Blick über die Erbprinzenstraße auf die Gebäude, um 1993, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 2323.
Blick über die Erbprinzenstraße auf den Eingangsbereich, um 1991, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 5/791.

Badische Landesbibliothek

Die Badische Landesbibliothek (BLB) in der Erbprinzenstraße 15 ist mit einem Bestand von über 2,5 Millionen Medieneinheiten eine der größten deutschen Regionalbibliotheken. Als wissenschaftliche Universalbibliothek sammelt sie Literatur aller Fachgebiete. Außerdem sammelt, archiviert und erschließt sie landeskundliche Literatur und erstellt gemeinsam mit der Württembergischen Landesbibliothek (WLB) die Landesbibliographie Baden-Württemberg. Sie hat neben der WLB in Stuttgart das Pflichtexemplarrecht für alle in Baden-Württemberg erscheinenden Publikationen und ist somit Archivbibliothek.

Ihre Ursprünge hat die BLB in der um 1500 gegründeten Hofbibliothek des Markgrafen Christoph I. von Baden, die ursprünglich in der Schloss- und Stiftskirche in Pforzheim untergebracht war. Mit der Teilung der Markgrafschaft 1535 wurde auch die Bibliothek geteilt und erst nach dem Aussterben der Linie Baden-Baden 1771 wieder in Karlsruhe zusammengeführt. Im Zuge der Säkularisation erhielt die Hofbibliothek zahlreiche wertvolle Handschriften und frühe Drucke insbesondere aus Klosterbibliotheken. Nachdem die Hofbibliothek 1872 dem Innenministerium unterstellt worden war und den Namen Großherzogliche Hof- und Landesbibliothek erhalten hatte, zog sie 1873 aus dem östlichen Nebengebäude des Karlsruher Schlosses, wo sie seit 1765 untergebracht war, in das neu erbaute großherzogliche Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz. Nach dem Ende der Monarchie 1918 wurde die Bibliothek in BLB umbenannt. Ein Luftangriff Anfang September 1942 zerstörte das Sammlungsgebäude und mit etwa 360.000 darin befindlichen Druckschriften fast den gesamten Bestand der BLB. Erhalten blieben die ausgelagerten Bestände der Handschriften, der frühen Drucke und der seltenen Druckschriften, aber auch der Originalkatalog. Nach dem Zweiten Weltkrieg an wechselnden Standorten im Stadtzentrum untergebracht, eröffnete die BLB 1950 wieder im Magazintrakt des Generallandesarchivs. 1964 erhielt sie mit dem Bibliotheksgebäude in der Lammstraße 16 am Nymphengarten ihr erstes eigenes Gebäude. Platzprobleme sorgten dafür, dass von 1983-1991 der heutige Bau in der Erbprinzenstraße 15 mit einer Nutzfläche von 13.800 qm nach Plänen des Architekten Oswald Mathias Ungers errichtet wurde.

In den letzten Jahren konnten bedeutende Sammlungen für die BLB erworben werden, darunter mittelalterliche deutsche Handschriften der Fürstlich Fürstenbergischen Bibliothek Donaueschingen (1994), Bestände der Schlossbibliothek Baden-Baden (1995) und die Fürstenbergische Musikaliensammlung (1999) sowie die Handschrift C des Nibelungenlieds, die 2009 als UNESCO-Weltdokumentenerbe eingetragen wurde.

Max Schlenker 2012

Quelle

Homepage der BLB: https://www.blb-karlsruhe.de (Zugriff am 10. Mai 2012).

Literatur

Buch - Leser - Bibliothek. Festschrift der Badischen Landesbibliothek zum Neubau, hrsg. von Gerhard Römer, Karlsruhe 1992.