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De:Lexikon:bio-0537: Unterschied zwischen den Versionen

 
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<div style="text-align:right;">''Manfred Koch 2014''</div>
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==Quelle==
GLA 309/6160-6161.


==Literatur==
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Aktuelle Version vom 29. Dezember 2025, 18:58 Uhr


Herbert Linder: Von der NSDAP zur SPD. Der politische Lebensweg des Dr. Helmuth Klotz (1894-1943), Konstanz 1995, S. 20.

Helmuth Klotz

Offizier, Schriftsteller, NS-Opfer, * 30. Oktober 1894 Freiburg i. Br., † 3. Februar 1942 Berlin-Plötzensee, ev., ∞ 1. 1912-1918 Johanna Korff-Krokisius, 2. 1921-1931 Johanna Korff-Krokisius, 2 Kinder, 3. 1931 Maria von Bechtold.

Nach der Versetzung des Vaters, eines badischen Verwaltungsjuristen, nach Karlsruhe legte Helmuth Klotz an der Helmholtzschule 1912 das Abitur ab, ging dann zur Marine und wurde im Ersten Weltkrieg hochdekorierter Seeoffizier und Marineflieger. 1918-1921 studierte er in Rostock, Freiburg und Frankfurt a. M., wo er 1921 promoviert wurde, Staatswissenschaften. Nach ersten politischen Erfahrungen mit der Deutschvölkischen Freiheitspartei in Frankfurt schloss er sich Hitler und dessen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei NSDAP an und übernahm 1922 in Nürnberg die Führung der Sturmabteilung (SA), beteiligte sich 1923 am „Marsch auf die Feldherrnhalle“ in München und war mit Hitler in Landsberg inhaftiert. Dort geführten programmatischen Auseinandersetzungen folgte 1924 der endgültige Bruch mit dem Nationalsozialismus, für den er noch 1924 in der Verbotszeit der NSDAP für den Völkisch-Sozialen Block bei der Reichstwagswahl in Baden kandidiert hatte. Den anschließenden Machtkampf innerhalb der völkischen Bewegung verlor er und zog nach Frankfurt.

1929 begann er sich als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) mittels Broschüren und der Herausgabe einer „Antifaschistischen Pressekonferenz“ aktiv im Kampf gegen die NSDAP zu engagieren. Nach der Machtübertragung auf die NSDAP floh Klotz mit seiner Frau über Prag nach Paris. Hier setzte er seinen Kampf gegen die Nazis durch gut informierte Berichterstattung über die Aufrüstung und Kriegsvorbereitung durch Hitler in der Emigrantenzeitung „Deutsche Freiheit“ fort. Auf Seiten der Republikaner beteiligte er sich am Spanischen Bürgerkrieg unter anderem als Kriegsberichterstatter. An den erfolglosen Versuchen 1938 in Paris, die Volksfront der Arbeiterparteien neu zu beleben, war er beteiligt.

Nach der Einnahme Frankreichs durch deutsche Truppen wurde Helmuth Klotz Anfang Juli 1940 in Paris verhaftet und unter anderem in das KZ Sachenhausen überstellt. Vom Volksgerichtshof Ende 1942 zum Tode verurteilt wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Manfred Koch 2014

Quelle

GLA 309/6160-6161.

Literatur

Herbert Linder: Von der NSDAP zur SPD. Der politische Lebensweg des Dr. Helmuth Klotz (1894-1943), Konstanz 1995 (= Karlsruher Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus Bd. 3).