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Unter Bürgermeister Adolf Ehrmann (1948-1964) entwickelte sich <lex id="ort-0134">Neureut</lex> nach dem <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkrieg</lex> von einer kleinen Landgemeinde mit 5.112 Einwohnern im Jahr 1939 zur größten baden-württembergischen Land- und Arbeiterwohngemeinde mit 11.285 Einwohnern zum 31. Mai 1961. Der Bau der <lex id="ort-0138">Kirchfeldsiedlung</lex> ab 1949, in der bis 1957 etwa 4.000 <lex id="ereig-0062">Flüchtlinge und Vertriebene</lex> eine neue Heimat fanden, trug entscheidend zum Wachstum des Ortes bei, in dem man seit etwa Mitte der 1950er-Jahre den Bau eines Hallenbades plante und aus diesem Grund bis 1961 260.000 Mark an Rücklagen bildete. Da die Ausführung des Bades ohne öffentliche Zuschüsse nicht umzusetzen war, beschloss die Gemeinde 1960, am Forschungsauftrag des Deutschen Sportbundes, Übungsstätten-Beratungsstelle für den Kommunalen Sportstättenbau, teilzunehmen und in Neureut eines der fünf vorgesehenen Projekte "Kleinschwimmhalle" zu verwirklichen. Verantwortlicher Oberbauleiter war der Essener Architekt Horst Wöhle, der mit dem Neureuter Ortsbauamt und Rechnungsamt zusammenarbeitete. |
Unter Bürgermeister Adolf Ehrmann (1948-1964) entwickelte sich <lex id="ort-0134">Neureut</lex> nach dem <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkrieg</lex> von einer kleinen Landgemeinde mit 5.112 Einwohnern im Jahr 1939 zur größten baden-württembergischen Land- und Arbeiterwohngemeinde mit 11.285 Einwohnern zum 31. Mai 1961. Der Bau der <lex id="ort-0138">Kirchfeldsiedlung</lex> ab 1949, in der bis 1957 etwa 4.000 <lex id="ereig-0062">Flüchtlinge und Vertriebene</lex> eine neue Heimat fanden, trug entscheidend zum Wachstum des Ortes bei, in dem man seit etwa Mitte der 1950er-Jahre den Bau eines Hallenbades plante und aus diesem Grund bis 1961 260.000 Mark an Rücklagen bildete. Da die Ausführung des Bades ohne öffentliche Zuschüsse nicht umzusetzen war, beschloss die Gemeinde 1960, am Forschungsauftrag des Deutschen Sportbundes, Übungsstätten-Beratungsstelle für den Kommunalen Sportstättenbau, teilzunehmen und in Neureut eines der fünf vorgesehenen Projekte "Kleinschwimmhalle" zu verwirklichen. Verantwortlicher Oberbauleiter war der Essener Architekt Horst Wöhle, der mit dem Neureuter Ortsbauamt und Rechnungsamt zusammenarbeitete. |
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Aktuelle Version vom 11. Mai 2026, 15:29 Uhr
Adolf-Ehrmann-Bad
Unterfeldstraße 46
Unter Bürgermeister Adolf Ehrmann (1948-1964) entwickelte sich Neureut nach dem Zweiten Weltkrieg von einer kleinen Landgemeinde mit 5.112 Einwohnern im Jahr 1939 zur größten baden-württembergischen Land- und Arbeiterwohngemeinde mit 11.285 Einwohnern zum 31. Mai 1961. Der Bau der Kirchfeldsiedlung ab 1949, in der bis 1957 etwa 4.000 Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat fanden, trug entscheidend zum Wachstum des Ortes bei, in dem man seit etwa Mitte der 1950er-Jahre den Bau eines Hallenbades plante und aus diesem Grund bis 1961 260.000 Mark an Rücklagen bildete. Da die Ausführung des Bades ohne öffentliche Zuschüsse nicht umzusetzen war, beschloss die Gemeinde 1960, am Forschungsauftrag des Deutschen Sportbundes, Übungsstätten-Beratungsstelle für den Kommunalen Sportstättenbau, teilzunehmen und in Neureut eines der fünf vorgesehenen Projekte "Kleinschwimmhalle" zu verwirklichen. Verantwortlicher Oberbauleiter war der Essener Architekt Horst Wöhle, der mit dem Neureuter Ortsbauamt und Rechnungsamt zusammenarbeitete.
Da der Bau von Normalschwimmhallen mit einer Beckengröße von 12,5/15 x 25 Metern für kleinere Gemeinden weder zu finanzieren noch zu unterhalten und das 6/8 x 12,5 Meter große Lehrschwimmbecken zwar für den Schulunterricht, aber nicht für die allgemeine Bevölkerung geeignet waren, hatte eine Forschungsgemeinschaft einen neuen Bädertyp für finanzschwächere Gemeinden entwickelt, die sogenannte Kleinschwimmhalle. Diese Halle verfügte über ein nur acht Meter breites, aber 25 Meter langes und damit sportwettbewerbstaugliches Becken mit Startblöcken, einem Ein-Meter-Brett, einem Drei-Meter-Sprungturm und einer Wassertiefe von 0,9 bis 3,5 Metern. Eine circa 20 Meter lange Wärmebank ergänzte die nüchterne Ausstattung.
1964 wurde das Hallenbad Neureut eröffnet, das aus einer solchen Schwimmhalle und einem gleichermaßen funktionalen Umkleidetrakt mit Eingangsbereich zur Unterfeldstraße hin bestand. Das auf 1.060.000 Mark veranschlagte Projekt kostete letzten Endes 1.404.625 Mark. Der beantragte Zuschuss von 130.000 Mark aus dem Sonderfonds des Bundesinnenministers (Sportreferat) wurde in voller Höhe gewährt, der beantragte Zuschuss von 360.000 Mark aus Toto- und Lottomitteln dagegen auf 260.000 Mark gekürzt. Der von der Bundeswehr erhoffte Zuschuss von 210.000 Mark, für den man den in Neureut stationierten Einheiten die Nutzung des Bades anbot, blieb aus, so dass 630.000 Mark an Eigenmitteln aufgebracht und ein Darlehen von 367.000 Mark aufgenommen werden mussten.
Das Bad wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Bis 1974 verzeichnete es rund 1,3 Millionen Besuchende. In diesem Jahr fanden erstmals kleinere Umbaumaßnahmen statt: Die Einlassautomaten wurden durch Kassen und die offene Kleiderablage durch Garderobenschränke ersetzt. Außerdem wurde auf Wunsch der Badegäste die Wassertemperatur von 24 auf 28 Grad Celsius erhöht.
Als in Deutschland ab den späten 1970er-Jahren die neuen Freizeit- und Familienbäder aufkamen, verloren die reinen Sportbäder immer mehr an Attraktivität. Auch in Neureut sank die Besucherzahl von 114.011 im Jahr 1975 auf 53.177 im Jahr 1982. Um diesem Abwärtstrend entgegenzuwirken, setzte der seit der Eingemeindung nach Karlsruhe 1975 bestehende Ortschaftsrat die Generalsanierung des Bads und seine Erweiterung um ein Therapie- und ein Kinderplanschbecken sowie Solarien, Sauna, Cafeteria, Außenterrasse, Liegewiese und einen Kinderspielplatz durch. Nach 18-monatiger Umbauzeit wurde das Hallenbad am 15. Mai 1985 als Adolf-Ehrmann-Bad wiedereröffnet. 1988 verzeichnete es 88.670 Besucher.
Das im März 2001 von der Stadt Karlsruhe verabschiedete Bäderkonzept 2000, das durch Schließung kleinerer, defizitärer Bäder und Großinvestitionen in zukunftsträchtige Badeanstalten wie das Europabad und das Fächerbad die Wirtschaftlichkeit dieser Sport- und Freizeitstätten zu verbessern versuchte, führt im Maßnahmenkatalog bis 2010 für das Neureuter Hallenbad die Errichtung eines Außenbeckens zur Sicherung des Ganzjahresbetriebs an, was bereits im 1975 unterzeichneten Eingliederungsvertrag vorgesehen war. Trotz konstanter Besucherzahlen von durchschnittlich 60.000 Badegästen jährlich wurde das Vorhaben nicht umgesetzt, weil sich die Stadt über die Zukunft des am stärksten subventionierten Bades noch nicht im Klaren war. So wurden in der zweiten Fortschreibung des Bäderkonzepts 2000 im Jahr 2013 Mittel für die Aufrechterhaltung eines ordentlichen Badebetriebs eingestellt, nicht aber zur Attraktivitätssteigerung des Bades. Dies wiederum veranlasste den Ortschaftsrat noch im selben Jahr, den Neubau eines modernen Teilortsbades einzufordern.
Nach einer Standortuntersuchung im Juni 2017 fasste der Ortschaftsrat am 26. Juni 2018 den Beschluss, ein neues Hallenbad mit Normalbecken, Sauna, Kinder- und Freibereich auf dem benachbarten Festplatz zu errichten. Die Stadtverwaltung zog nach. In der dritten Fortschreibung des Bäderkonzepts 2000 im Jahr 2020 wurde der Neubau des Neureuter Hallenbades mit 15 Millionen Euro in die Investitionsliste 2020-2030 aufgenommen und eine europaweite Ausschreibung sowie ein Baubeginn zum Herbst 2024 in Aussicht gestellt. Die sich seit 2021 verschärfende Haushaltslage der Stadt führte zu einer Aussetzung des Ausschreibungs- und weiteren Planungsverfahrens. Eine Generalsanierung des veralteten Bads, die sich auf etwa 14 Millionen Euro belaufen würde, schied aus. Ein Neubau in sehr vereinfachter Ausführung wird aktuell mit rund 17,5 Millionen Euro veranschlagt. Seit Januar 2026 läuft ein Interessenbekundungsverfahren der Stadt beim Bund mit dem Ziel, aus dem 2025 eingerichteten Wirtschaftsplan des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität als "Sportstätte von besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung" Fördermittel für den Hallenbadneubau zu erhalten.
Quellen
GLA 466-9/1198 und 1629; Badische Neueste Nachrichten (BNN) vom 11. Januar 1984, 30. März 1989, 27. und 28. Juni 2013, 8. Juli 2014, 23. Oktober 2020, 9. November 2023, 18. Januar 2026; Bäderkonzept 2010 – 1. Fortschreibung Bäderkonzept 2000; Bäderkonzept 2013 – 2. Fortschreibung Bäderkonzept 2000; Bäderkonzept 2020 – 3. Fortschreibung des Bäderkonzeptes 2000, https://www.karlsruhe.de/ (Zugriff am 5. April 2026).