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Internationales Begegnungszentrum Karlsruhe (ibz)


Internationales Begegnungszentrum Karlsruhe (ibz)

Die Anfänge des am 18. Mai 1995 eröffneten Internationalen Begegnungszentrums Karlsruhe (ibz) in der Kaiserallee 12d reichen bis 1979 zurück. In diesem Jahr mietete die Stadt Karlsruhe vom dem DRK-Landesverband Baden-Württemberg das Anwesen Otto-Sachs-Straße 5 für die Einrichtung eines Ausländerbegegnungszentrums. In dem viergeschossigen Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von über 1.200 Quadratmeter und einem Innenhof konnten Vereine von Anwerbeländern für ihre Vereinsarbeit, geselligen Treffen und kulturellen Veranstaltungen von der Stadt Räume anmieten. Am 17. November 1979 wurde das Ausländerbegegnungszentrum im Beisein von Bürgermeister Walther Wäldele, Bürgermeister Kurt Gauly und der damaligen Europaabgeordneten Heinke Salisch eingeweiht.

Schon kurz darauf führten Anwohnerbeschwerden dazu, dass der DRK-Landesverband der Stadt als Hauptmieterin Nutzungseinschränkungen auferlegte. Als der Landesverband 1990 ankündigte, dass er in absehbarer Zeit das Mietverhältnis mit der Stadt aufkündigen werde, begann die Stadtverwaltung, sich nach einem alternativen Standort für ein multikulturelles Begegnungszentrum umzusehen. Bereits in der Gemeinderatssitzung am 11. Juni 1991 wurde das Gelände der ehemaligen Dragonerkaserne an der Ecke Kaiserallee/Blücherstraße als neuer Standort vorgeschlagen und zugleich gefordert, dass zukünftig nur ein Teil des Begegnungszentrums an ausländische Vereine vermietet werde, die übrigen Räumlichkeiten dagegen sämtlichen internationalen Vereinen und Organisationen für kulturelle, interkulturelle und gesellschaftspolitische Veranstaltungen zur Verfügung stehen solle.

1993 kaufte die Stadt das ehemalige westliche Mannschaftsgebäude und den mittleren Stabstrakt vom Bund. Während die Volkshochschule Karlsruhe im Westbau (heute Kaiserallee 12c) untergebracht wurde, fand das ibz nach umfangreichen Sanierungsarbeiten 1995 im Mittelbau, Kaiserallee 12d, sein neues Domizil.

Seitdem wurden das interkulturelle Veranstaltungsprogramm und die Informations- und Beratungsangebote des ibz stetig ausgebaut. 1996 startete die Veranstaltungsreihe KULTURDIALOG, bei der gesellschaftspolitisch relevante und brisante Themen in Vorträgen, Diskussionen und anderen Formaten erörtert werden. 1997 wurde im Erdgeschoss das Café Globus als öffentliche Begegnungsstätte eingerichtet, das auch als Treffpunkt für verschiedene Projekte genutzt wird. Nach 2000 wurden die Bereiche Information und Beratung kontinuierlich ausgebaut, sodass das ibz heute mit seinem vielfältigen Informations- und Beratungsangebot für Neuzugewanderte und den zahlreichen Integrationsprojekten für verschiedene Interessen- und Altersgruppen mit seiner Arbeit weit über die eines bloßen internationalen Begegnungszentrums hinausgeht. Auch externe Vereine und Initiativen können die Räume des ibz für ihre migrations- und integrationspolitische Arbeit nutzen.

Seit 1985 veranstaltete das ibz jeden Sommer das MONDO – ein Fest für alle, bei dem Vereine und Institutionen mit Essens- und Informationsständen die kulturelle Vielfalt von Karlsruhe widerspiegeln. Bis 2025 fand das Fest auf dem Karlsruher Marktplatz statt. Nachdem im Herbst 2024 auch das östliche Mannschaftsgebäude der ehemaligen Dragonerkaserne vom Badischen Konservatorium bezogen wurde, feierte man im Juli 2026 unter dem Motto "MONDO meets Bildungscampus – ein Sommerfest für alle" erstmals auf dem Bildungscampus Weststadt in der Kaiserallee 12c-f.

Katja Förster 2026

Quellen

Protokoll der 21. Plenarsitzung des Gemeinderats vom 11. Juni 1991, in: StadtAK 3/B 1783; 8/ZGS.

Literatur

Internationales Begegnungszentrum Karlsruhe, https://www.ibz-karlsruhe.de (Zugriff am 27. September 2026); Zeitungsartikel in den Badischen Neuesten Nachrichten (BNN), u. a. vom 19. November 1991, 17. Mai 1982; Stadtzeitung. Amtsblatt der Stadt Karlsruhe vom 9. März 2020, 11. Oktober 2024, 23. Mai 2025.