Internationaler Schwimm- und Vergleichskampf zwischen der Bundesrepublik, Australien und Schweden im damals neuen Fächerbad, August 1983, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A46/50/6/18.

Fächerbad Karlsruhe

Das zentrale Anliegen beim Bau der Waldstadt ab 1957 bildete die Schaffung von neuem Wohnraum. Mit dem raschen Bevölkerungsanstieg – 1961 lebten bereits über 8.000 Personen in dem Stadtteil – wurden aber schon bald Stimmen nach Erholungs-, Spiel- und Sportstätten für die Anwohner laut. Der 1967 gegründete Sport- und Spielclub Waldstadt (heute SSC Karlsruhe), der, ohne über eigene Sportstätten zu verfügen, bereits 1968 rund 1.000 Mitglieder verzeichnete, war maßgebend an der Realisierung des am 27. April 1982 eröffneten Fächerbades beteiligt. Bereits in seiner Gründungssatzung formulierte der SSC als Vereinszweck "die Förderung und Durchführung aller Sportarten, insbesondere des Schwimmens, und die Förderung eines Schwimmzentrums im Bereich der Karlsruher Stadtteile Waldstadt, Rintheim und Hagsfeld". An diesem Ziel hielt er trotz wiederholter Rückschläge fest.

Gemeinsam mit der 1975 gegründeten Sportpark Nordost GmbH lobte er 1977 einen beschränkten Wettbewerb aus, der sowohl die Planung des Sport- und Freizeitbades als auch die eines rund 30 Hektar großen Sportparkbereichs mit Sportstätten und einem SSC-Begegnungszentrum beinhaltete. Der Siegerentwurf des Architekturbüros Schmitt, Kasimir + Partner bildete die Grundlage des künftigen Bebauungsplans "Waldstadt-Sportzentrum" (seit 1980 Traugott-Bender-Sportpark). Dem Bau des am 26. Juni 1980 eingeweihten SSC-Begegnungszentrums folgte von 1980-1982 der des Fächerbades, Am Sportpark 1. Zuvor war auf Anregung des Ersten Bürgermeisters Walther Wäldele eine gemeinnützige Trägergesellschaft (heute Fächerbad Karlsruhe GmbH) gegründet worden, welcher der SSC Karlsruhe als Mehrheitsgesellschafter, der Bürgerverein Waldstadt e. V. mit 26 Prozent Gesellschaftsanteilen sowie der KSV Rintheim-Waldstadt und der Polizeisportverein angehören.

Um den Anforderungen eines Freizeit- und Sportbades zu entsprechen, besaß das Fächerbad von Anfang an fünf verschiedene Schwimmbecken: Ein 50-Meter-Becken für Sportschwimmer und die Austragung von Schwimmwettkämpfen, ein Nichtschwimmerbecken als Lehr- und Freizeitbecken, ein Planschbecken für Kleinkinder, ein Sprungbecken mit Ein- und Dreimeterbrett sowie ein kleines Außenschwimmbecken. Außerdem waren ein Trampolinsprungplatz, eine Trockensprunganlage, eine Gymnastikhalle, Massage- und Trainerräume, medizinische Bäder, Sauna, Solarium, eine großzügige Außenanlage sowie Cafeteria und Milchbar vorhanden.

Von Anfang an erfreute sich das Fächerbad großer Beliebtheit und zog auch zahlreiche Besucher aus dem Umkreis an. Im Bereich des Spitzensports übernahm es die bis dahin im Tullabad ausgetragenen Wettkämpfe, wie beispielsweise die Ländervergleichskämpfe 1983 und 1984, die 100. Deutschen Schwimmmeisterschaften 1988, welche im Vorfeld der Olympischen Spiele in Seoul für eine große Medienresonanz sorgten, und die World Games 1989 in den Disziplinen Flossen- und Rettungsschwimmen. Mit den heutigen Anforderungen an nationale und internationale Großveranstaltungen kann das Bad zwar nicht mehr mithalten, aber regelmäßig finden noch lokale und regionale Meisterschaften statt.

Bis zur Eröffnung des Europabades 2008 lag das Fächerbad mit durchschnittlich über 340.000 Besuchern im Jahr – 2004 sogar mit über 400.000 Badegästen – deutlich an der Spitze der städtischen Hallenbäder. Seit 2009 wird es vom Europabad nicht nur übertroffen, sondern 2013/14 sank die Besucherzahl erstmals auf 327.892 Gäste.

Um das Bad vor allem auch für Freibadgänger attraktiver zu machen, wird es seit März 2015 nach Plänen des Architekturbüros Rossmann + Partner zu einem Kombibad erweitert. Das bestehende Hallenbad erhielt seitdem, eingeweiht am 1. Oktober 2016, im Westen eine neue Schwimmhalle mit neuem Schwimmbecken und Lehrschwimmbecken. Deren Dachkonstruktion kann bei schönem Wetter in kurzer Zeit geöffnet werden. Das etwa 19,4 Millionen Euro teure Projekt soll bis 2017 abgeschlossen sein.

Katja Förster 2016

Quellen

http://www.karlsruhe.de/b3/bauen/hochbau/wettbewerbe/wettbewerbe_abgeschl/faecherbad.de (Zugriff am 15.12.2015); Sport- und Schwimmclub (SSC) Karlsruhe e. V., Rubrik Schwimmsport, http://www.ssc-karlsruhe.de/cms/iwebs/default.aspx?mmid=13971&smid=47434 (Zugriff am 15.12.2015).

Literatur

Karl Heinz Stadler: Ein Traum wurde wahr. Der lange Weg zum großen Sport- und Freizeitbad – dem Fächerbad, in: Die Waldstadt in Karlsruhe. Ein lebendiger Stadtteil im Grünen, hrsg. von Walter Hof, Eva Paur und Gebhard Schramm für den Bürgerverein Waldstadt e. V., Karlsruhe 2007, S.243-245; Joachim Hornuff: Das Fächerbad zwischen Badekultur, Sport- und Freizeitstätte, in: ebd. S. 246-258; Stadt Karlsruhe, Hochbauamt: Fächerbad. Umbau des Fächerbades zu einem Kombibad – Sanierung und Erweiterung.