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De:Lexikon:top-3138: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Yorckplatz mit seinen 70 Metern Durchmesser ist ein Beispiel eines im Städtebau des späten 19. Jahrhunderts gerne verwendeten Elements, einer kreisförmigen Anlage mit davon ausgehenden Straßen. Die zentrale Grünfläche mit Bäumen dient seit jeher als Verkehrsgrün. Eine städtebaulich gute Qualität erhält dieser Platz durch die <lex id="ins-1245">Markuskirche</lex> und deren Vorplatz.
Der Yorckplatz mit seinen 70 Metern Durchmesser ist ein Beispiel eines im Städtebau des späten 19. Jahrhunderts gerne verwendeten Elements, einer kreisförmigen Anlage mit davon ausgehenden Straßen. Die zentrale Grünfläche mit Bäumen dient seit jeher als Verkehrsgrün. Eine städtebaulich gute Qualität erhält dieser Platz durch die <lex id="ins-1245">Markuskirche</lex> und deren Vorplatz.

Aktuelle Version vom 26. März 2026, 09:22 Uhr


Yorckplatz

Markuskirche am Yorckplatz, 1939, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Bildstelle III 61.
Markuskirche am Yorckplatz, 1939, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Bildstelle III 61.

Der Yorckplatz mit seinen 70 Metern Durchmesser ist ein Beispiel eines im Städtebau des späten 19. Jahrhunderts gerne verwendeten Elements, einer kreisförmigen Anlage mit davon ausgehenden Straßen. Die zentrale Grünfläche mit Bäumen dient seit jeher als Verkehrsgrün. Eine städtebaulich gute Qualität erhält dieser Platz durch die Markuskirche und deren Vorplatz.

Der frühere Schwimmschulweg als Verbindung von den Kasernen im Norden zur Militärschwimmschule an der Alb im Bereich Kühler Krug wurde 1897 als Promenade mit 26 Metern Breite ausgebaut. Später erhielt der südliche Abschnitt den Namen Yorkstraße, der runde Platz seit 1933 die heutige Bezeichnung. Mit dem Baufluchtenplan von 1892 wurde die geometrische Form des Yorckplatzes festgelegt. Nach dem Bau der Weltzienstraße und der Fortsetzung der Weinbrennerstraße wuchs dieser Teil der Weststadt weiter. Von 1890 bis 1932 durchquerte die Lokalbahn den Platz, von der Weinbrennerstraße kommend nach Süden in den damaligen Schwimmschulweg abbiegend.

Die Bebauung des Rondells begann erst 1909 mit dem Gebäude Yorckstraße 44 am nördlichen Zugang. Ein Jahr später folgte das auf der anderen Straßenseite liegende Wohnhaus Weinbrennerstraße 52, das wegen der geknickten Fassade und der zum Platz gewendeten Balkone auffällt. Im Süden errichtete der Architekt Hermann Bastel 1912 ein eigenwillig aussehendes dreistöckiges Wohnhaus mit ausgebautem Dachgeschoss, unterschiedlichen Dachformen und lebendiger Fassade mit Jugendstilelementen. Die Bebauung Weinbrenner-/Weltzienstraße fällt in die zweite Hälfte der 1920er-Jahre. Die westliche Eckbebauung als Teil der Wohnanlage der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Angestellten-Heimstätten (Gagfah) von 1929 entbehrt des sonst vorhandenen architektonischen Charmes am Platz.

Das diesen Stadtraum prägende Bauwerk, die evangelische Markuskirche mit ihrem Gemeindezentrum, entstand als letzter Baustein in den Jahren 1934/35. Die Kirche ist ein aus einem Wettbewerb hervorgegangenes Werk des Architekten Otto Bartning, der in Karlsruhe geboren und aufgewachsen ist. Er war einer der prominentesten Baumeister evangelischer Kirchen in Deutschland. Der schlichte Skelettbau auf rechteckigem Grundriss mit halbrundem Abschluss im Osten erreicht eine Firsthöhe von 15 Metern. Der Turm mit offener Glockenstube dient als Gelenk zwischen Kirche und Gemeindezentrum, das erst 1954 vollendet wurde. Sechs Lisenen, drei Portale und ein schlichtes Kreuz bestimmen die Eingangsfassade. Der Portikus des Gemeindehauses ist von der Kirchenfassade abgewinkelt. Beiden Baukörpern lagert eine durchgehende Stufenanlage vor. Damit erhält der Kirchenvorplatz eine eigenständige und großzügige Dimension. 2005 erhielt der Vorplatz eine von 24 im Stadtgebiet dezentral verteilten Stelen, wie sie auch zentral am Platz der Grundrechte vor dem Schlossplatz stehen.

Die grüne Mitte sollte nach früheren Plänen eine kranzförmige Baumpflanzung erhalten, deren bisheriger Verzicht bedauerlich ist. Auch wurde der Vorschlag für eine Wasserfontäne nicht weiter verfolgt.

Harald Ringler 2026

Quelle

StadtAK 1/H-Reg 4603.

Literatur

Klaus Bindewald/Wolfram-Christian Geyer: Die Karlsruher Lokalbahnen, in: Manfred Koch (Hrsg.): Unter Strom – Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in Karlsruhe, Karlsruhe 2000 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 20); Knorre von, Eckhard: Otto Bartnings Markuskirche in Karlsruhe, in: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen in Baden-Württemberg 17, 1980, S. 173 – 194; Harald Ringler: Yorckplatz, in: Stadtplätze in Karlsruhe, hrsg. vom Stadtarchiv Karlsruhe durch Manfred Koch, Karlsruhe 2013, S. 304-307 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 26).