Gasthaus Kühler Krug, 1969, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA V V 1250.

Gasthaus Kühler Krug

Der Kühle Krug in der Bannwaldallee wurde 1898 von Carl Schäfer (1844–1908), dem damaligen Professor für Architektur an der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe, erbaut. In den folgenden Jahrzehnten gehörte er aufgrund seiner Geräumigkeit und attraktiven Lage an der Alb zu den beliebtesten Ausflugslokalen der Stadt. Stilistisch wies das Gebäude, das sich auf einem 4.500 Quadratmeter großen Grundstück befand, sowohl altdeutsche als auch romanische und gotische Bauelemente auf. 1915 wurde der Kühle Krug von der Brauerei Sinner übernommen, die ihn nach dem Zweiten Weltkrieg zu ihrem Hauptausschank ausbaute. Dadurch erhielt das Gasthaus einen neuen, modernen Saal mit 2.000 Plätzen, eine große Gartenwirtschaft sowie eine Kegelbahn, was den Kühlen Krug zu einem bedeutenden Ort für das Vereins- und das Gesellschaftsleben der Weststadt machte.

Seine Wiedereröffnung fand am 20. Juni 1948, dem Tag der Währungsreform, statt. Die verbreitete Ansicht, die CDU habe ihren ersten Bundesparteitag im Kühlen Krug abgehalten, ist nicht zutreffend. Vielmehr fanden in ihm die Sitzungen der Ausschüsse Ehemalige Berufssoldaten, Exil-CDU sowie des Landwirtschaftsausschusses für den in der Stadthalle abgehaltenen zweiten Bundesparteitag der CDU im Oktober 1951 statt.

Im Zuge der Bauplanungen für die Südtangente musste der Kühle Krug im Mai 1973 abgerissen werden, da er in deren Straßenverlauf hineinragte. Die in der Presse an dem Vorhaben laut gewordene Kritik blieb ungehört, da die Trassenführung bereits zu einem Zeitpunkt Rechtskraft erlangt hatte, als es noch kein Denkmalschutzgesetz gab, das den Abriss hätte verhindern können. Das Eingangsportal der Gaststätte blieb allerdings erhalten und bildet heute den Osteingang der Kleingartenanlage Im Albgrün. Im August 1970 begannen die Baumaßnahmen für den neuen Kühlen Krug, der jetzt diesseits der Alb, auf der stadtwärts gelegenen Seite, entstand. Der aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Siegerentwurf stammte von dem Regierungsbaumeister Dieter Baumann, dessen Plan die Preisjury am meisten überzeugt hatte, da dieser eine harmonische Einfügung des Gebäudes in die Alblandschaft darstellte.

Der neue Kühle Krug wurde am 10. Januar 1972 eröffnet und umfasste einen Saal mit Bühne für 400 Personen, zwei Vereinsräume, einen Hauptgastraum, ein Kellerlokal mit Kegelstube für 30 Personen sowie ein Gartenrestaurant mit Selbstbedienungstheke für 250 Personen. Die Baukosten betrugen 4 Millionen DM. Seit 2000 befindet sich auf dem Areal die Hausbrauerei und Pension Brauhaus Kühler Krug.

René Gilbert 2015

Quellen

StadtAK 1/H-Reg 2661, 8/StS 28a.

Literatur

Manfred Koch: Karlsruher Chronik. Stadtgeschichte in Daten, Bildern, Analysen, Karlsruhe 1992, S. 217 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Bd. 14); Hannelore Kling: Gasthäuser nach der Eingemeindung, in: Bürgerverein Grünwinkel (Hrsg.): Grünwinkel. Gutshof, Gemeinde, Stadtteil, Karlsruhe 2009, S. 279-281; Manfred Fellhauer: Sandsteintor im Albgrün, in: Blick in die Geschichte. Karlsruher stadthistorische Beiträge Nr. 97 vom 14. Dezember 2012 https://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/blick_geschichte/blick97/sandsteintor.de (Zugriff am 20. Februar 2021).