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De:Lexikon:bio-2165: Unterschied zwischen den Versionen

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Buchdrucker, SA-Mitglied, *20. April 1905 Lahr, + 25. Mai 1931 Karlsruhe. <br/ ><br/ >
Buchdrucker, SA-Mitglied, *20. April 1905 Lahr, + 25. Mai 1931 Karlsruhe. <br/ ><br/ >
Der Lahrer SA-Mann Paul Billet, ein gelernter Buchdrucker, kam bei einem Propagandaumzug der <lex id="ins-0324">Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)</lex> am Pfingstmontag, dem 25. Mail 1931, auf der <lex id="top-1431">Kaiserstraße</lex> nahe der <lex id="top-0009">Adlerstraße</lex> unter zunächst nicht ganz geklärten Umständen zu Tode. Mitglieder der <lex id="ins-0321">Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)</lex> hatten den Umzug angegriffen, so dass in der Presse zu lesen war, dass Billet von Kommunisten erschlagen worden sei. Von den nach dem Vorfall verhafteten Kommunisten wurden vier wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die polizeiliche Untersuchung ergab aber letztlich, dass eine ebenfalls der KPD angehörende Zuschauerin Billet einen Knüppel zwischen die Speichen seines Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war. Die Frau wurde im folgenden Jahr in einem zweiten Prozess zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt.
Der Lahrer SA-Mann Paul Billet, ein gelernter Buchdrucker, kam bei einem Propagandaumzug der <lex id="ins-0324">Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP)</lex> am Pfingstmontag, dem 25. Mail 1931, auf der <lex id="top-1431">Kaiserstraße</lex> nahe der <lex id="top-0009">Adlerstraße</lex> unter zunächst nicht ganz geklärten Umständen zu Tode. Mitglieder der <lex id="ins-0321">Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD)</lex> hatten den Umzug angegriffen, so dass in der Presse zu lesen war, dass Billet von Kommunisten erschlagen worden sei. Von den nach dem Vorfall verhafteten Kommunisten wurden vier wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die polizeiliche Untersuchung ergab aber letztlich, dass eine ebenfalls der KPD angehörende Zuschauerin Billet einen Knüppel zwischen die Speichen seines Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war. Die Frau wurde im folgenden Jahr in einem zweiten Prozess zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Version vom 12. Juni 2024, 08:25 Uhr


Paul Billet

Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.
Propagandamarsch der NSDAP in Karlsruhe vor der Landtagswahl am 25. Oktober 1925, rechts neben dem Fahnenträger Paul Billet, Foto aus: Bildbericht vom Kampf der badischen Nationalsozialisten, Straßburg 1943, S. 9, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oVI 445.

Buchdrucker, SA-Mitglied, *20. April 1905 Lahr, + 25. Mai 1931 Karlsruhe.

Der Lahrer SA-Mann Paul Billet, ein gelernter Buchdrucker, kam bei einem Propagandaumzug der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) am Pfingstmontag, dem 25. Mail 1931, auf der Kaiserstraße nahe der Adlerstraße unter zunächst nicht ganz geklärten Umständen zu Tode. Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) hatten den Umzug angegriffen, so dass in der Presse zu lesen war, dass Billet von Kommunisten erschlagen worden sei. Von den nach dem Vorfall verhafteten Kommunisten wurden vier wegen Landfriedensbruch zu Gefängnisstrafen verurteilt. Die polizeiliche Untersuchung ergab aber letztlich, dass eine ebenfalls der KPD angehörende Zuschauerin Billet einen Knüppel zwischen die Speichen seines Motorrades geworfen hatte, so dass dieser schwer gestürzt und an den Folgen des Sturzes verstorben war. Die Frau wurde im folgenden Jahr in einem zweiten Prozess zu einer Gefängnisstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Schon an der Beerdigung Billets nahmen zahlreiche Nationalsozialisten teil. Am 3. Juni 1931 fand eine Trauerkundgebung der NSDAP in der, einem Artikel der Zeitung Der Führer zufolge, überfüllten Festhalle statt. Der Adjutant Hitlers Wilhelm Friedrich Karl Brückner und der SA-Gruppenführer Südwest Dietrich von Jagow hielten Traueransprachen. Billet galt nun bald als einer der Blutzeugen der badischen NSDAP. Nach ihm wurde noch 1933 der Platz an der Kleinen Kirche in Paul-Billet-Platz benannt, am 23. November 1935 das Paul-Billet-Denkmal in der Kaiserstraße aufgestellt. Nach dem 5. März 1933 wurden in vielen Orten Straßen umbenannt, in einigen Orten, wie in Karlsruhe gar Denkmäler errichtet. Ähnliche Ehrungen erhielt Billet auch in anderen badischen Orten, so wurde 1935 das Reichsarbeitsdienstlager der Abteilung 6/273 in Lahr nach ihm benannt. Nach Ende des Kriegs wurden die Denkmäler entfernt und die Platz- und Straßenbenennungen aufgehoben.

Ernst Otto Bräunche 2024

Quellen

Karlsruher Zeitungen 1931 bis 1935, darunter Der Führer vom 2. Juni 1931, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3187313?query=%22Paul%20Billet%22 und vom 24. November 1935, https://digital.blb-karlsruhe.de/blbz/periodical/pageview/3456892 (Zugriff am 9. Oktober 2023).

Literatur

Beatrice Vierneisel: Paul-Billet-Denkmal, in: Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, Karlsruhe 19892, S. 654-657 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7), Teil 1 (PDF) und Teil 2 (PDF) zum Download (Zugriff am 15. Mai 2024).