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De:Lexikon:bio-0514: Unterschied zwischen den Versionen

 
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In Karlsruhe hatte er wohl noch vor 1900 beim FC Fidelitas begonnen, <lex id="ereig-0105">Fußball</lex> zu spielen, ehe er 1902 zum <lex id="ins-1214">FC Phönix</lex> wechselte. Neumaier spielte als linker Verteidiger in der Meistermannschaft 1909 und bestritt in diesem Jahr auch sein erstes Länderspiel. Er gehörte damit zu der Nationalmannschaft, die am 4. April 1909 ihr erstes Länderspiel im Stadion des <lex id="ins-0972">Karlsruher Fußballvereins (KFV)</lex> gegen die Schweiz gewann. Insgesamt kam er auf drei Länderspiele. Doch schon im Jahr 1911 spielte er nur noch unregelmäßig für den FC Phönix und hörte 1915 ganz auf. 1909 ehrte ihn der Verein mit der Verleihung des goldenen Phönixrings, zum 30-jährigen Jubiläum des FC Phönix im Jahr 1924 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft des Vereins.
In Karlsruhe hatte er wohl noch vor 1900 beim FC Fidelitas begonnen, <lex id="ereig-0105">Fußball</lex> zu spielen, ehe er 1902 zum <lex id="ins-1214">FC Phönix</lex> wechselte. Neumaier spielte als linker Verteidiger in der Meistermannschaft 1909 und bestritt in diesem Jahr auch sein erstes Länderspiel. Er gehörte damit zu der Nationalmannschaft, die am 4. April 1909 ihr erstes Länderspiel im Stadion des <lex id="ins-0972">Karlsruher Fußballvereins (KFV)</lex> gegen die Schweiz gewann. Insgesamt kam er auf drei Länderspiele. Doch schon im Jahr 1911 spielte er nur noch unregelmäßig für den FC Phönix und hörte 1915 ganz auf. 1909 ehrte ihn der Verein mit der Verleihung des goldenen Phönixrings, zum 30-jährigen Jubiläum des FC Phönix im Jahr 1924 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft des Vereins.


1945 musste sich Neumaier einem <lex id="ereig-0099">Entnazifizierungsverfahren</lex> stellen, da er 1934, wohl im Zusammenhang mit seiner Rückkehr nach Karlsruhe, in die <lex id="ins-0324">Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)</lex> und die Deutsche Arbeitsfront (DAF) eingetreten war. 1936 folgte die Mitgliedschaft bei der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex>. Neumaier gab an, dass er "im Interesse des landw. Genossenschaftswesens" im Rahmen der <lex id="ereig-0111">Gleichschaltung</lex> eingetreten und nie im Sinne der Partei aktiv geworden sei, und wurde als Mitläufer eingestuft.
1945 musste sich Neumaier einem <lex id="ereig-0099">Entnazifizierungsverfahren</lex> stellen, da er 1934, wohl im Zusammenhang mit seiner Rückkehr nach Karlsruhe, in die <lex id="ins-0324">Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)</lex> - wie die meisten seiner Mitspieler in der Meistermannschaft - und die Deutsche Arbeitsfront (DAF) eingetreten war. 1936 folgte die Mitgliedschaft bei der <lex id="ins-1803">Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)</lex>. Neumaier gab an, dass er "im Interesse des landw. Genossenschaftswesens" im Rahmen der <lex id="ereig-0111">Gleichschaltung</lex> eingetreten und nie im Sinne der Partei aktiv geworden sei, und wurde als Mitläufer eingestuft.


<div style="text-align:right;">''Ernst Otto Bräunche 2025''</div>
<div style="text-align:right;">''Ernst Otto Bräunche 2025''</div>

Aktuelle Version vom 6. Dezember 2025, 18:15 Uhr


Robert Neumaier

Robert Neumaier, Ausschnitt aus einem Gruppenbild des Karlsruher FC Phönix, um 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.
Robert Neumaier, Ausschnitt aus einem Gruppenbild des Karlsruher FC Phönix, um 1912, Stadtarchiv Karlsruhe 8/SpoA 591.

Fußballnationalspieler, Verbandsprüfer, * 14. April 1885 Karlsruhe, † 13. März 1959 Karlsruhe, kath., ∞ 14. April 1913 Quedlinburg, Fanny Elisabeth Minna Antonie Sehrbunt, 1 Sohn.

Robert Neumaier wurde als Sohn des Kaufmanns Valentin Neumaier geboren, dessen Geschäft 1885 ins Handelsregister eingetragen wurde. Er besuchte von 1892 bis 1899 die Bürgerschule. Nach dem frühen Tod des Vaters 1899 setzte er seine schulische Ausbildung bis 1901 an der Gewerbeschule Karlsruhe fort. Nach bestandener Lehrlingsprüfung arbeitete er von 1903 bis 1924 als Verwaltungsbeamter und Lohnbuchprüfer in berufsgenossenschaftlichen Diensten in Karlsruhe. 1926 bestand er die Revisorenprüfung in Freiburg, wohin er 1924 gezogen war, und arbeitete dort nun als Verbandsprüfer. 1934 kam er nach Karlsruhe zurück.

In Karlsruhe hatte er wohl noch vor 1900 beim FC Fidelitas begonnen, Fußball zu spielen, ehe er 1902 zum FC Phönix wechselte. Neumaier spielte als linker Verteidiger in der Meistermannschaft 1909 und bestritt in diesem Jahr auch sein erstes Länderspiel. Er gehörte damit zu der Nationalmannschaft, die am 4. April 1909 ihr erstes Länderspiel im Stadion des Karlsruher Fußballvereins (KFV) gegen die Schweiz gewann. Insgesamt kam er auf drei Länderspiele. Doch schon im Jahr 1911 spielte er nur noch unregelmäßig für den FC Phönix und hörte 1915 ganz auf. 1909 ehrte ihn der Verein mit der Verleihung des goldenen Phönixrings, zum 30-jährigen Jubiläum des FC Phönix im Jahr 1924 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft des Vereins.

1945 musste sich Neumaier einem Entnazifizierungsverfahren stellen, da er 1934, wohl im Zusammenhang mit seiner Rückkehr nach Karlsruhe, in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) - wie die meisten seiner Mitspieler in der Meistermannschaft - und die Deutsche Arbeitsfront (DAF) eingetreten war. 1936 folgte die Mitgliedschaft bei der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV). Neumaier gab an, dass er "im Interesse des landw. Genossenschaftswesens" im Rahmen der Gleichschaltung eingetreten und nie im Sinne der Partei aktiv geworden sei, und wurde als Mitläufer eingestuft.

Ernst Otto Bräunche 2025

Quellen

GLA 465h/9948; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 17. August 2025).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Fußballhochburg Karlsruhe, in: Ernst Otto Bräunche und Volker Steck (Hrsg.): Sport in Karlsruhe. Von den Anfängen bis heute, Karlsruhe 2006, S. 168-218, S. 189 f. (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 28); Thomas Alexander Staisch: Die Deutschmeister: Die Geschichte des Karlsruher FC Phönix 1894. 1909 - eine vergessene Meisterschaft, Rastatt 2014.