Die Entwicklung der Stadtgemarkung Karlsruhe von der Stadtgründung bis heute, Bild aus: Manfred Koch: Karlsruher Chronik, Karlsruhe 1992, S. 253.
Wechsel des Ortsschilds bei der Eingemeindung von Grötzingen zum 1. Januar 1974, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A27/27/5/28.

Eingemeindungen

Karlsruhe hatte von seiner Gründung an eine kleine Gemarkung von nur 154 Hektar. Diese wuchs auf gerade einmal knapp 785 Hektar im Jahr 1885 durch Erweiterungen vor allem auf Kosten des herr­schaftlichen Grundbesitzes und der Nachbargemeinde Beiertheim. 1812 wurde das im Anschluss an die Residenz entstandene Klein-Karlsruhe (Dörfle) eingemeindet. Erst seit 1885, verstärkt dann im 20. Jahrhundert, folgten weitere Eingemeindungen benachbarter Orte.

Bis zum Ende des Kaiserreichs waren dies Mühlburg (1886), Beiertheim, Rintheim, Rüppurr (alle 1907), Grünwinkel (1909) und Daxlanden (1910). Der einzigen Eingemeindung der Weimarer Republik von Bulach (1929) folgten im so genannten Dritten Reich Knielingen (1935) sowie Durlach und Hagsfeld (beide 1938). Nach dem Zweiten Weltkrieg waren weitere Eingemeindungen zunächst kein Thema. Man musste sich im Gegenteil mit Ausgemeindungsbe­strebungen in Durlach und Knielingen auseinandersetzen. Erst in den 1970er-Jahren folgten im Zuge der baden-württembergischen Gebietsreform Hohenwettersbach und Stupferich (beide 1972), Wolfartsweier (1973), Grötzingen (1974), Grünwettersbach, Neureut und Palmbach (alle 1975).

Wurden die Eingemeindungen bis 1929 alle einvernehmlich herbeigeführt, gab es schon in Knielingen und dann vor allem in Durlach Widerstand gegen die von Gauleiter Robert Wagner angeordneten Zwangseingemeindungen. Hartnäckigen Widerstand leistete bis zu einer Klage beim Staatsgerichtshof auch Neureut. 2015 hat Karlsruhe eine Gesamtfläche von 17.343 ha.

Ernst Otto Bräunche 2015

Literatur

Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992, S. 252-255 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14); Susanne Asche/Ernst Otto Bräunche/Manfred Koch/Heinz Schmitt/Christina Wagner: Karlsruhe - Die Stadtgeschichte, Karlsruhe 1998.