Geplantes Gauforum beim Festplatz, Entwurf Carl Peter Pflästerer 1940, Stadtarchiv Karlsruhe 7/Nl Plästerer P191.

Gauhauptstadt

Mit der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde Karlsruhe die Hauptstadt des am 25. März 1925 von Gauleiter Robert Wagner gegründeten NSDAP-Gaus Baden. Die Stadt nannte sich seit 1934 Gau- und Grenzlandhauptstadt. Wie andere Gauhauptstädte sollte sie nach den Vorstellungen der neuen Machthaber mit pompösen Bauwerken und Plätzen ausgebaut werden, die Stärke und Macht demonstrieren sollten. Der Stadtplaner Carl Peter Pflästerer, der bereits 1936 erste Entwürfe fertigte, erhielt 1937 den Auftrag, diesen Ausbau der Stadt zu planen. Alle Planungen waren aber hinfällig, als Robert Wagner nach der Niederlage Frankreichs im Juni 1940 beschloss, die Hauptstadt nach Straßburg in das wieder annektierte Elsass zu verlegen. Aber auch diese Pläne wurden nur ansatzweise realisiert, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren außer den Parteidienststellen nur wenige Behörden nach Straßburg umgezogen.

Ernst Otto Bräunche 2015

Literatur

Ernst Otto Bräunche: Gauhauptstadt auf Widerruf - Karlsruhe im Zweiten Weltkrieg, in: NS-Kulturpolitik und Gesellschaft am Oberrhein 1940 - 1945, hrsg. von Konrad Krimm, Ostfildern 2013, S. 81-95 (= Oberrheinische Studien Bd. 27); ders.: Die Gauhauptstadt Karlsruhe, in: Atlas Karlsruhe. 300 Jahre Stadtgeschichte in Karten und Bildern, hrsg. von Ernst Otto Bräunche/Karoline Kramer/Peter Ludäscher/Dorothea Wiktorin/Angelika Zibat, Köln 2014, S. 62-65.