Hans Volker Baschang

Maler, Zeichner, Plastiker, * 15. April 1937 Karlsruhe, † 24. Juni 2017 München, ∞, 1 Tochter, 1 Sohn.

Nach dem Abitur nahm Hans Baschang ein Studium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe auf. Die Professoren HAP Grieshaber und insbesondere Herbert Kitzel sowie der damalige Werkklassenleiter Fritz Klemm wurden für seine Entwicklung prägend. Mit Grieshaber, Kitzel und dem Bildhauer Wilhelm Loth war in Karlsruhe eine künstlerische Position entstanden, die sich zwar mit den aktuellen Strömungen Informel, Art Brut und Amerikanischer Expressionismus auseinandersetzte, dabei aber die figurative Darstellung nicht aufgab. Sie und ihre Schüler Baschang, Horst Antes, Dieter Krieg, Heinz Schanz, Walter Stöhrer und andere wurden Vertreter einer Neuen Figuration, die nach der Propaganda-Malerei des Dritten Reiches überhaupt erst figurative Malerei wieder möglich machte.

Baschang begann seine Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper im Medium der Malerei, wobei seine Farbgebung durch die Beimischung von Weiß von Anfang an sehr licht war. Die Figurenbilder der 1960er-Jahre werden von einem orthogonalen System bestimmt, in das sich die Figuren, zum Teil wie zerlegte Gliederpuppen, einordnen. Der kontinuierliche Prozess des Abstrahierens von Farbe und Form führte ihn schließlich zum schöpferischen Ursprung der Zeichnung. Voraussetzungslos entsprangen dem zeichnenden Stift gerade und kreisende Linien, deren Bündelungen und Schraffuren immer wieder organische und stereometrische Körperformen entstehen ließen. Das frühe Ringen um die Figur festigte sich in Baschang so sehr, dass sie sich trotz der Rückführung auf den bloßen schöpferischen Prozess in seinen Zeichnungen stets manifestierte.

Bereits 1962 erhielt Baschang ein Stipendium an der Académie des Beaux Arts in Paris, gefolgt vom Villa-Romana-Preis in Florenz 1966 und dem Stipendium der Villa Massimo in Rom 1970. Nach Lehraufträgen an der Pforzheimer Fachhochschule für Gestaltung 1971 und 1974 und an der Karlsruher Kunstakademie 1972/73 war er von 1975-2002 Professor für Malerei und Grafik an der Akademie der bildenden Künste München.

Katja Förster 2020

Literatur

HAP Grieshaber und die Neue Figuration. Horst Antes, Hans Baschang, Dieter Krieg, Heinz Schanz, Walter Stöhrer, Else Winnewisser, hrsg. von Jürgen Knubben, Freiburg i. Br. 2009; Katja Förster: Die Geschichte der Villa Massimo und einige ihrer Stipendiaten und Ehrengäste, in: Villa Massimo Rom. Künstler der Galerie Alfred Knecht, hrsg. von der Galerie Alfred Knecht anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Rahmen der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2008; Hans Baschang Zeichnungen. Mit Texten von Lothar Romain, Klaus Gallwitz und Wieland Schmied, hrsg. vom Kunstverein Offenburg-Mittelbaden, Offenburg 2000.