August Rumm, Selbstbildnis, 1922, Privatbesitz, aus: Waltraud Kniss/Volker Hooß: August Rumm 1888-1950, Sonderdruck zum Grötzinger Heimatbrief Nr. 49, in: Grötzinger Heimatbrief 49 (2010), nach S. 56 (S. 1).

August Rumm

Maler, Lehrer, * 10. März 1888 Schwanheim/Gde. Schönbrunn/Rhein-Neckar-Kreis, † 27. Februar 1950 Allemühl/Gde. Schönbrunn/Rhein-Neckar-Kreis, ∞ 1927 Marie Lautermilch, 2 Töchter.

August Rumm, Sohn eines Volksschullehrers, verlor als Dreijähriger seine Mutter und besuchte die Realschule in Bretten, wohin sein Vater versetzt worden war. Trotz Unterstützung seiner künstlerischen Begabung durch den Großvater verbot ihm der Vater eine Malerkarriere und erlaubte lediglich eine Tätigkeit als Zeichenlehrer. Dafür absolvierte Rumm eine Ausbildung zum Volksschullehrer 1904-1907 am Lehrerseminar Karlsruhe. Anschließend arbeitete er kurzzeitig als Lehrer in Ittersbach und Rußheim. Ab 1908 studierte er an der Kunstgewerbeschule Karlsruhe und spezialisierte sich dabei auf das Figurenzeichnen. Nach bestandenem Examen zum Zeichenlehrer (1911) wurde Rumm Meisterschüler von Wilhelm Trübner und unterrichtete 1912-1914 am Lehrerseminar Karlsruhe und später an den Realschulen in Baden-Baden und (Bad) Säckingen.

Um freischaffender Künstler werden zu können, gab Rumm 1918 den Lehrerberuf auf. 1920 unternahm er Studienreisen nach Berlin, Leipzig, Eisenach, Marburg und Zürich. Seit 1925 Mitglied der Grötzinger Künstlerkolonie, stellte er seine Bilder ab Mitte der 1920er-Jahre regelmäßig in Gesamt- und Einzelausstellungen aus. 1928 zog Rumm zusammen mit seiner Frau von Karlsruhe in das Haus des Vaters nach Grötzingen, wohin dieser versetzt worden war. Neben der Malerei betätigte er sich dort auch als Organist in der evangelischen Kirche. Seinen Durchbruch als Künstler hatte Rumm 1929, als sich in Karlsruhe eine Gemeinschaft zur Förderung seiner Kunst bildete und das badische Kultusministerium sein Melanchthon-Bild bzw. die Badische Landesbibliothek ein Portrait von Alfred Mombert erwarben. 1933 nahm Rumm an der zweiten "Kulturellen Kampfwoche" der Nationalsozialisten in Karlsruhe teil. Im gleichen Jahr bezog er mit seiner Familie eine Atelierwohnung beim Durlacher Rittnerthof. Wegen des Zweiten Weltkriegs ging er 1940 zurück in den Odenwald und kaufte in Allemühl ein Anwesen, das er mit seiner Frau auch als Pension betrieb.

1945 wurde die Rummstraße in Grötzingen nach ihm benannt.

René Gilbert 2016

Quelle

http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/buecherverbrennung/karlsruhe1933/4ehrung.de (Zugriff am 11. November 2016, Teilnahme an Kultureller Kampfwoche).

Werk

Heinrich Berl: August Rumm. Ein badischer Maler, 30 Lichtdrucke, Karlsruhe 1925; Blick auf Grötzingen, Lithographie 1928; Schloß Augustenburg, Lithographie 1934 (beide Ortsverwaltung Grötzingen); Martin Luther (Evangelische Kirche Grötzingen); August Rumm, Selbstbildnis 1922, Öl auf Leinwand; Bildnis Marie Rumm, Öl auf Leinwand 1927; Amadea Rumm, Lithographie 1934; Bildnis der Tochter Angelika, Öl auf Leinwand 1948 (alle vier Privatbesitz).

Literatur

Fritz Droop: Eine Kirchenbild-Enthüllung im badisch-fränkischen Bauland. August Rumms Bild "Tut Buße" in der Kirche zu Windischbuch, in: Der Pfeiferturm 7 (1935), Sp. 101-104; Fritz Droop: August Rumm. Eine Skizze seines Werdens und Wirkens, in: Der Pfeiferturm 10 (1935), Sp. 151-156; Waltraud Kniss/Volker Hooß: August Rumm 1888-1950, Sonderdruck zum Grötzinger Heimatbrief Nr. 49, in: Grötzinger Heimatbrief 49 (2010), nach S. 56 (S.1-20).