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Der nur 900 Quadratmeter kleine Fasanenplatz wurde bereits 1808 als Standort für ein Kirchen- und Schulhaus für die Tagelöhnersiedlung <lex id="ort-0117">Dörfle</lex> von <lex id="bio-0241">Friedrich Weinbrenner</lex> geplant. Damals war die <lex id="ereig-0214">Eingemeindung</lex> von Klein-Karlsruhe, wie das Dörfle offiziell genannt wurde, bereits absehbar, konnte aber erst nach langwierigen Verhandlungen vier Jahre später vollzogen werden. Weinbrenner wollte dem Karlsruher <lex id="top-0076">Straßenfächer</lex> durch rechtwinklig verlaufende Ausfallstraßen einen Rahmen geben und plante auch den Verlauf der <lex id="top-0732">Fasanenstraße</lex> parallel zur <lex id="top-1485">Karlstraße</lex> vom <lex id="top-0730">Fasanengarten</lex> bis zur damaligen Durlacher Straße. Weder sein Neubau auf dem kleinen Platz noch der geradlinige Verlauf der Straße wurden nach seinem Tod 1826 noch realisiert. |
Der nur 900 Quadratmeter kleine Fasanenplatz wurde bereits 1808 als Standort für ein Kirchen- und Schulhaus für die Tagelöhnersiedlung <lex id="ort-0117">Dörfle</lex> von <lex id="bio-0241">Friedrich Weinbrenner</lex> geplant. Damals war die <lex id="ereig-0214">Eingemeindung</lex> von Klein-Karlsruhe, wie das Dörfle offiziell genannt wurde, bereits absehbar, konnte aber erst nach langwierigen Verhandlungen vier Jahre später vollzogen werden. Weinbrenner wollte dem Karlsruher <lex id="top-0076">Straßenfächer</lex> durch rechtwinklig verlaufende Ausfallstraßen einen Rahmen geben und plante auch den Verlauf der <lex id="top-0732">Fasanenstraße</lex> parallel zur <lex id="top-1485">Karlstraße</lex> vom <lex id="top-0730">Fasanengarten</lex> bis zur damaligen <lex id="top-1431">Durlacher Straße</lex>. Weder sein Neubau auf dem kleinen Platz noch der geradlinige Verlauf der Straße wurden nach seinem Tod 1826 noch realisiert. |
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Das Dörfle bekam die <lex id="ins-1247">Kleine Kirche</lex> der Reformierten für den Gottesdienst, nachdem diese sich mit den Lutheranern zur <lex id="ereig-0288">Evangelischen Landeskirche</lex> zusammengeschlossen hatten und der Fasanenplatz blieb frei. Die Fasanenstraße wurde keine Ausfallstraße, sondern blieb in der nach und nach erfolgten Bebauung des Platzes stecken bzw. knickte später in Richtung <lex id="top-3129">Waldhornplatz</lex> ab. Da in diesem Bereich auch der Straßendurchbruch der <lex id="top-3021">Zähringerstraße</lex> in Richtung des <lex id="top-0567">Durlacher Tors</lex> wegen unklarer Besitzverhältnisse der Grundstücke noch längst nicht vollendet war, zog sich die Umsetzung der Platzbebauung fast endlos hin und konnte erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert vollständig realisiert werden. Immerhin richtete sich die Gestaltung der Häuser immer noch nach der Bauordnung Weinbrenners und diese geben daher bis heute ein harmonisches Erscheinungsbild ab. |
Das Dörfle bekam die <lex id="ins-1247">Kleine Kirche</lex> der Reformierten für den Gottesdienst, nachdem diese sich mit den Lutheranern zur <lex id="ereig-0288">Evangelischen Landeskirche</lex> zusammengeschlossen hatten und der Fasanenplatz blieb frei. Die Fasanenstraße wurde keine Ausfallstraße, sondern blieb in der nach und nach erfolgten Bebauung des Platzes stecken bzw. knickte später in Richtung <lex id="top-3129">Waldhornplatz</lex> ab. Da in diesem Bereich auch der Straßendurchbruch der <lex id="top-3021">Zähringerstraße</lex> in Richtung des <lex id="top-0567">Durlacher Tors</lex> wegen unklarer Besitzverhältnisse der Grundstücke noch längst nicht vollendet war, zog sich die Umsetzung der Platzbebauung fast endlos hin und konnte erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert vollständig realisiert werden. Immerhin richtete sich die Gestaltung der Häuser immer noch nach der Bauordnung Weinbrenners und diese geben daher bis heute ein harmonisches Erscheinungsbild ab. |
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Aktuelle Version vom 8. Januar 2025, 11:21 Uhr
Fasanenplatz
Der nur 900 Quadratmeter kleine Fasanenplatz wurde bereits 1808 als Standort für ein Kirchen- und Schulhaus für die Tagelöhnersiedlung Dörfle von Friedrich Weinbrenner geplant. Damals war die Eingemeindung von Klein-Karlsruhe, wie das Dörfle offiziell genannt wurde, bereits absehbar, konnte aber erst nach langwierigen Verhandlungen vier Jahre später vollzogen werden. Weinbrenner wollte dem Karlsruher Straßenfächer durch rechtwinklig verlaufende Ausfallstraßen einen Rahmen geben und plante auch den Verlauf der Fasanenstraße parallel zur Karlstraße vom Fasanengarten bis zur damaligen Durlacher Straße. Weder sein Neubau auf dem kleinen Platz noch der geradlinige Verlauf der Straße wurden nach seinem Tod 1826 noch realisiert.
Das Dörfle bekam die Kleine Kirche der Reformierten für den Gottesdienst, nachdem diese sich mit den Lutheranern zur Evangelischen Landeskirche zusammengeschlossen hatten und der Fasanenplatz blieb frei. Die Fasanenstraße wurde keine Ausfallstraße, sondern blieb in der nach und nach erfolgten Bebauung des Platzes stecken bzw. knickte später in Richtung Waldhornplatz ab. Da in diesem Bereich auch der Straßendurchbruch der Zähringerstraße in Richtung des Durlacher Tors wegen unklarer Besitzverhältnisse der Grundstücke noch längst nicht vollendet war, zog sich die Umsetzung der Platzbebauung fast endlos hin und konnte erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert vollständig realisiert werden. Immerhin richtete sich die Gestaltung der Häuser immer noch nach der Bauordnung Weinbrenners und diese geben daher bis heute ein harmonisches Erscheinungsbild ab.
Mit dem Wiener und dem Zähringer Hof entstanden dort gediegene gastronomische Betriebe und auch sonst wurde der Platz zunächst durch das bürgerliche Milieu der Handwerksmeister, Geschäftsinhaber und Wirte geprägt, die sich hier niederließen. Durch Zuzug von Industriearbeiterschaft ins Dörfle mit oftmals kinderreichen Familien wurde dieser Idylle aber bald ein Ende gesetzt. Der Fasanenplatz wurde 1912 zum Spielplatz umgebaut und war bereits vorher von zahlreichen ballspielenden und tollenden Kindern frequentiert, was zu ständigen Konflikten mit den dortigen Bewohnern führte. Maßnahmen der Stadtverwaltung mit einer steinernen Einfriedigung und Bepflanzung der Platzanlage mit Bäumen in den 1920er-Jahren brachten nur wenig Abhilfe vor den Belästigungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Platz noch unattraktiver, als man ihn im Zuge der Altstadtsanierung zum Parkplatz umfunktionierte. Nach dem Beschluss, in diesem Bereich des Dörfles eine Objektsanierung durchzuführen, wurde der Fasanenplatz aber wieder erheblich aufgewertet. Seit 1977 wurden die Fassaden der Randbebauung restauriert bzw. nicht mehr restaurierbare Bausubstanz durch Neubau rekonstruiert. Restaurants und Cafés wurden neu angesiedelt oder neu belebt und bis vor wenigen Jahren begrenzte ein Altenwohnheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Platzanlage, das nun nach einem Umbau Wohnungen beherbergt. In der Mitte laden eine üppige Bepflanzung und Bänke zum Verweilen ein. Die alten Kastanien und eine Litfaßsäule mit einem historischen Helm erinnern noch an die alte Platzmöblierung.
Literatur
Peter Pretsch: Fasanenplatz, in: Stadtplätze in Karlsruhe, hrsg. v. Manfred Koch, Karlsruhe 2003, S. 202-205 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 26).