Hugo Friedrich

Professor für Romanistik, * 24. Dezember 1904 Karlsruhe, † 25. Februar 1978 Freiburg i. Br., ev., ∞ 1. 1936 Marianne Kopp, 2. 1938 Maria van Calker, 3. 1959 Ellen Gottlieb, 2 Kinder aus 2. Ehe.

Die Liebe zur Literatur vermittelte Hugo Friedrich der Direktor des Goethe-Gymnasiums Karl Ott, in dem er 1923 das Abitur ablegte. Statt wie geplant wegen seiner musikalischen Neigungen Musik zu studieren, entschied er sich deshalb für das Studium der Germanistik, Romanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Freiburg, München und Heidelberg. Nach der Promotion 1928 in Heidelberg im Fach Germanistik, habilitierte sich Friedrich 1934 in Köln mit einer Arbeit über das antiromantische Denken im modernen Frankreich, die große Beachtung fand.

1937 erhielt Friedrich einen Lehrstuhl als Ordinarius am Romanischen Seminar der Universität Freiburg, obwohl von nationalsozialistischer Seite an seiner weltanschaulichen Haltung gezweifelt wurde. 1938 trat er dann in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein. Trotz Rufen anderer Universitäten (Berlin, Bonn, München und Frankfurt) lehrte und forschte er bis zu seiner Emeritierung 1970 in Freiburg. Friedrich publizierte wichtige und auch erfolgreiche Bücher zur französischen und italienischen Literatur und zur Strukturanalyse moderner Lyrik. Er galt als ausgezeichneter Redner, der die Studierenden in seinen Vorlesungen durch eine gleichermaßen verständliche wie packende Vortragsweise begeisterte.

Der Romanist Friedrich gehörte mehreren wissenschaftlichen Einrichtungen an, wie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie als Ehrenmitglied der Modern Language Association of America. Ausgezeichnet wurde er mit dem Titel eines Offiziers des Verdienstordens der Republik Italien und der Palmes Académiques (beide 1958), dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 1964 sowie 1972 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern.

René Gilbert 2014

Werk

Das antiromantische Denken im modernen Frankreich, München 1935; Drei Klassiker des französischen Romans (Stendhal, Balzac, Flaubert), Leipzig 1939 (mehrere Neuauflagen und Übersetzungen); Die Struktur der modernen Lyrik, Hamburg 1956 (zahlreiche Neuauflagen und Übersetzungen); Epochen der italienischen Lyrik, Frankfurt 1964.

Literatur

Jürgen von Stackelberg: Friedrich Hugo, in: Badische Biographien NF, Bd. 3, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1990, S. 93-95; Freiburger Biographien, hrsg. von Peter Kalchthaler und Walter Preker, Freiburg 2002, S. 316 f.