Peter Herkenrath

Maler, * 18. April 1900 Köln-Ehrenfeld, † 13. November 1992 Mainz, ∞ 1923 Anni Ehl.

Trotz seiner ausgeprägten künstlerischen Veranlagung war Peter Herkenrath als Sohn eines Kölner Textilkaufmanns eine Laufbahn im väterlichen Unternehmen vorbestimmt. 1920-1923 studierte er an der Universität Köln Jura, Volks- und Betriebswirtschaft. 1923 trat er in die Firma des Vaters ein, deren Geschäftsleitung er gemeinsam mit seinem Bruder 1932 übernahm.

Daneben bildete sich Herkenrath seit Beginn der 1920er-Jahre autodidaktisch in der Malerei weiter, wobei er sich auf zwei Sujets, das Stillleben und die menschliche Figur, konzentrierte. Er reduzierte das Dargestellte auf wenige, meist dunkeltonige Farbformen, die einem strengen Bildaufbau folgen. Die flächige Darstellungsweise kontrastiert zu dem mehrschichtigen, durch seine transparente Struktur geradezu malerisch wirkenden Farbauftrag. Auf diesen Werken aufbauend, suchte Herkenrath ab den 1950er-Jahren, als er sich aus dem Geschäftsleben ganz zurückzog und sich ausschließlich seiner künstlerischen Arbeit zuwandte, einen neuen Grad an Abstraktion. Das gegenständliche Erscheinungsbild blieb auch weiterhin Ausgangspunkt seiner Malerei, indem er aber eine einzelne Form oder ein Detail aus dem inhaltlichen Kontext herauslöste, diese beliebig vervielfachte und auf neue Weise miteinander verband, entstand eine unregelmäßig strukturierte, in ihrer Gesamtheit aber homogene abstrakte Bildkomposition. Die mit "Strukturen", "Raumbilder", "Gläser", "Fächer" oder "Mauerbilder" betitelten Werkreihen beschreiben ungeachtet ihres ungegenständlichen Ausdrucks materielle Realität.

In der rheinischen Kunstszene bereits seit den 1930er-Jahren bekannt, gehörte Herkenrath 1945 zu den Gründungsmitgliedern der Rheinischen Künstlergemeinschaft Köln; 1952-1955 war er Vorsitzender der Neuen Rheinischen Sezession. Seit 1958 mit öffentlichen Auszeichnungen und Preisen geehrt, folgte 1962 seine Berufung als Professor für Grafik und Malerei an die Karlsruher Kunstakademie, an der er bis zu seinem 70. Lebensjahr 1970 wirkte. Nicht nur mit den Maler-Kollegen Fritz Klemm, Herbert Kitzel und Georg Meistermann verband ihn eine enge Freundschaft, sondern vor allem auch mit dem Bildhauer Hans Kindermann, die ihren künstlerischen Ausdruck im gegenseitigen Porträtieren fand.

Katja Förster 2014

Literatur

Dorothee Höfert: Stillleben und Mauerbilder – über den Maler Peter Herkenrath, in: Peter Herkenrath 1900-1992. Bildnisse, Strukturen, Stillleben, hrsg. von EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Ettlingen 1998, S. 6-18; Günter Aust: Peter Herkenrath, Köln 1987.