Luftbild von Oberreut mit Blick nach Westen, von links unten nach rechts oben führend die Bernhard-Lichtenberg-Straße, 1996, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Worch 226.

Bernhard-Lichtenberg-Straße

Die Bernhard-Lichtenberg-Straße im Karlsruher Stadtteil Oberreut beginnt an der Otto-Wels-Straße im Stadtviertel Waldlage und verläuft über die Grünanlage zum Stadtviertel Feldlage. Dort kreuzt sie die Edith-Stein-Straße, Eva-Maria-Buch-Straße, Maria-Terwiel-Straße, Elisabeth-von-Thadden-Straße und endet an der Wilhelm-Leuschner-Straße bzw. am Badeniaplatz. Sie ist bebaut mit querstehenden Reihenhausanlagen und dreistöckigen Wohnblocks.

1979 wurde sie nach dem katholischen Priester Bernhard Lichtenberg (3. Dezember 1875 – 5. November 1943) benannt, der Domprobst der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus war. In seiner Kirche wurde öffentlich für die verfolgten Juden gebetet. Dafür musste er für zwei Jahre ins Gefängnis und starb auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau. Die Straße gehört zu einem kleinen Namensfeld von Straßen, die nach Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus benannt wurden.

Das Ökumenische Gemeindezentrum Oberreut (Hausnummern 44, 46, 48) beherbergt, verbunden durch einen gemeinsamen Vorraum, drei Kirchen: Die Evangelische Versöhnungsgemeinde, die Katholische Gemeinde St. Thomas Morus und die Russisch-Orthodoxe Kirche der Gemeinde des Heiligen Johannes von Shanghai.

Südlich der Straße steht ein Wegkreuz, das 1878 von einem Bulacher Ehepaar gestiftet worden ist. Es ist ein Kruzifixus mit der Muttergottes auf einem Postament mit Inschrift. Beide Figuren wurden in den 1980er-Jahren durch Vandalismus zerstört und durch eine zugehörige Bronzetafel der Kirchengemeinde zum Mahnmal gegen die menschliche Zerstörungswut gestaltet.

Alfred Becher 2018

Quellen

Straßennamen in Karlsruhe, Karlsruhe 1994, S. 57 (= Karlsruher Beiträge Nr. 7); https://web1.karlsruhe.de/db/kulturdenkmale/detail.php?id=02297 (Zugriff am 27. September 2018).