Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Karlsruhe anlässlich seines 70. Geburtstags mit OB Günther Klotz (links) und Stadtsyndikus Fritz Gut, 1963, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A9a/115/4/2.

Choei Ishibashi

Mediziner, * 26. April 1893 Chiba/Japan, † 25. September 1990 Tokyo, ∞.

Ishibashi studierte bis 1918 Medizin an der Kaiserlichen Universität Tokyo und wurde 1920 Dozent an der Tokyoter Medizinischen Fachschule für Frauen. Ab 1922 war er als Assistent und Oberarzt an der Universitäts-Kinderklinik Tokyo und als Professor für Kinderheilkunde an der Medizinischen Fachschule Nippon tätig. Von 1927 bis 1959 betrieb Ishibashi eine Klinik in Bunkyoku, Tokyo. 1956 erhielt er eine Professur an der Landwirtschaftlichen Hochschule Tokyo, wo er seit 1962 das Ernährungsbiologische Institut leitete. 1973 war Ishibashi Gründungspräsident und Dekan der Dokkyo Medizinischen Hochschule in Sōka. Der Mediziner machte sich in besonderer Weise um die internationalen und speziell die deutsch-japanischen Beziehungen im Bereich der Medizin verdient. 1925 gründete er die Internationale Medizinische Gesellschaft Japans, der er von 1934 bis 1981 als Präsident vorstand. 1936 übernahm er zudem den Vorsitz der Japanisch Deutschen Medizinischen Gesellschaft.

Die besondere Verbindung zwischen Ishibashi und Karlsruhe entstand durch die Deutschen Therapiewochen, an denen Ishibashi seit dem Beginn 1953 regelmäßig teilnahm und in deren Kuratorium er Ehrenmitglied war. An diese langjährige Beziehung erinnert der 1988 von ihm gestiftete Gedenkstein im Japanischen Garten des Karlsruher Stadtgartens, an dessen Weiterentwicklung Ishibashi entscheidenden Anteil hatte.

Für seine Verdienste erhielt Ishibashi unter anderem: 1971 die erste Ehrenmedaille der Stadt Karlsruhe, 1973 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1983 die Landesverdienstmedaille Baden-Württemberg.

Meinrad Welker 2012

Literatur

Das 22. Deutsch-Japanische Freundschaftstreffen Karlsruhe 1984, hrsg. von der Internationalen Medizinischen Gesellschaft Japans.