Josef Mallebrein

Architekt, * 1. Juni 1868 Gernsbach, † 8. Januar 1915 bei Oberburnhaupt/Dép. Haut-Rhin/Frankreich, kath., ∞ 1906 Sophia Bräunig, 1 Sohn, 1 Tochter.

Nach dem Schulbesuch in Baden-Baden, Schwäbisch-Gmünd und Mannheim sowie dem Einjährig-Freiwilligen Militärdienst 1887/88 bei der 4. Kompagnie des ehemaligen Grenadierregiments 110 studierte Josef Mallebrein auf Wunsch seines Vaters, eines Oberamtsrichters, Architektur. 1888/89 war er Student an der Technischen Hochschule Charlottenburg, 1889 bis 1891 an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, an der er bei Josef Durm die Vorprüfung ablegte, sowie 1891/92 an der Technischen Hochschule München. Von 1892 bis 1894 sammelte er als Baukandidat in Baden-Baden und Saarbrücken praktische Erfahrungen, bevor er nach der Staatsprüfung im Juli 1894 als Baupraktikant in den badischen Staatsdienst aufgenommen wurde. Sein Praktikum absolvierte er unter anderem in Mülheim/Ruhr, Heidelberg und Mosbach. Am 25. Juli 1898 wurde er zum Regierungsbaumeister ernannt und der Bezirksbauinspektion Freiburg zugewiesen.

Bereits am 15. April 1899 schied Mallebrein aus dem badischen Staatsdienst aus, um als gleichberechtigter Partner von Hermann Billing, den er in der Karlsruher Burschenschaft Cheruskia kennen gelernt hatte, die Firma Billing & Mallebrein, Atelier für Architektur und Kunstgewerbe zu gründen. Im selben Jahr eröffneten die Partner eine Zweigstelle in Baden-Baden, die sie bereits 1900 wieder aufgaben. Das selbstsüchtige Gebaren Billings, der nicht nur die künstlerische Arbeit, wie Fassadengestaltung und Innendekoration, an sich riss und Mallebrein vor allem die organisatorischen Aufgaben überließ, sondern auch gemeinsame Projekte unter seinem Namen veröffentlichte, veranlasste Mallebrein, sich bereits 1901 nach Freiburg zurückzuziehen, um dort, außerhalb des direkten Einflusses Billings, ein weiteres Zweigbüro, das seit 1903 mit Mallebrein & Billing firmierte, aufzubauen. 1905 beendete Mallebrein endgültig die Geschäftsverbindung mit Billing.

Für die Planung des Großteils der Bauprojekte, die zwischen 1899 und 1905 vom Büro Billing & Mallebrein in Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg und andernorts verwirklicht wurden, zeichnete Billing allein oder in einem beträchtlichen Maße verantwortlich. Mallebrein erstellte nur bei wenigen, vor allem in Freiburg errichteten Bauten, die Pläne, wie bei der Häusergruppe für den Freiburger Bauverein 1903 bis 1905.

Nach der Auflösung der Bürogemeinschaft blieb Mallebrein als freier Architekt in Freiburg tätig und entwarf bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs Anfang August neben Wohnhäusern auch ein Waisenhaus, eine Klinik, ein Bankgebäude, eine Schule, ein Thermalbad und ein Schulhaus. 1903 zum Oberleutnant und 1911 zum Hauptmann befördert, wurde Mallebrein nach Kriegsausbruch einberufen und nahm als Führer der 9. Kompagnie des Landwehr-Infanterieregiments 110 an den Gefechten bei Mülhausen, im Sundgau und bei Sennheim teil. Am 8. Januar 1915 fiel er in der Schlacht bei Oberburnhaupt.

Katja Förster 2020

Literatur

Badische Presse vom 28. Juli 1894; Badische Landeszeitung vom 5. August 1898, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/2965491 (Zugriff am 4. Februar 2022); Hauptmann Josef Mallebrein, http://sundgaufront.j-ehret.com/pdf/Mallebrein.pdf (Zugriff am 2. Mai 2020); Gerhard Kabierske: Der Architekt Hermann Billing (1867-1946). Leben und Werk, Karlsruhe 1996 (= Materialien zu Bauforschung und Baugeschichte Bd. 7).