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[[Datei:Top-1245 Gutenbergplatz 8 BA V V 3528.jpg|alternativtext=Gutenbergplatz von Norden aus gesehen mit dem Brunnen in originaler Form, Foto: Erich Bauer um 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 3528.|links|mini|Gutenbergplatz von Norden aus gesehen mit dem Brunnen in originaler Form, Foto: Erich Bauer um 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 3528.]]

Mit dem Gutenbergplatz erhielt die <lex id="top-2933">Weststadt</lex> einen zentralen und lebendigen Mittelpunkt. Zwei Schulen begrenzen diesen städtischen Raum. An drei Markttagen können sich die Menschen mit frischen Lebensmitteln versorgen, in den umliegenden Läden einkaufen, Gaststätten aufsuchen. Auch für Feste erweist sich der Platz als geeigneter Ort.
Mit dem Gutenbergplatz erhielt die <lex id="top-2933">Weststadt</lex> einen zentralen und lebendigen Mittelpunkt. Zwei Schulen begrenzen diesen städtischen Raum. An drei Markttagen können sich die Menschen mit frischen Lebensmitteln versorgen, in den umliegenden Läden einkaufen, Gaststätten aufsuchen. Auch für Feste erweist sich der Platz als geeigneter Ort.


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Die Platzwände begrenzen eine Fläche von einem Hektar mit circa 165 Metern Länge und 60 Metern Breite. In der Südwestecke des Platzes errichtete die Stadt um 1911 eine Bedürfnisanstalt und sorgte zusammen mit dem Marktbrunnen für die notwendige Infrastruktur für einen Markt. Pilaster und Säulen gliedern die glatte Fassade dieses Zweckbaues, der ein gekrümmtes Walmdach trägt. Leuchteten früher Kandelaber mit verzierten Gusseisenschäften, so sind es heute die einfachen Standleuchten, wie sie an vielen Stellen der Stadt anzutreffen sind. Eine Uhr mit Wetterstation in der Nordostecke und die Informationstafel des <lex id="ins-1588">Bürgervereins Weststadt</lex> auf der Südseite ergänzen das fest eingebaute Platzmobiliar. Seit 2005 steht an der <lex id="top-1990">Nelkenstraße</lex> eine von 24 im Stadtgebiet dezentral verteilten Stelen, wie sie auch zentral am <lex id="top-2195">Platz der Grundrechte</lex> vor dem <lex id="top-0998">Schlossplatz</lex> stehen.
Die Platzwände begrenzen eine Fläche von einem Hektar mit circa 165 Metern Länge und 60 Metern Breite. In der Südwestecke des Platzes errichtete die Stadt um 1911 eine Bedürfnisanstalt und sorgte zusammen mit dem Marktbrunnen für die notwendige Infrastruktur für einen Markt. Pilaster und Säulen gliedern die glatte Fassade dieses Zweckbaues, der ein gekrümmtes Walmdach trägt. Leuchteten früher Kandelaber mit verzierten Gusseisenschäften, so sind es heute die einfachen Standleuchten, wie sie an vielen Stellen der Stadt anzutreffen sind. Eine Uhr mit Wetterstation in der Nordostecke und die Informationstafel des <lex id="ins-1588">Bürgervereins Weststadt</lex> auf der Südseite ergänzen das fest eingebaute Platzmobiliar. Seit 2005 steht an der <lex id="top-1990">Nelkenstraße</lex> eine von 24 im Stadtgebiet dezentral verteilten Stelen, wie sie auch zentral am <lex id="top-2195">Platz der Grundrechte</lex> vor dem <lex id="top-0998">Schlossplatz</lex> stehen.


Ende der 1990er-Jahre kamen im Rahmen des Sanierungsvorhabens Weststadt Vorschläge für eine Tiefgarage unter dem Platz, die Befreiung der Platzfläche von Kraftfahrzeugen und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes des Brunnens. Starke Proteste seitens einer rasch gegründeten Bürgerinitiative und gestalterische Probleme bezüglich der notwendigen Ein- und Ausfahrtsrampen zur Sophienstraße hin sprachen letztendlich gegen dieses Projekt.
Ende der 1990er-Jahre kamen im Rahmen des Sanierungsvorhabens Weststadt Vorschläge für eine Tiefgarage unter dem Platz, die Befreiung der Platzfläche von Kraftfahrzeugen und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes des Brunnens auf. Starke Proteste seitens einer rasch gegründeten Bürgerinitiative und gestalterische Probleme bezüglich der notwendigen Ein- und Ausfahrtsrampen zur Sophienstraße hin sprachen letztendlich gegen dieses Projekt.


Stadtplätze sind Räume, das heißt dreidimensional begreifbare Orte in der Stadt. Die Platzwände bestimmen die Dimension, den Raumeindruck und die Atmosphäre des Platzes. Die Architektur der privaten Gebäude zu beiden Längsseiten des Platzes zeigt die bürgerliche Ausdrucksweise des Historismus, der aber um die Jahrhundertwende bereits abklang. Es tauchten langsam Stilelemente des Jugendstils als Verzierungen auf. Die Öffentlichen Bauten an den Schmalseiten leisten ihre Beiträge zum Historismus mit Rückgriffen auf andere Stilformen. Dieses Stilallerlei mit seinen vielfältigen Details beeinträchtigt die Geschlossenheit des Ensembles nicht, vor allem wegen der durchgängigen Traufhöhe und der einheitlichen Geschossigkeit an den Längsseiten sowie an den Schmalseiten.
Stadtplätze sind Räume, das heißt dreidimensional begreifbare Orte in der Stadt. Die Platzwände bestimmen die Dimension, den Raumeindruck und die Atmosphäre des Platzes. Die Architektur der privaten Gebäude zu beiden Längsseiten des Platzes zeigt die bürgerliche Ausdrucksweise des Historismus, der aber um die Jahrhundertwende bereits abklang. Es tauchten langsam Stilelemente des Jugendstils als Verzierungen auf. Die öffentlichen Bauten an den Schmalseiten leisten ihre Beiträge zum Historismus mit Rückgriffen auf andere Stilformen. Dieses Stilallerlei mit seinen vielfältigen Details beeinträchtigt die Geschlossenheit des Ensembles nicht, vor allem wegen der durchgängigen Traufhöhe und der einheitlichen Geschossigkeit an den Längsseiten sowie an den Schmalseiten.


Das 1898 fertiggestellte Mietwohnhaus Nelkenstraße 19 eröffnete das Baugeschehen. Die Fassaden sind heute in der Erdgeschosszone meist verändert. Die Gaststätte Gutenberg verfügt noch über die mit Bögen überspannten Fenster und Toreinfahrt. Von Haus zu Haus wechselt die Gestalt der Fenstergewände und deren Abschlüsse. Die Wandflächen zeigen sich meist als Backsteinmauerwerk, manchmal mit horizontalen Bändern gegliedert. Der schlimmste Eingriff geschah Jahrzehnte später mit der Bankfiliale im südlichen Eckhaus.
Das 1898 fertiggestellte Mietwohnhaus Nelkenstraße 19 eröffnete das Baugeschehen. Die Fassaden sind heute in der Erdgeschosszone meist verändert. Die Gaststätte Gutenberg verfügt noch über die mit Bögen überspannten Fenster und Toreinfahrt. Von Haus zu Haus wechselt die Gestalt der Fenstergewände und deren Abschlüsse. Die Wandflächen zeigen sich meist als Backsteinmauerwerk, manchmal mit horizontalen Bändern gegliedert. Der schlimmste Eingriff geschah Jahrzehnte später mit der Bankfiliale im südlichen Eckhaus.

Aktuelle Version vom 26. März 2026, 08:34 Uhr


Gutenbergplatz

Gutenbergplatz von Norden aus gesehen mit dem Brunnen in originaler Form, Foto: Erich Bauer um 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 3528.
Gutenbergplatz von Norden aus gesehen mit dem Brunnen in originaler Form, Foto: Erich Bauer um 1965, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 3528.

Mit dem Gutenbergplatz erhielt die Weststadt einen zentralen und lebendigen Mittelpunkt. Zwei Schulen begrenzen diesen städtischen Raum. An drei Markttagen können sich die Menschen mit frischen Lebensmitteln versorgen, in den umliegenden Läden einkaufen, Gaststätten aufsuchen. Auch für Feste erweist sich der Platz als geeigneter Ort.

Die Entstehungszeit der umliegenden Gebäude und der Platzgestaltung beschränkte sich auf 13 Jahre, was trotz mancher Unterschiede in der Gestaltung zu einem homogenen Erscheinungsbild, einem bemerkenswerten städtebaulichen Ensemble mit besonderer Atmosphäre führte. Dies war auch der Grund für die 1999 erfolgte Unterschutzstellung der "Gesamtanlage Gutenbergplatz" nach dem Denkmalschutzgesetz Baden-Württemberg. Zusätzlich steht jedes einzelne Anwesen am Platz unter Denkmalschutz, der bestimmte Veränderungen nicht zulässt.

Die Weststadt entwickelte sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts als großes Stadterweiterungsgebiet vom Mühlburger Tor aus nach Westen in Richtung Mühlburg. Davor breiteten sich südlich der heutigen Kaiserallee Wiesen, Felder und Gärten aus, mit einigen wenigen Bauten besetzt, im Westen von 1867 bis 1891 vom Schützenhaus mit der großen Schießwiese, dem Ort des späteren Gutenbergplatzes. Hier stand einmal die Richtstätte, wo 1829 letztmals Todesurteile und zwar gegen zwei Raubmörder mit dem Schwert vollzogen wurden. 1887 war das gesamte Gebiet bis Mühlburg überplant. Dieser Baufluchtenplan enthielt eine Parkanlage zwischen der "Göthestrasse" und "Sofien-Strasse". Bis 1906 erfolgte der Ausbau der Sophienstraße bis zur Yorckstraße, der darunter liegende Landgraben war dann überwölbt.

1904 befasste sich die Stadt mit der Gestaltung der öffentlichen Freifläche, nachdem die Langseiten bereits bebaut waren. Der Platz sollte als Marktplatz mit einer Baumallee umgeben und mit einem Marktbrunnen ausgestattet werden. Damit verschwand die Idee für einen kleinen Stadtpark. Die direkte Beauftragung für den Marktbrunnen erging an den Architekten Friedrich Ratzel, Professor für Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe. "Der Lage des Platzes nach erschien es als das beste, den Brunnen auf die nach der Mühlburger Allee zu belegende Hälfte zu projektieren. Bei der beträchtlichen Platzgröße darf der Brunnen nicht zu klein erscheinen, weshalb er von einem größeren, ca. 16 m im Quadrat messenden, vertieft gelegenen Becken umgeben ist." (Ratzel) Er zog zur Mitarbeit den Bildhauer Eugen Metzger heran, der die Ausführung der Steinteile in grauem Walldürner Muschelkalk übernahm.

Der von Friedrich Ratzel entworfene, 1908 fertig gestellte Brunnen bestimmt heute noch, wenn auch wegen seiner Verkleinerung in abgeschwächter Weise, das Bild des Platzes. Seine Bekrönung mit einem Krautkopf brachte ihm in der Bevölkerung den Namen Krautkopfbrunnen ein. 1961 führten Klagen wegen Verschmutzung und möglicher Gefährdung spielender Kinder zur Auffüllung des großen tiefliegenden Brunnenbeckens. Die Anbringung der ursprünglich vorhandenen und begrenzenden verzierten Gitter wurde nicht erörtert. Die damit herbeigeführte Veränderung des Erscheinungsbildes ist erheblich. Das zweite runde Becken mit einem Durchmesser von neun Metern – früher aus dem unteren Becken aufsteigend – wirkt abgeschnitten und wie in den Boden eingesunken. Ein eigener Marktbrunnen als Wasserspender mit einem schlafenden Pelikan saß auf dem nicht mehr vorhandenen Brunnenpodest, steht aber heute etwas verloren da.

Die Platzwände begrenzen eine Fläche von einem Hektar mit circa 165 Metern Länge und 60 Metern Breite. In der Südwestecke des Platzes errichtete die Stadt um 1911 eine Bedürfnisanstalt und sorgte zusammen mit dem Marktbrunnen für die notwendige Infrastruktur für einen Markt. Pilaster und Säulen gliedern die glatte Fassade dieses Zweckbaues, der ein gekrümmtes Walmdach trägt. Leuchteten früher Kandelaber mit verzierten Gusseisenschäften, so sind es heute die einfachen Standleuchten, wie sie an vielen Stellen der Stadt anzutreffen sind. Eine Uhr mit Wetterstation in der Nordostecke und die Informationstafel des Bürgervereins Weststadt auf der Südseite ergänzen das fest eingebaute Platzmobiliar. Seit 2005 steht an der Nelkenstraße eine von 24 im Stadtgebiet dezentral verteilten Stelen, wie sie auch zentral am Platz der Grundrechte vor dem Schlossplatz stehen.

Ende der 1990er-Jahre kamen im Rahmen des Sanierungsvorhabens Weststadt Vorschläge für eine Tiefgarage unter dem Platz, die Befreiung der Platzfläche von Kraftfahrzeugen und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes des Brunnens auf. Starke Proteste seitens einer rasch gegründeten Bürgerinitiative und gestalterische Probleme bezüglich der notwendigen Ein- und Ausfahrtsrampen zur Sophienstraße hin sprachen letztendlich gegen dieses Projekt.

Stadtplätze sind Räume, das heißt dreidimensional begreifbare Orte in der Stadt. Die Platzwände bestimmen die Dimension, den Raumeindruck und die Atmosphäre des Platzes. Die Architektur der privaten Gebäude zu beiden Längsseiten des Platzes zeigt die bürgerliche Ausdrucksweise des Historismus, der aber um die Jahrhundertwende bereits abklang. Es tauchten langsam Stilelemente des Jugendstils als Verzierungen auf. Die öffentlichen Bauten an den Schmalseiten leisten ihre Beiträge zum Historismus mit Rückgriffen auf andere Stilformen. Dieses Stilallerlei mit seinen vielfältigen Details beeinträchtigt die Geschlossenheit des Ensembles nicht, vor allem wegen der durchgängigen Traufhöhe und der einheitlichen Geschossigkeit an den Längsseiten sowie an den Schmalseiten.

Das 1898 fertiggestellte Mietwohnhaus Nelkenstraße 19 eröffnete das Baugeschehen. Die Fassaden sind heute in der Erdgeschosszone meist verändert. Die Gaststätte Gutenberg verfügt noch über die mit Bögen überspannten Fenster und Toreinfahrt. Von Haus zu Haus wechselt die Gestalt der Fenstergewände und deren Abschlüsse. Die Wandflächen zeigen sich meist als Backsteinmauerwerk, manchmal mit horizontalen Bändern gegliedert. Der schlimmste Eingriff geschah Jahrzehnte später mit der Bankfiliale im südlichen Eckhaus.

Die über 110 Meter lange westliche Platzwand mit ihren sieben Gebäuden entstand zwischen 1901 und 1903. Die Höhe der Bebauung und der Dachlandschaft mit Giebeln und Gaupen spiegelt die Ostseite wider. Die Fassaden enthalten teilweise reichere Verzierungen als auf der anderen Seite, ebenso mehr Putz- als Backsteinflächen. Das Parterre wird heute wie damals von Geschäften und Lokalen genutzt. Das mit einfachem Fassadenschmuck großzügig wirkende Gebäude Goethestraße 45 markiert die Ecke mit dem über die Obergeschosse gehenden Eckerker.

Die Gutenbergschule, eine Grund- und Hauptschule, begrenzt den Platz im Norden. Der Architekt dieses 1908 eingeweihten städtischen Gebäudes war der damalige Leiter des städtischen Hochbauamtes Wilhelm Strieder. Die Fassade gliedert sich in drei Abschnitte. Im Westen bestimmt ein mit einem hohen Giebel bekrönter Risalit, also ein vor die Fassade tretender Abschnitt, den Bau. Innerhalb dieses Risalits tritt wiederum ein dreigeschossiger Risalit mit einem Erker im zweiten Obergeschoss hervor. Das Eingangstor wird dadurch betont. Dann tritt der Mittelteil mit den großen dreiteiligen Fenstern zurück, während im Osten ein Risalit, ebenfalls mit Giebel, das optische Gleichgewicht hält. Die gesamte Fassade verkörpert ein Beispiel der Architektur des Historismus, der auf die deutsche Renaissance zurückgreift.

Der südliche Abschluss des Gutenbergplatzes erfolgt mit der Hauptfassade des Lessing-Gymnasiums. Diese zeigt eine neue Variante des historisierenden Bauens, nämlich die Verwendung barocker Stilelemente. Architekt war Friedrich Beichel, Leiter des städtischen Hochbauamts. Die dreigeschossige Hauptansicht aus hellem Sandstein, als Werksteine sorgfältig bearbeitet, gliedert sich in ein Sockelgeschoss und davon durch ein Gesimsband getrennte Obergeschosse. Über die zwei Stockwerke senkrecht verlaufende Pilaster zwischen den Fenstern fassen diese im Sinne der barocken "Kolossalordnung" zusammen. Risalite an den Enden der Fassade betonen durch ihr Hervortreten die zwei über Stufen erreichbaren Zugänge. Die Rundbogenportale werden flankiert von Säulenpaaren und bekrönt von Skulpturen, im Osten mit Fruchtkörben tragenden Putti. In den Zwickeln über dem Portalbogen liegen Füllhörner mit Früchten und Gemüse. Eine blumengeschmückte Kartusche mit dem badischen Wappen und ein Mädchenkopf mit Hut bekrönen das Mittelfenster des ersten Obergeschosses. Über dem westlichen Portal sitzt ein keilförmiger Abschluss mit dem Relief einer Eule, in den Ecken daneben Reliefmedaillons mit einer Harfenspielerin und einem lesenden Mädchen. All diese Figuren weisen ebenso wie das Mädchen mit dem Hut im Osten auf die frühere Mädchen-Schule hin. Dieses 1911 fertiggestellte Schulgebäude war der erste Bau eines Mädchengymnasiums in Deutschland. Das städtische Wappen über dem Portalgesims bildet den Abschluss. Der 1961 eingeweihte Flügel an der Sophienstraße bietet als reiner Zweckbau keinen nennenswerten Beitrag zur architektonischen Ergänzung des Altbaus. Die Fassade des Altbaus ziert seit einigen Jahren ein Neonschriftzug "Lessing-Gymnasium", ein - von Humorlosen kritisierter - Beitrag zur "Kunst am Bau".

Harald Ringler 2026

Quellen

StadtAK 1/H-Reg 1060 und 1188, 8/PBS XVI 215, 3/B 55 und 86, Bürgerausschussvorlagen vom 26. Juli 1904 und 10. Februar 1907.

Literatur

Gerlinde Brandenburger/Manfred Großkinsky/Gerhard Kabierske/Ursula Merkel/Beatrice Vierneisel: Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken in Karlsruhe 1715-1945, 2. Aufl. Karlsruhe 1989, S. 449 – 455 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 7); Harald Ringler: Gutenbergplatz, in: Stadtplätze in Karlsruhe, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Manfred Koch, Karlsruhe 2013, S. 280-291 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 26).