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De:Lexikon:ins-1949: Unterschied zwischen den Versionen

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Der <lex id="ereig-0111">Machtübertragung</lex> auf die <lex id="ins-0324">Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)</lex> mit der Ernennung <lex id="bio-0043">Adolf Hitlers</lex> zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 folgte nach der nur noch mit Einschränkungen letzten demokratischen <lex id="ereig-0289">Reichstagswahl</lex> am 5. März rasch die Ausschaltung der Gegner und die Gleichschaltung von Gesellschaft und Staat im Sinne der <lex id="ereig-0016">NS-Ideologie</lex>. Träger und Verbreiter der NS-Ideologie waren die Partei und ihre Gliederungen, die alle ihren Sitz in der <lex id="ereig-0107">Gauhauptstadt</lex> Karlsruhe hatten. Zu Beginn waren dies außer der Gauleitung mit 18 Abteilungen, die Kreisleitung mit 13 Abteilungen, die <lex id="ins-1941">Sturmabteilung (SA)</lex> mit elf Untergliederungen, die <lex id="ins-1942">Schutzstaffeln (SS)</lex> mit vier Gliederungen, die <lex id="ins-1948">Hitlerjugend (HJ)</lex> und die Deutsche Arbeitsfront (DAF) mit drei "Säulen". Die "Arbeitersäule" umfasste 14 Verbände, die Angestelltensäule neun Verbände. Noch keine Verbände gebildet hatte die Unternehmersäule, die im Herbst 1933 immer noch im Aufbau begriffen war.



Aktuelle Version vom 24. April 2026, 17:32 Uhr


Deutsche Arbeitsfront (DAF)

Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront beim Marsch zum 1. Mai 1934 durch Karlsruhe, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 157/49a.
Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront beim Marsch zum 1. Mai 1934 durch Karlsruhe, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 157/49a.
Aus dem KdF-Programm 1935; mit Bleistift hinzugefügt: "1 Glas Bier 22 Pf. Das Essen soll gut und reichlich sein. Ehepaare sollen bevorzugt sein und bekommen Einzelkabinen mit Luxusbetten. An Bord finden Volksbelustigungen statt. Filmvorführungen, Vorträge über Seeschlachten), Stadtarchiv Karlsruhe 8/StS 20/565.
Aus dem KdF-Programm 1935; mit Bleistift hinzugefügt: "1 Glas Bier 22 Pf. Das Essen soll gut und reichlich sein. Ehepaare sollen bevorzugt sein und bekommen Einzelkabinen mit Luxusbetten. An Bord finden Volksbelustigungen statt. Filmvorführungen, Vorträge über Seeschlachten), Stadtarchiv Karlsruhe 8/StS 20/565.

Der Machtübertragung auf die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 folgte nach der nur noch mit Einschränkungen letzten demokratischen Reichstagswahl am 5. März rasch die Ausschaltung der Gegner und die Gleichschaltung von Gesellschaft und Staat im Sinne der NS-Ideologie. Träger und Verbreiter der NS-Ideologie waren die Partei und ihre Gliederungen, die alle ihren Sitz in der Gauhauptstadt Karlsruhe hatten. Zu Beginn waren dies außer der Gauleitung mit 18 Abteilungen, die Kreisleitung mit 13 Abteilungen, die Sturmabteilung (SA) mit elf Untergliederungen, die Schutzstaffeln (SS) mit vier Gliederungen, die Hitlerjugend (HJ) und die Deutsche Arbeitsfront (DAF) mit drei "Säulen". Die "Arbeitersäule" umfasste 14 Verbände, die Angestelltensäule neun Verbände. Noch keine Verbände gebildet hatte die Unternehmersäule, die im Herbst 1933 immer noch im Aufbau begriffen war.

Gegründet worden war die DAF am 10. Mai 1933 nach der Zerschlagung der Gewerkschaften. Gegliedert in 18 Reichsbetriebsgemeinschaften (später 16 Fachämter) und 33 Gauwaltungen, bestand sie bis Mai 1945 mit zuletzt 22 Millionen Mitgliedern und war damit der mit Abstand größte NS-Massenverband. Erster Gauwalter der DAF wurde der Alte Kämpfer und Leiter der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) Fritz Plattner, der schon im Mai 1925 Mitglied der NSDAP geworden war und der die Zerschlagung der Gewerkschaften in Baden am 1. Mai 1933 maßgeblich durchgeführt hatte.

Am 16. Oktober 1933 wurde aus dem ehemaligen Volkshaus in der Schützenstraße das Fritz-Plattner-Haus. In ganz Baden entstanden in der Folgezeit etliche weitere Fritz-Plattner-Häuser. Fritz Plattner musste aber 1936 als Gauobmann trotz namhafter Förderer wie der Reichleiter der DAF Robert Ley, der NSDAP-Reichsleiter Martin Bormann und Gauleiter Robert Wagner wegen offensichtlicher Überforderung mit seinen Ämtern und etlicher Unregelmäßigkeiten zurücktreten und spielte fortan keine große Rolle mehr in der badischen NSDAP. Kommissarisch übernahm nun sein Stellvertreter Alfred Rudolph die Leitung der DAF, ehe ihm 1937 der Mannheimer Kreisleiter Reinhold Roth folgte. Es war nicht gelungen, gleich einen Nachfolger zu finden, da der Führer der badischen Hitlerjugend (HJ) Friedhelm Kemper ablehnte und auch Roth erst abgelehnt hatte und von Robert Wagner gedrängt werden musste.

Die DAF diente vor allem dem Aufbau und der Festigung der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Der 1. Mai wurde seit 1933 als Tag der nationalen Arbeit unter maßgeblicher Beteiligung der DAF auch in Karlsruhe jährlich zelebriert. Mit der DAF hielten NS-Parolen wie "Ehre der Arbeit. Arbeit schafft Brot" in den Betrieben Einzug, während die Arbeiter mühsam errungene Rechte verloren.

Große Popularität erreichte die nationalsozialistische Gemeinschaft Kraft durch Freude (KdF), die am 27. November 1933 als Unterorganisation der DAF gegründet worden war. Karlsruhe wurde am 1. Februar 1934 als erste badische Stadt förderndes Mitglied, am 22. Februar traf der erste Arbeitersonderzug in Karlsruhe ein und wurde von Ministerpräsident Walter Köhler begrüßt. Neben der Werbung für den "KdF-Wagen", den späteren Volkswagen, den die Karlsruher am 1. November 1938 auf dem Marktplatz bewundern konnten, hatte die Abteilung "Reisen, Wandern und Urlaub" einen wesentlichen Anteil an der Popularität der KdF. So fuhren beispielsweise am 27. Mai 1935 500 Karlsruher Urlauber mit dem KdF-Sonderzug nach Oberbayern. Auch im Zweiten Weltkrieg war die KdF ein systemstabilisierendes Element. Man organisierte nun Vortragsveranstaltungen, Lichtbild- und Filmvorführungen sowie Bunte Abende im Zuge der Truppenbetreuung für die Soldaten und Verwundeten an der Front und in den Lazaretten. Nach der Besetzung des Elsass 1940 dehnte die badische KdF sofort ihren Wirkungskreis dorthin aus und bot über 100 Omnibusfahrten an, bei denen rund 5.000 Elsässerinnen und Elsässer den Gau Baden besuchen konnten, "um sich selbst an Ort und Stelle von der Wahrheit über den Nationalsozialismus und das nationalsozialistische Deutschland zu unterrichten." (Der Führer vom 27. November 1940). Geleitet wurde die KdF durch Gauwart und Kreisbetriebszellenleiter Eugen Steiger bis zu dessen Tod 1942.

1942 zogen DAF und KdF mit der Gauleitung nach Straßburg in die Lessingstraße 22.

Ernst Otto Bräunche 2026

Quellen

GLA 465h/54503 und 54869; Karlsruher Zeitungen 1934-1945, https://digital.blb-karlsruhe.de/topic/view/7756828 (Zugriff am 30. März 2026).

Literatur

Ernst Otto Bräunche: "... sind auch hier die Führerbilder unbeschädigt": Zum Karlsruher Herrschaftsalltag im "Dritten Reich", in: Rainer Beck u.a.: Alltag in Karlsruhe. Vom Lebenswandel einer Stadt in drei Jahrhunderten, hrsg. von Heinz Schmitt unter Mitwirkung von Ernst Otto Bräunche, Karlsruhe 1990, S. 229-261, S. 245-250 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 10); Renate Liessem-Breinlinger: Plattner, Friedrich, MdR-NSDAP, in: Fred L. Sepaintner (Hrsg.): Baden-Württembergische Biographien Bd. IV, Stuttgart 2007, S. 271-274.