremden als auch nach eigenen Entwürfen. |
Der Sohn eines geadelten Wiener Hofsekretärs und Legationsrats begann zunächst ein Studium der Philosophie an der Universität Wien, bevor er sich dann 1821 unter dem Einfluss des 1809 in Wien gegründeten Lukasbundes um Friedrich Overbeck und Franz Pforr für eine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie entschied. Ab 1823 bildete sich Schwind autodidaktisch weiter. Im Sommer 1827 ging er nach München, wo er von Peter von Cornelius, dem Direktor der dortigen Kunstakademie, in die Freskomalerei eingeführt wurde. In den folgenden Jahren arbeitete Schwind hauptsächlich in dieser Technik – sowohl nach fremden als auch nach eigenen Entwürfen. |
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Als sich Oberbaurat <lex id="bio-0211">Heinrich Hübsch</lex> im Herbst 1837 in München aufhielt, empfahl ihm <lex id="bio-0353">Julius Schnorr von Carolsfeld</lex> den 33-jährigen Schwind für die Ausmalung der gerade im Bau befindlichen Karlsruher Kunsthalle. Noch vor Jahresende schickte Moritz von Schwind Großherzog <lex id="bio-0569">Leopold von Baden</lex> als Probe seines Könnens und mögliches Thema für das geplante Treppenhausfresko den aquarellierten Entwurf Der Sängerkrieg auf der Wartburg, der sich im Besitz der |
Als sich Oberbaurat <lex id="bio-0211">Heinrich Hübsch</lex> im Herbst 1837 in München aufhielt, empfahl ihm <lex id="bio-0353">Julius Schnorr von Carolsfeld</lex> den 33-jährigen Schwind für die Ausmalung der gerade im Bau befindlichen Karlsruher <lex id="ins-0836">Kunsthalle</lex>. Noch vor Jahresende schickte Moritz von Schwind Großherzog <lex id="bio-0569">Leopold von Baden</lex> als Probe seines Könnens und mögliches Thema für das geplante Treppenhausfresko den aquarellierten Entwurf Der Sängerkrieg auf der Wartburg, der sich im Besitz der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe befindet. Bereits im März 1838 kam es zu einem Vertragsabschluss. Als Thema für das monumentale Wandbild im Treppenhaus wurde jedoch die Einweihung des Freiburger Münsters festgelegt. |
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Im Herbst 1840 bezog Schwind eine Wohnung in der <lex id="top-2653">Stephanienstraße</lex> und begann mit der Ausgestaltung des Treppenhauses. Das Hauptfresko mit den drei darüber angeordneten Lünetten war Ende August 1842 vollendet. Es zeigt sowohl historische Persönlichkeiten wie Herzog Konrad I. von Zähringen oder Bernhard von Clairvaux als auch zeitgenössische Personen in mittelalterlichen Kostümen wie Großherzog Leopold und seine Gemahlin Großherzogin <lex id="bio-0982">Sophie</lex>, Heinrich Hübsch oder auch den Künstler selbst. In den drei Lünetten sind die Fantasie (links), die Architektur (Mitte) und die Mathematik (rechts) dargestellt. |
Im Herbst 1840 bezog Schwind eine Wohnung in der <lex id="top-2653">Stephanienstraße</lex> und begann mit der Ausgestaltung des Treppenhauses. Das Hauptfresko mit den drei darüber angeordneten Lünetten war Ende August 1842 vollendet. Es zeigt sowohl historische Persönlichkeiten wie Herzog Konrad I. von Zähringen oder Bernhard von Clairvaux als auch zeitgenössische Personen in mittelalterlichen Kostümen wie Großherzog Leopold und seine Gemahlin Großherzogin <lex id="bio-0982">Sophie</lex>, Heinrich Hübsch oder auch den Künstler selbst. In den drei Lünetten sind die Fantasie (links), die Architektur (Mitte) und die Mathematik (rechts) dargestellt. |
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Aktuelle Version vom 1. September 2026, 11:23 Uhr
Moritz von Schwind
Maler, Grafiker, Illustrator, * 21. Januar 1804 Wien, † 8. Februar 1871 Niederpöcking am Starnberger See, bestattet Südfriedhof München, kath., ∞ 1842 Luise Sachs, 1 Sohn, 3 Töchter.
Der Sohn eines geadelten Wiener Hofsekretärs und Legationsrats begann zunächst ein Studium der Philosophie an der Universität Wien, bevor er sich dann 1821 unter dem Einfluss des 1809 in Wien gegründeten Lukasbundes um Friedrich Overbeck und Franz Pforr für eine künstlerische Ausbildung an der dortigen Kunstakademie entschied. Ab 1823 bildete sich Schwind autodidaktisch weiter. Im Sommer 1827 ging er nach München, wo er von Peter von Cornelius, dem Direktor der dortigen Kunstakademie, in die Freskomalerei eingeführt wurde. In den folgenden Jahren arbeitete Schwind hauptsächlich in dieser Technik – sowohl nach fremden als auch nach eigenen Entwürfen.
Als sich Oberbaurat Heinrich Hübsch im Herbst 1837 in München aufhielt, empfahl ihm Julius Schnorr von Carolsfeld den 33-jährigen Schwind für die Ausmalung der gerade im Bau befindlichen Karlsruher Kunsthalle. Noch vor Jahresende schickte Moritz von Schwind Großherzog Leopold von Baden als Probe seines Könnens und mögliches Thema für das geplante Treppenhausfresko den aquarellierten Entwurf Der Sängerkrieg auf der Wartburg, der sich im Besitz der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe befindet. Bereits im März 1838 kam es zu einem Vertragsabschluss. Als Thema für das monumentale Wandbild im Treppenhaus wurde jedoch die Einweihung des Freiburger Münsters festgelegt.
Im Herbst 1840 bezog Schwind eine Wohnung in der Stephanienstraße und begann mit der Ausgestaltung des Treppenhauses. Das Hauptfresko mit den drei darüber angeordneten Lünetten war Ende August 1842 vollendet. Es zeigt sowohl historische Persönlichkeiten wie Herzog Konrad I. von Zähringen oder Bernhard von Clairvaux als auch zeitgenössische Personen in mittelalterlichen Kostümen wie Großherzog Leopold und seine Gemahlin Großherzogin Sophie, Heinrich Hübsch oder auch den Künstler selbst. In den drei Lünetten sind die Fantasie (links), die Architektur (Mitte) und die Mathematik (rechts) dargestellt.
Im Februar 1842 wurde Schwind noch mit Entwürfen für die Felder und Friese der Erdgeschosssäle beauftragt, die von ortsansässigen "tauglichen Malern" umgesetzt werden sollten. Im Dezember 1842 folgte noch der Entwurf und die Ausführung der Fresken links und rechts des Hauptbildes im Treppenhaus einschließlich deren Lünetten. Die Darstellungen – links eine Allegorie der Bildhauerei und rechts eine Allegorie der Malerei sowie in den Lünetten der Friede (links) und der Reichtum (rechts) – waren im November 1843 fertiggestellt.
Außer den Arbeiten für die Kunsthalle führte Schwind während seiner Karlsruher Zeit noch acht Rundbilder mit Darstellungen der Tugenden sowie die 1,28 x 3,88 Meter große Leinwand Allegorie der vier Stände und Huldigung an Großherzog Leopold von Baden für den Sitzungssaal der Ersten Kammer des Karlsruher Ständehauses aus. Wegen Streitigkeiten um die Restzahlung für die Kunsthallenfresken verließ der Künstler erst im März 1844 mit Frau und Kind die badische Residenzstadt, um nach Frankfurt am Main zu gehen, wo ihm am Städelschen Kunstinstitut eine Professur für Historienmalerei übertragen worden war. Zur Erinnerung an das Wirken dieses bedeutenden spätromantischen Malers in Karlsruhe wurde 1898 eine Straße in der Südweststadt nach ihm benannt.
Literatur
Moritz von Schwind – Meister der Spätromantik, hrsg. von der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Ostfildern-Ruit 1996; Barbara Rommé: Moritz von Schwind – Fresken und Wandbilder, hrsg. von der Landesbildstelle Baden und der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Ostfildern-Ruit 1996; Cordula Bachmann: „Totenbett mit Rüstung“. Eine ikonografische Spurensuche in einem Fresko Moritz von Schwinds, in: Bauen und Zeigen. Aus der Geschichte und Gegenwart der Kunsthalle Karlsruhe, hrsg. von der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, Bielefeld 2014.