Karl Bader, Foto aus: Franz Dor: Edle Männer unserer Heimat – schlichte Lebensbilder, Karlsruhe 1920, nach S. 8.

Karl Bader

Ingenieur, Baurat, Publizist, * 9. Dezember 1796 Freiburg i. Br., † 19. Juni 1874 Freiburg i. Br., kath., ∞ 1841 Auguste Fränzinger, 2 Töchter.

Karl Bader, Sohn des Freiburger Stadtphysikus, studierte nach dem Abitur Medizin an der Universität seiner Heimatstadt und betrieb Privatstudien in neueren Sprachen, Geschichte, Mathematik und Naturwissenschaften. Nach Promotion und Staatsexamen 1818 begab sich Bader für weitergehende Studien nach Berlin, wo er wegen Beteiligung an nicht näher bekannten politischen Aktivitäten zwei Jahre im Gefängnis verbrachte. Während seiner Haftzeit reifte in ihm der Entschluss, nicht dem Berufsweg des Vaters zu folgen, sondern Ingenieur zu werden.

Bader studierte daraufhin Ingenieurwesen an der Universität Göttingen und an der Ingenieurschule Paris, wobei er am Bau von Kanälen beteiligt war. Nach Bestehen der Staatsprüfung 1830 und Reisen durch Frankreich, Belgien und die Niederlande wurde Bader 1832 zum Professor der Wasser- und Straßenbaukunde am Karlsruher Polytechnikum ernannt und 1836 Mitglied des Komitees für Eisenbahnen. In letzterer Funktion reiste er im Auftrag der badischen Regierung nach Belgien und England, um dort die Grundlagen des Eisenbahnbaus zu studieren. Als Regierungskommissär beim außerordentlichen Landtag 1838 kam es ihm zu, die Vorlage der Regierung zum Bau der Badischen Hauptbahn zu erläutern. Nach der Verabschiedung des Gesetzes über den Bau der Badischen Hauptbahn wurde Bader zum Baurat und zum Mitglied der Eisenbahndirektion ernannt.

1840 folgte seine Aufnahme in die Oberdirektion des Wasser- und Straßenbaus und die Ernennung zum Direktor der Polytechnikums für fünf Jahre. In dieser Zeit beschäftigte sich Bader jedoch vermehrt mit anderen Dingen, wie dem Aufbau des Karlsruher Feuerwehrwesens oder dem Verfassen politischer Artikel für Zeitungen und Zeitschriften. Dies entfremdete ihn zunehmend vom Hochschulbetrieb, sodass er infolge mehrerer gegen ihn vorgebrachter Beschwerden 1850 pensioniert wurde.

Bader zog daraufhin in seine Geburtsstadt und begann eine umfangreiche publizistische Tätigkeit. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich insbesondere mit Fragen zum Verhältnis von Staat und Kirche in Baden. Als aktiver Katholik schrieb er Broschüren und Abhandlungen, vor allem zum badischen Kirchenstreit in den Historisch-politischen Blättern für das katholische Deutschland, deren Mitarbeiter er bis zu seinem Tod war. Auf Basis seiner militärischen Studien, die er in den 1830er-Jahren nach Anregung des ihm nahe stehenden Markgrafen Wilhelm von Baden betrieben hatte, veröffentlichte er zudem Abhandlungen über das Kriegswesen und die Grenzbefestigungen der badischen Westgrenze. Unter dem Pseudonym Balderich Frank bezog er außerdem Stellung zur allgemeinen politischen Entwicklung, wie dem Ausscheiden Österreichs aus dem Deutschen Bund 1866, das er tief bedauerte, oder der Reichsgründung 1871, die er sehr begrüßte.

René Gilbert 2016

Quelle

KIT-Archiv 28002/821.

Werk

Die katholische Kirche im Großherzogtum Baden, Freiburg 1860; Die Pflichten der Katholiken Deutschlands und Österreichs in ihrer Stellung zu der deutschen Frage und zu der österreichischen Verfassung, Freiburg 1862.

Literatur

Friedrich von Weech: Karl Bader, in: Badische Biographien, Bd. 2, hrsg. von Friedrich von Weech, Heidelberg 1875, S. 549-551, http://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/periodical/structure/246283 (Zugriff am 28. Juli 2016); Franz Dor: Edle Männer unserer Heimat – schlichte Lebensbilder, Karlsruhe 1920, S. 1-15; Karl H. Salzmann: Bader, Karl, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 512 f.