Philipp Jakob Becker, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS III 66.

Philipp Jakob Becker

Maler, Zeichner, Galeriedirektor, * 15. Juli 1759 Pforzheim, † 13. August 1829 Erlenbad/Gde. Sasbach/Ortenaukreis.

Philipp Jakob Becker erhielt seinen ersten Zeichenunterricht in der Karlsruher Handzeichnungsschule bei Karl Friedrich Autenrieth. Ein Stipendium des badischen Markgrafen Karl Friedrich ermöglichte es ihm, 1777 nach Rom zu gehen und bei Anton Raphael Mengs bzw. nach dessen Tod 1779 bei Anton von Maron weiterführende Studien zur Malerei der Renaissance zu betreiben. Seine dabei angefertigten Zeichnungen von Werken Raffaels, Leonardo da Vincis, Giulio Romanos oder Guido Renis bildeten dabei die Grundlage seines eigenen späteren Unterrichts.

Im Frühjahr 1784 wurde Becker zum badischen Hofmaler ernannt und kehrte im Herbst desselben Jahres nach Karlsruhe zurück. Hier bekam er zunächst die Aufsicht über die markgräfliche Gemäldegalerie übertragen. Im Herbst 1785 wurde er von Markgraf Karl Friedrich mit der Leitung der Zeichenakademie, der ehemaligen Handzeichnungsschule, beauftragt, für die ein Neubau in der Akademiestraße errichtet wurde. Diese Tätigkeit übte er bis zu seinem Tod aus. Zu seinen Schülern gehörten Feodor Iwanowitsch, Sophie Reinhard, Carl Ludwig Frommel und Rudolf Kuntz. 1803 wurde Becker zum ersten Karlsruher Galeriedirektor ernannt.

Während Becker wegen seiner wenigen Ölgemälde von Kunsthistorikern geringes Talent als Maler bescheinigt wird, gilt er als durchaus begabter Zeichner und Kopist. Hierbei werden insbesondere seine in Kreide und Sepia gefertigten Personenstudien hervorgehoben. Eine große Anzahl von Beckers Zeichnungen befindet sich im Bestand des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

René Gilbert 2016

Werk

Bildnis des Markgrafen Friedrich von Baden, Pastell auf Pergament 1788; Selbstbildnis, Öl auf Leinwand um 1800; Burg Rötteln bei Lörrach, Aquarell um 1827; Büste des Perikles mit hohem attischen Helm, im Profil nach links, schwarze/weiße/gelbe Kreide auf Papier; Der Torso von Centocelle, schwarze/weiße Kreide auf Papier (alle Staatliche Kunsthalle Karlsruhe).

Literatur

Alfred Woltmann: Philipp Jacob Becker, in: Badische Biographien Bd. 1, hrsg. von Friedrich von Weech, Heidelberg 1875, S. 59; Alfred Woltmann: Becker, Philipp Jakob, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Bd. 2, Leipzig 1875, S. 227 f.; Rudolf Theilmann/Edith Ammann: Die deutschen Zeichnungen des 19. Jahrhunderts, Bd. 1 Text, Karlsruhe 1978, S. 41-59; Johannes Werner: Der Kalmück – das Leben des badischen Hofmalers Feodor Iwanowisch, Ubstadt-Weiher 2016, S. 15 f.