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Für die Stadt Karlsruhe erwarb sich von Weech durch seine Beteiligung beim Aufbau des <lex id="ins-0806">Stadtarchivs</lex> große Verdienste. Drei Jahre nach dessen Gründung wurde er im Jahr 1888 in die städtische <lex id="ins-1931">Archivkommission</lex> berufen, der er bis kurz vor seinem Tode angehörte. Im Auftrag der Archivkommission verfasste von Weech eine dreibändige Stadtgeschichte, deren erster Band 1895 erschien und die 1904 abgeschlossen wurde. Darüber hinaus war er ein bedeutender Landeshistoriker. Seit 1901 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ab 1868 Mitherausgeber der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. |
Für die Stadt Karlsruhe erwarb sich von Weech durch seine Beteiligung beim Aufbau des <lex id="ins-0806">Stadtarchivs</lex> große Verdienste. Drei Jahre nach dessen Gründung wurde er im Jahr 1888 in die städtische <lex id="ins-1931">Archivkommission</lex> berufen, der er bis kurz vor seinem Tode angehörte. Im Auftrag der Archivkommission verfasste von Weech eine dreibändige Stadtgeschichte, deren erster Band 1895 erschien und die 1904 abgeschlossen wurde. Darüber hinaus war er ein bedeutender Landeshistoriker. Seit 1901 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ab 1868 Mitherausgeber der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. |
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Die Liste der Veröffentlichungen des Archivars ist zu lang, als dass man ihr auch nur annähernd gerecht werden könnte – ein Bayer, der badische Landesgeschichte schrieb. Seine 1890 erschienene Badische Geschichte brachte ihm allerdings nicht nur Lob, die Kritiken reichten bis zur Bezeichnung Hofhistoriograph. Diese Nähe zum Hof, die auch in seiner Karlsruher Stadtgeschichte durchaus erkennbar ist, schmälert aber von Weechs Lebensleistung nicht. Ihm sind nicht zuletzt auch die bis in die Gegenwart fortgeführten Badischen Biographien, deren erster Band 1875 erschien, zu verdanken. |
Die Liste der Veröffentlichungen des Archivars ist zu lang, als dass man ihr auch nur annähernd gerecht werden könnte – ein Bayer, der badische Landesgeschichte schrieb. Seine 1890 erschienene Badische Geschichte brachte ihm allerdings nicht nur Lob ein, die Kritiken reichten bis zur Bezeichnung Hofhistoriograph. Diese Nähe zum Hof, die auch in seiner Karlsruher Stadtgeschichte durchaus erkennbar ist, schmälert aber von Weechs Lebensleistung nicht. Ihm sind nicht zuletzt auch die bis in die Gegenwart fortgeführten Badischen Biographien, deren erster Band 1875 erschien, zu verdanken. |
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Darüber hinaus war Weech auch journalistisch tätig. Er schrieb unter anderem für die Augsburger und die Münchner Allgemeine, die Straßburger Post sowie die Karlsruher Zeitung, für die er von 1879 bis 1881 die Literarische Beilage herausgab. |
Darüber hinaus war Weech auch journalistisch tätig. Er schrieb unter anderem für die Augsburger und die Münchner Allgemeine, die Straßburger Post sowie die Karlsruher Zeitung, für die er von 1879 bis 1881 die Literarische Beilage herausgab. |
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Version vom 18. August 2026, 09:25 Uhr
Friedrich Otto Aristides von Weech
Archivar und Historiker, * 16. Oktober 1837 München, † 17. November 1905 Karlsruhe, kath., ∞ 1865 Theresia Augusta Antonia Seuffert, 3 Töchter.
Als der Badische Kammerherr, Geheimrat und Archivdirektor Friedrich von Weech im Alter von 68 Jahren verstarb, würdigten zahlreiche Nachrufe seine Person und sein Wirken als Archivar und Historiker. „Ein trefflicher Forscher und Gelehrter voll Geist und sprühender Laune, voll vielseitiger Interessen, ein liebenswürdiger Gesellschafter, in dessen gastlichem Hause der Sinn für alles Schöne gepflegt und allen wissenschaftlichen und künstlerischen Bestrebungen ein feines Verständnis entgegengebracht wurde.“, schrieb zum Beispiel die Karlsruher Zeitung.
Der Sohn des in griechischen Diensten stehenden Hauptmanns Friedrich von Weech wurde unter anderem in der „geistlichen Erziehungsanstalt“ des Benediktinerklosters Metten in Niederbayern unterrichtet und studierte nach dem Abitur, das er 1856 am Maximiliansgymnasium München ablegte, an den Universitäten München und Heidelberg Rechtswissenschaft und Geschichte. 1860 wurde er in München zum Doktor der Philosophie promoviert. Während des Studiums 1858 trat er dem Corps Guestphalia Heidelberg bei. 1862 habilitierte er sich an der Universität Freiburg als Privatdozent der Geschichte, nachdem er zuvor Vorlesungen unter anderem von Leopold von Ranke und Johann Gustav Droysen in Berlin besucht hatte. In der Freiburger Zeit begann eine Freundschaft mit Heinrich von Treitschke, mit dem er gemeinsam dem Comitee für Schleswig-Holstein angehörte. Später kühlte das Verhältnis wegen inhaltlicher Differenzen deutlich ab.
Nach zwei Jahren Tätigkeit für die Königliche Akademie der Wissenschaften in München, wo er an der Herausgabe der Chronik der deutschen Städte mitwirkte, wurde er 1864 als Nachfolger von Joseph Bader an der Großherzoglichen Hofbibliothek mit dem Titel „Hilfsarbeiter“ angestellt. Ende 1867 wurde er Archivrat am Badischen Generallandesarchiv und 1886 dessen Direktor. In seiner Amtszeit wurde das Generallandesarchiv zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, und die Herausgabe der Inventare des Großherzoglich Badischen General-Landesarchivs begann. In seiner Amtszeit entstanden so 156 Repertorien und das Generallandesarchiv wurde nicht nur „zu einem wissenschaftlichen Institut erhoben, das durch seine Einrichtungen vielfach vorbildlich geworden ist“, es erhielt auch ein neues Archivgebäude an der Hildapromenade, das damals Maßstäbe setzte. Bereits 1883 war er Sekretär der neugegründeten Badischen Historischen Kommission geworden, deren Gründung er nachhaltig betrieben hatte.
Für die Stadt Karlsruhe erwarb sich von Weech durch seine Beteiligung beim Aufbau des Stadtarchivs große Verdienste. Drei Jahre nach dessen Gründung wurde er im Jahr 1888 in die städtische Archivkommission berufen, der er bis kurz vor seinem Tode angehörte. Im Auftrag der Archivkommission verfasste von Weech eine dreibändige Stadtgeschichte, deren erster Band 1895 erschien und die 1904 abgeschlossen wurde. Darüber hinaus war er ein bedeutender Landeshistoriker. Seit 1901 war er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und ab 1868 Mitherausgeber der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins.
Die Liste der Veröffentlichungen des Archivars ist zu lang, als dass man ihr auch nur annähernd gerecht werden könnte – ein Bayer, der badische Landesgeschichte schrieb. Seine 1890 erschienene Badische Geschichte brachte ihm allerdings nicht nur Lob ein, die Kritiken reichten bis zur Bezeichnung Hofhistoriograph. Diese Nähe zum Hof, die auch in seiner Karlsruher Stadtgeschichte durchaus erkennbar ist, schmälert aber von Weechs Lebensleistung nicht. Ihm sind nicht zuletzt auch die bis in die Gegenwart fortgeführten Badischen Biographien, deren erster Band 1875 erschien, zu verdanken.
Darüber hinaus war Weech auch journalistisch tätig. Er schrieb unter anderem für die Augsburger und die Münchner Allgemeine, die Straßburger Post sowie die Karlsruher Zeitung, für die er von 1879 bis 1881 die Literarische Beilage herausgab. Seine ehrenamtlichen Tätigkeiten, zum Beispiel als langjähriger Vorstand des Karlsruher Männerhilfsvereins und des Gesamtvorstandes des badischen Landesvereins vom Roten Kreuz oder als Mitglied des Karlsruher Bürgerausschusses, unterstreichen, dass Friedrich von Weech ein Mann der Tat war, der sich mit aller Kraft für die Badische Geschichtsschreibung, das Badische Generallandesarchiv und für seine zweite Heimatstadt Karlsruhe eingesetzt und verdient gemacht hat.
Wegen seiner Verdienste wurde von Weech vielfach geehrt, so wurden ihm die Titel Großherzoglich Badischer Kammerherr und Geheimer Rat II. Klasse, das Kommandokreuz des Zähringer Löwenordens II. Klasse, das Eiserne Kreuz am weißen Band, sowie 1872 der württembergische Olga-Orden verliehen. Die Weechstraße in der Karlsruher Oststadt wurde 1960 nach ihm benannt.
Quellen
Karlsruher Zeitungen; Nachruf in Chronik 1905, S. 165-167.
Werk
Baden unter den Großherzögen Karl Friedrich, Karl, Ludwig 1738–1830, Freiburg 1864; Korrespondenzen und Aktenstücke zur Geschichte der Ministerkonferenzen von Karlsbad und Wien 1819–20 und 1834. Leipzig 1865; Geschichte der badischen Verfassung, Karlsruhe 1868; Baden in den Jahren 1852 bis 1877, Karlsruhe 1877; Aus alter und neuer Zeit. Nachträge und Aufsätze; Leipzig 1878; Die Deutschen seit der Reformation. Mit besonderer Berücksichtigung der Culturgeschichte, Leipzig 1878; Die Zähringer in Baden. Karlsruhe 1881; Karl Friedrich von Baden. Aus dem Nachlass von K. F. Nebenius, Karlsruhe 1868; Beschreibung des schwedischen Kriegs von Sebastian Burster, 1630–1647, Leipzig 1875; (Hrsg.) Badische Biographien, Heidelberg 1875; Codex diplomaticus Salemitanus. Urkundenbuch der Cistercienser-Abtei Salem (1134–1498), 3 Bde., Karlsruhe 1883–1895; Siegel und Urkunden aus dem badischen Generallandesarchiv, Frankfurt 1883–1886; Badische Geschichte, Karlsruhe 1890; Karlsruhe. Geschichte der Stadt und ihrer Verwaltung, 3 Bde., Karlsruhe 1895–1904, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/Drucke/content/titleinfo/264911 (Zugriff am 4. August 2026); komplette Bibliographie siehe Literatur, Karl Obser.
Literatur
Albert Krieger: Friedrich von Weech, in: Albert Krieger (Hrsg.): Badische Biographien. Teil VI: (1902–1911), Winter, Heidelberg 1927, S. 1–13, https://digital.blb-karlsruhe.de/periodical/titleinfo/6541097 (Zugriff am 4. August 2026); Karl Obser: Friedrich von Weech. Nachruf, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO). Neue Folge Band XXI, 1906, S. 323–344, S. 334 ff. Bibliographische Übersicht; Peter P. Albert: Friedrich von Weech und seine Verdienste um die badische Geschichtsforschung, in: Alemannia, NF 7, S. 1–13, Internet Archive.