Ansicht des alten Schlachthauses bzw. des sogenannten Mauerlochs, 1918, Pfinzgaumuseum Durlach U I 279.
An der Stadtmauer mit Blick nach Osten, um 1935, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIIIb 6.

An der Stadtmauer

An der Stadtmauer verbindet im Karlsruher Stadtteil Durlach die Bienleinstor-/Zunftstraße mit der Ochsentorstraße und erhielt ihren Namen 1938 nach der Eingemeindung. Vorherige Namen waren zum Beispiel Mauerloch (1555) und Schlachthausstraße (1906).

Die erste Stadtmauer Durlachs entstand im 13. Jahrhundert. Die hier angrenzenden Teile der Stadtmauer sind rund 200 Jahre jünger.

In der Straße stehen die Häuser mit den Nummern 1, 5, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29 unter Denkmalschutz. Sie stammen überwiegend aus dem 18. Jahrhundert und haben teilweise die Arkadenbögen der Stadtmauer in ihren Bau inkorporiert, so die Häuser Nummer 9, 11, 13 15, 17 und 19.

Haus Nummer 10, das Alte Schlachthaus, wurde 1574 errichtet und nach der Zerstörung im 30jährigen Krieg 1659-1664 wieder aufgebaut. Das Innere des Erdgeschosses ist als sechsteilige Halle mit auf zwei Pfeilern ruhenden Kreuzgewölben angelegt. Renaissance-Fragmente des ursprünglichen Baus sind erhalten. Das Obergeschoss wurde 1689 zerstört und erst 1749 erneuert. Im oberen Stockwerk gab es Wohnungen für Viehhirten. Das Schlachthaus war bis 1938 in Betrieb. Die Bruchsteinmauer an der Straße steht in Zusammenhang mit dem Schlachthaus (heute auch zu den Grundstücken An der Stadtmauer 6 und 8 gehörig). Auf dem Anwesen wurde ein historischer Brunnen gefunden.

Alfred Becher 2018

Quellen

Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 50 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/index.php?suchstring=An+der+Stadtmauer&Suche+starten=Suche+starten (Zugriff am 2. Februar 2018).