Glasfenster der neuen Kirche St. Konrad von Franz Dewald, 13. November 1958, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A5/135/2/15.

St. Konrad

Aufgrund des Bevölkerungswachstums im nördlichen Teil von Mühlburg wurde am 10. Juni 1923 von der Mühlburger Pfarrei St. Peter und Paul die Pfarrkuratie St. Konrad abgezweigt. Als Notkirche diente der Kuratie, die anfangs 786 Katholiken zählte, das Offizierskasino der ehemaligen Telegrafenkaserne in der Hertzstraße, ab 1936/37 ein Raum in einer ehemaligen Druckerei im Hinterhaus der Kärcherstraße 1 und ab 1946 der während des Zweiten Weltkriegs an die ehemalige Telegrafenkaserne angebaute Festsaal.

In der Zeit des Wiederaufbaus und des Wirtschaftswachstums stieg die Zahl der Katholiken in der Pfarrgemeinde St. Konrad auf rund 6.000 an, so dass der Bau einer Kirche mit etwa 650 Sitz- und 350 Stehplätzen notwendig wurde. Am 12. Mai 1956 wurden die Baupläne des Architekten Werner Groh, der für den Wiederaufbau von St. Stephan (1951-1955) und St. Peter und Paul in Mühlburg (1954/55) verantwortlich gezeichnet hatte, genehmigt. Am 13. Juni 1956 konnte nach fast zweijährigen Verhandlungen endlich der Bauplatz an der Hertzstraße unmittelbar neben der ehemaligen Telegrafenkaserne in Erbbauvertrag erworben werden.

Am 15. Juli 1956 erfolgte der erste Spatenstich durch Pfarrkurat Rudolf Hirsch, am 30. September 1956 die Grundsteinlegung und am 25. März 1957 das Richtfest. Ein halbes Jahr zuvor, am 1. September 1956, war die Pfarrkuratie St. Konrad zu einer selbständigen Pfarrei erhoben worden. Nachdem Ende November 1957 der aus schwarzem Klagenfurter Marmor angefertigte Hochaltar aufgestellt war, konnte am 15. Dezember 1957 die Konsekration von St. Konrad stattfinden. Tags zuvor waren ihre fünf Glocken in der Glockengießerei der Gebrüder Bachert gegossen worden, die am Dreikönigsfest 1958 feierlich geweiht und in den nachfolgenden Tagen in dem 32 Meter hohen Glockenturm angebracht wurden. Der 48-teilige Glasfensterzyklus mit Symbolen des Lobpreises der Schöpfung und Propheten des Alten und Aposteln des Neuen Testaments, den die Gemeinde bei dem Grötzinger Künstler Franz Dewald in Auftrag gegeben hatte, war im November 1958 montiert. Aus Kostengründen erhielt das Gotteshaus erst 1964 eine von der Überlinger Firma Xaver Mönch und Söhne angefertigte Orgel (Weihe: 8. März 1964).

Im November 1966 wurde der Bildhauer Frido Lehr mit der Ausführung eines Kreuzweges beauftragt, der am 2. April 1968 geweiht wurde. Infolge zu starker Turmschwingungen musste das Glockengeläut 1970 eingestellt, der Turm saniert und die Zahl der Glocken auf vier reduziert werden. Seit einer erneuten Instandsetzung des Turms 2003 läuten seit Weihnachten 2003 wieder alle fünf Glocken. 2003/04 erfolgte die Sanierung der Außenfassade und 2005 die Umgestaltung des Kirchplatzes.

Katja Förster 2013

Literatur

Aus der Geschichte der Pfarrei St. Konrad 1913-2007. Anlässlich des 50. Weihejubiläums der St. Konrad-Kirche, Karlsruhe 2007; http://www.sanktkonrad-heiligkreuz.de/html/sankt_konrad.html (Zugriff am 9. Februar 2013; Jürgen Krüger: Kirchen in Karlsruhe und die Synagoge, hrsg. von Günter Frank u. a., Ubstadt-Weiher 2015, S. 138 f.