Sophie-Scholl-Realschule, Bildarchiv Bürgerverein Oberreut.

Sophie-Scholl-Realschule

Die Sophie-Scholl-Realschule, eine von neun öffentlichen Realschulen in Karlsruhe, wird aufgrund ihrer gelben Fassade umgangssprachlich auch Gelbe Schule genannt. Sie befindet sich im Nordwesten von Oberreut nördlich der Kreuzung von Schwimmschul- und Joachim-Kurzaj-Weg. Ihr Bau geht auf eine Empfehlung des städtischen Planungsausschusses zurück, der Ende der 1960er-Jahre dem Gemeinderat vorschlug, ein Bildungszentrum, bestehend aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium, im Südwesten der Stadt zu errichten. Als Standort wurde wegen des guten Einzugsgebiets ein Waldstück an der Grenze zu Grünwinkel (Heidenstückersiedlung) ausgewählt. Diesem Plan stimmte das Oberschulamt im Oktober 1971 zu.

Der Bau des Bildungszentrums sollte in drei Abschnitten erfolgen und begann im April 1976. Im August 1978 wurden die Arbeiten zum ersten Bauabschnitt mit den Verwaltungsräumen, 24 Klassen- und 12 Fachräumen sowie einer Sporthalle und einer Hausmeisterwohnung abgeschlossen. So konnte zum Schuljahresbeginn 1978/79 das Bildungszentrum mit der Hauptschule Oberreut und der neuen Realschule Oberreut eröffnet werden. Die dabei auf die Realschule wechselnden Schülerinnen und Schüler kamen aus sieben Grundschulen. Im Sommer 1980 wurde mit der Fertigstellung der Aula, der Werkräume, dem Musiksaal, dem Sprachlabor und dem Seminarraum der zweite Bauabschnitt eingeweiht.

Die seit Mitte der 1960er-Jahre stetig fallende Geburtenrate ließ die Stadtverwaltung kurze Zeit später allerdings zu dem Entschluss kommen, den geplanten dritten Bauabschnitt mit Gymnasium, Mensa und einer zweiten Sporthalle nicht umzusetzen. Infolgedessen erhielt das Bildungszentrum den Namen Schulzentrum Südwest. Dieser Umstand änderte freilich nichts daran, dass die Realschule Oberreut im Schuljahr 1982/83 mit 29 Klassen und 755 Schülerinnen und Schülern (Eröffnung 1978: 12 Klassen, 330 Schüler) zur größten Realschule in Karlsruhe aufstieg. Ihr Einzugsbereich wurde anschließend jedoch verkleinert, sodass die Schülerzahl in den folgenden Jahren kontinuierlich abnahm. Dabei stellte das Schuljahr 1987/88 den schüler- und klassenärmsten Jahrgang in der Geschichte der Schule mit nur noch 334 Schülerinnen und Schülern dar. Im Schuljahr 1982/83 kam es außerdem zur Rückverlegung der Hauptschule an ihren ursprünglichen Standort im Zentrum Oberreuts und gleichzeitig zum Bezug der frei gewordenen Räume durch die Engelbert-Bohn-Schule, eine kaufmännische Berufsschule.

Auf Antrag der Schulkonferenz beschloss der Karlsruher Gemeinderat im Mai 1987 die Realschule Oberreut in Sophie-Scholl-Realschule umzubenennen. Die Namensgebung setzt eine für den Stadtteil kennzeichnende Tradition fort, überwiegende Teil der Straßen und Plätze nach Personen zu benennen, die aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet haben.

2004 wurden die Werte, die Sophie Scholl verkörperte, zum Leitbild der Schule erhoben. 2014 besuchten 430 Kinder und Jugendliche, die mehrheitlich aus den angrenzenden Stadtteilen kommen, die Sophie-Scholl-Realschule.

René Gilbert 2015

Literatur

Sophie-Scholl-Realschule (Hrsg.): 10 Jahre Sophie-Scholl-Realschule – Realschule Oberreut, Karlsruhe 1988; Bertold Kunz: Aus der Schulgeschichte, in: Bürgerverein Grünwinkel (Hrsg.): Grünwinkel – Gutshof, Gemeinde, Stadtteil, Karlsruhe 2009, S. 386-402, hier S. 400-402; Bürgerverein Oberreut (Hrsg.): 50 Jahre Oberreut 1964-2014, Karlsruhe 2014, S. 17, 21, 84 f.; Homepage der Sophie-Scholl-Realschule: http://www.ssr-ka.de/SSR/ (Zugriff am 2. Dezember 2015).