Christian Schneider

Gewerkschaftsfunktionär, * 7. Mai 1879 Spielberg/Stadt Altensteig/Lkr. Calw, † 20. Januar 1965 Karlsruhe, ev., ∞ 1937 Paula Johanna Nagel, 3 Kinder.

Christian Schneider, gelernter Schmied, war hauptamtlicher Bezirksleiter für Baden im Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands. 1916 wurde er in den Aufsichtsrat des Mieter- und Bauvereins Karlsruhe gewählt und amtierte 1922-1933 als dessen Vorsitzender. Nach der Zerschlagung der Freien Gewerkschaften wurde Schneider, seit 1904 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), am 2. Mai 1933 entlassen. Nach mehreren Monaten der Arbeitslosigkeit hielt er sich in der Zeit des Nationalsozialismus als Einzelhändler für Kolonial- und Schreibwaren über Wasser. Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 verbrachte Schneider zwei Monate im Konzentrationslager Dachau.

Nach Kriegsende stellte er sich für den Wiederaufbau des Mieter- und Bauvereins zur Verfügung und übernahm am 23. Mai 1945 zunächst den Beiratsvorsitz, ab 1946 ein zweites Mal das Amt des Vorsitzenden des Aufsichtsrats (bis 1958). Außerdem amtierte er erneut als Vorsitzender der Eisenbahner-Gewerkschaft im Direktionsbezirk Karlsruhe. Wegen seiner Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus erhielt er 1951 vom Landesamt für Wiedergutmachung eine Entschädigung zugesprochen.

In Grünwinkel wurde 1977 die Christian-Schneider-Straße nach ihm benannt.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 276-1/30069, 480/4065.

Literatur

Stadt Karlsruhe (Hrsg.): Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 66 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); Fritz Ehret: Sozial bauen - Gesund wohnen. 100 Jahre Mieter- und Bauverein Karlsruhe eG, Karlsruhe 1996, S. 44-47, 86-88, 121.