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<div style="text-align:right;">''Volker Steck 2012''</div> |
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GLA 233 Nr. 27881, Nr. 59781 und Nr. 61435. |
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Aktuelle Version vom 24. Februar 2026, 22:15 Uhr
Heinrich Ehehalt
Bildhauer, Medailleur, Grafiker, * 13. September 1879 Straßburg, † 4. Juli 1938 Karlsruhe, ev., ∞ 1909 Wilhelmina Roth, 1 Tochter.
Heinrich Ehehalt absolvierte eine Graveur- und Ziseleurlehre in Pforzheim und besuchte von 1896 bis 1901 die dortige Kunstgewerbeschule, anschließend bis 1910 die Kunstakademie in Karlsruhe, die letzten Jahre als Meisterschüler von Hermann Volz. 1911 machte er sich in Karlsruhe mit eigenem Atelier selbstständig; 1915-1918 leistete er Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. 1918 erhielt er das Kriegsverdienstkreuz und silberne militärische Karl-Friedrich-Verdienstmedaille.
Von 1906 bis 1910 schuf Ehehalt Skulpturen und Reliefs für die Außenanlagen des Bruchsaler Schlosses, konzentrierte sich danach aber aus wirtschaftlichen Gründen auf Kleinplastiken, Münzen, Medaillen und Siegel. Eine wesentliche Förderung erhielt er durch den Architekten und Denkmalpfleger Fritz Hirsch, der ihm zahlreiche Aufträge vermittelte. 1920 entwarf Ehehalt das badische Staatswappen, 1931 die badische Staatsmedaille. Sein Hauptwerk bilden gegossene und geprägte Medaillen und Plaketten, ein Großteil davon qualitätvolle Portraitmedaillen, die er für zahlreiche Karlsruher Persönlichkeiten anfertigte. Ehehalt nahm an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt 1930 die Goldene Medaille der Ausstellung „Das badische Kunstschaffen“ verliehen. Sein zeichnerischer und grafischer Nachlass befindet sich in der Städtischen Galerie Karlsruhe, der zu seinem kleinplastischen Werk im Badischen Landesmuseum.
Ein Nachruf der Badischen Presse vom 8. Juli 1938 hob hervor, dass Ehehalts "deutsche Grundhaltung" ihn "schon in der Kampfzeit zur nationalsozialistischen Bewegung hinführte und ihn bestimmte, seinen künstlerischen Beitrag zu liefern für ein Ehrengeschenk, dass dem Führer nach seiner letzten großen Versammlung in Karlsruhe überreicht wurde." Eine Mitgliedschaft in der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) oder einer ihrer Gliederungen ist allerdings nicht bekannt.
Quellen
GLA 233 Nr. 27881, Nr. 59781 und Nr. 61435.
Literatur
Wassiliki Kanellakopoulou-Drossopoulou: Der badische Bildhauer, Medailleur und Graphiker Heinrich Ehehalt (1879-1938) und sein Beitrag zur Erneuerung der deutschen Medaillenkunst. Monographie mit Werkverzeichnis, Karlsruhe 1999.