Schaufenster der "AZ Badische Abendzeitung" in der Waldstraße 28,1950, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A1/45/3/14.

AZ Badische Abendzeitung

Zu den nach 1945 in Karlsruhe neu gegründeten Zeitungen gehört die sozialdemokratische Parteizeitung AZ, Nachfolgeblatt des 1933 von den Nationalsozialisten verbotenen Volksfreunds. Sie erschien mit wechselnden Untertiteln - Badische Abendzeitung - Badische Allgemeine Zeitung – Allgemeine Zeitung für Karlsruhe und Mittelbaden, vom Januar 1949 bis zum 30. Juni 1967 im ehemaligen Verlagsgebäude des Volksfreunds in der Waldstraße 28.

Die AZ Badische Abend-Zeitung, Untertitel Heimatzeitung für Stadt und Lands, betonte in der Werbenummer vom 23. Juli, dass sie "ohne Lizenz und ohne Monopol" die Zeitung des "kleinen Mannes" sein wolle. Das politische Programm der Zeit sei, "die Vereinigung des deutschen Südwestens zu einem Staat ohne Rücksicht auf Zonengrenzen; die Bejahung der westdeutschen Bundesrepublik, so lange die östliche Diktatur die Vereinigung ganz Deutschlands zu einem demokratischen Staat unmöglich macht, und das Eintreten für die sozial schwächeren Schichten, also für Arbeitnehmer, Sozialrentner, Flüchtlinge und kleine Selbständige in Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft."

Aus wirtschaftlichen Gründen wurde sie im Zuge des Konzentrationsprozesses der Karlsruher Presselandschaft, an dessen Ende die Monopolstellung der Badischen Neuesten Nachrichten stand, eingestellt. In der letzten Ausgabe vom 30. Juni 1967 weist die Redaktion darauf hin, dass der AZ aufgrund der späten Lizensierung durch die amerikanische Besatzungsmacht nach dem Zweiten Weltkrieg ein nicht mehr aufzuholender Wettbewerbsnachteil entstanden sei.

Ernst Otto Bräunche 2016

Quelle

StadtAK 8/Ze 21.