Gruppenbild des Bürgervereins Durlach beim Ausflug in den Schwarzwald, 27. August 1933, Pfinzgaumuseum U II 35.

Bürgergemeinschaft Durlach und Aue e. V.

Am 6. März 1892 gründete eine Kommission von Durlacher Bürgern in der Brauerei Eglau den Gemeinde-Bürgerverein. Er war kurze Zeit später mit 300 Beitrittserklärungen der größte Verein Durlachs und sollte die Interessen der Gemeindebürger vertreten, die durch die Auflösung der Allmende mehr und mehr Einfluss verloren. In der Welle von Vereinsgründungen waren in Deutschland zum Ende des 19. Jahrhunderts vielfach Bürgervereine entstanden, die meist kulturell-historische Bezüge aufwiesen oder bisweilen aus Verschönerungsvereinen hervorgingen. Während des Nationalsozialismus wurde der Verein 1938 aufgelöst und erst 1955 auf Betreiben von Stadtamtsleiter Jean Ritzert als Bürgergemeinschaft Durlach und Aue gegründet. Erster Vorsitzender war Paul Hugo Jahn.

Weiterhin waren Ziel und Zweck die Förderung und Wahrung der Interessen des Stadtteils Durlach mit Aue. Dazu gehört die Vertretung der Bürgerschaft des Stadtteils Durlach gegenüber der Stadtverwaltung Karlsruhe in Zusammenarbeit mit den Durlacher Stadträten. Die Bürgergemeinschaft machte sich für den Bau einer Umgehungsstraße ebenso stark wie für den Plan, Ersatz für das zerstörte Restaurant Friedrichshöhe zu bauen, eine Fördergemeinschaft für das Pfinzgaumuseum zu gründen, die Schulraumnot zu beseitigen oder für die Einführung der Ortschaftsratsverfassung zu plädieren. Ziel des Vereins sind neben der Heimatpflege die Beschäftigung mit Umwelt, Verkehr, Kultur und Geschichte sowie die Stadtentwicklung. Veranstaltet werden Bürgerstammtische, Bürgerforen und Kleinkünstlerausstellungen. Der Verein gehört der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgervereine e. V. an. 1988 bildete sich die Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung e. V. als eigenständiger Bürgerverein des Stadtteils Durlach.

Anke Mührenberg 2012

Quelle

Bürgergemeinschaft Durlach und Aue 1892 e. V.: 110 Jahre Bürgergemeinschaft Durlach und Aue e. V. 1892-2002, Karlsruhe-Durlach 2002.