Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS I 244.

Georg Friedrich von Baden-Durlach

Markgraf, * 30. Januar 1573, † 24. September 1638 Straßburg, ev., ∞ 1. 1592 Juliane Ursula vom Salm-Neufville, 15 Kinder, 2. 1614 Agathe von Erbach, 3 Kinder, 3. 1621 in morganatischer Ehe Elisabeth Stolz.

Der Sohn des Markgrafen Karl II. erhielt Sprachunterricht und eine höhere Ausbildung in Straßburg mit Reisen nach Frankreich, Oberitalien und in die Schweiz. Nach seiner Volljährigkeit 1595 trat Georg die Regierung der südlichen Landesteile Baden-Durlachs an. Nach dem Tod seines Bruders Ernst Friedrich 1604 herrschte er über die gesamte Markgrafschaft Baden, da die von Ernst Friedrich 1594 vorgenommene Okkupation der Markgrafschaft Baden-Baden bis 1622 fortbestand.

Der überzeugte Lutheraner führte ein asketisches Leben; 58 Mal hat er die Bibel im Laufe seiner Jahre gelesen. Dem Land gab er eine geordnete Verwaltung und mit einem Geheimrat, dem er präsidierte, ein Führungsorgan. Mit dem von ihm initiierten und 1622 gedruckten Landrecht schuf er ein für das ganze Land einheitliches Gesetzeswerk, das aber erst von seinem Nachfolger Friedrich V. 1654 in Kraft gesetzt wurde und bis 1809 galt. 1603 gründete er eine Bank, die die Geldkrise während des 30-jährigen Krieges bewältigen half. Den Landschaften wurden angesichts ihrer finanziellen Lasten Mitwirkungsrechte eingeräumt.

Georg war seit 1608 eines der eifrigsten Häupter der protestantischen Union und Durlach wurde Beratungsort protestantischer Fürsten.

Georg schuf ein Söldner-Heer, das 1617 etwa 15.000 Mann umfasste, und seit 1618 griff er in die aufflackernden, zum 30-jährigen Krieg führenden Kämpfe ein. Mit dem Ende des böhmischen Krieges und der Auflösung der Union kämpfte er mit anderen Söldnerführern für die Verteidigung der pfälzischen Lande, wurde aber 1622 vom katholischen Liga-Heer sowie spanischen Truppen unter Tilly bei Wimpfen geschlagen, der größten Schlacht in Baden während des 30-jährigen Krieges. Georg konnte sich nach Straßburg retten und legte nun die Herrschaft zu Gunsten seines ältesten Sohnes Friedrich V. endgültig nieder. Zwar versuchte er, wiederum Truppen aufzustellen, doch die kaiserliche Armee fiel in Baden mit großen Verwüstungen ein.

1627 wurde er vom dänischen König Christian IV. zum Generalleutnant von dessen Armee im Kampf gegen den Vormarsch Wallensteins ernannt, schied aber im Streit mit dem König von diesem Posten.

Er zog sich nach Straßburg zurück und widmete sich religiösen Schriften. Vor seinem Tod 1638 hatte er festgelegt, dass beim Erbe keine Teilung mehr erfolgen dürfe. In der Fürstengruft der Pforzheimer Pfarrkirche wurde er bestattet. In Karlsruhe erinnert an ihn seit 1890 die Georg-Friedrich-Straße.

Leonhard Müller 2012

Literatur

Karl Friedrich Ledderhose: Georg Friedrich (Markgraf von Baden-Durlach), in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 8, Leipzig 1878, S. 596–600; Arno Duch: Georg Friedrich - Markgraf von Baden-Durlach, in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Bd. 6, Berlin 1964, S. 197–199; Eberhard Gothein: Die badischen Markgrafschaften im 16. Jahrhundert, Heidelberg 1910.