| Zeile 11: | Zeile 11: | ||
Die kleinere der beiden Bibliotheken, die zur pädagogischen Arbeitsstelle gehörte, bezog Ende Januar 1949 Räume im Erdgeschoss der Karlstraße 11, dem ehemaligen <lex id="ins-0264">Bankhaus Veit L. Homburger</lex>. Sie umfasste über 5.000 Bücher und etwa 360 Zeitschriften. Den Grundstock bildete amerikanisch-pädagogische Literatur, daneben gab es aber auch deutsch- und französischsprachige Schriften. |
Die kleinere der beiden Bibliotheken, die zur pädagogischen Arbeitsstelle gehörte, bezog Ende Januar 1949 Räume im Erdgeschoss der Karlstraße 11, dem ehemaligen <lex id="ins-0264">Bankhaus Veit L. Homburger</lex>. Sie umfasste über 5.000 Bücher und etwa 360 Zeitschriften. Den Grundstock bildete amerikanisch-pädagogische Literatur, daneben gab es aber auch deutsch- und französischsprachige Schriften. |
||
Die „große Bücherei des Amerikahauses“, über deren Umfang keine genauen Angaben bekannt sind, wechselte im Februar 1949 von der Münze in das mehrgeschossige Eckhaus Kaiserstraße 144 der |
Die „große Bücherei des Amerikahauses“, über deren Umfang keine genauen Angaben bekannt sind, wechselte im Februar 1949 von der Münze in das mehrgeschossige Eckhaus Kaiserstraße 144 der <lex id="ins-0132">Brauereigesellschaft vormals S. Moninger</lex>. Im Erdgeschoss befanden sich ein Zeitschriften- und ein Bücher-Lesesaal; im letzteren konnten sich die Besucher auch Bücher ausleihen. |
||
Die Amerika-Häuser, von denen es 1953 in der Bundesrepublik Deutschland 36 gab, waren nach dem Ende des <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkrieges</lex> von der US-Militärregierung als interne „Information Centers“ für ihr Personal gegründet worden. Mit ihrer offiziellen Aufnahme in das Re-Education bzw. Re-Orientation-Programm durch eine Besatzungsdirektive im Juli 1947 wurden die Häuser rasch zu zentralen Einrichtungen der US-Besatzungspolitik. Ziel war es, durch eine umfangreiche Bibliothek, ausländische aktuelle Zeitschriften und ein ergänzendes Weiterbildungsprogramm in Form von Vorträgen, musikalischen Darbietungen und Ausstellungen die Deutschen „mit dem Denken anderer Völker vertraut zu machen“ (Charles P. Gross), den Gedanken der Völkerverständigung und des Friedens zu fördern und ihnen die Grundprinzipien der Demokratie näherzubringen. |
Die Amerika-Häuser, von denen es 1953 in der Bundesrepublik Deutschland 36 gab, waren nach dem Ende des <lex id="ereig-0074">Zweiten Weltkrieges</lex> von der US-Militärregierung als interne „Information Centers“ für ihr Personal gegründet worden. Mit ihrer offiziellen Aufnahme in das Re-Education bzw. Re-Orientation-Programm durch eine Besatzungsdirektive im Juli 1947 wurden die Häuser rasch zu zentralen Einrichtungen der US-Besatzungspolitik. Ziel war es, durch eine umfangreiche Bibliothek, ausländische aktuelle Zeitschriften und ein ergänzendes Weiterbildungsprogramm in Form von Vorträgen, musikalischen Darbietungen und Ausstellungen die Deutschen „mit dem Denken anderer Völker vertraut zu machen“ (Charles P. Gross), den Gedanken der Völkerverständigung und des Friedens zu fördern und ihnen die Grundprinzipien der Demokratie näherzubringen. |
||
1953 wurde das „US-Information Center Karlsruhe – Amerika-Haus“ geschlossen. Die Bibliothek, die daraufhin als „Deutsch-Amerikanische Bibliothek“ von der Stadt als Leihgabe übernommen wurde, verblieb zunächst noch in den Räumen am heutigen <lex id="top-3117">Europaplatz</lex>, bevor sie dann 1955 in das <lex id="ins-1796">Rathaus West</lex> verlegt wurde und 1958 in den Besitz der Stadt überging. |
1953 wurde das „US-Information Center Karlsruhe – Amerika-Haus“ wie 14 weitere, darunter die in Heilbronn und Ulm, geschlossen. Die Bibliothek, die daraufhin als „Deutsch-Amerikanische Bibliothek“ von der Stadt als Leihgabe übernommen wurde, verblieb zunächst noch in den Räumen am heutigen <lex id="top-3117">Europaplatz</lex>, bevor sie dann 1955 in das <lex id="ins-1796">Rathaus West</lex> verlegt wurde und 1958 in den Besitz der Stadt überging. |
||
<div style="text-align:right;">''Katja Förster 2020''</div> |
<div style="text-align:right;">''Katja Förster 2020''</div> |
||
==Quellen (Auswahl)== |
==Quellen (Auswahl)== |
||
Zwei Büchereien zogen um. Education Service Center, in: Badische Neueste Nachrichten vom 25. Februar 1949; Stätte des Friedens und der Demokratie. General Charles P. Gross eröffnete das Karlsruher Amerika-Haus, in: Badische Neueste Nachrichten vom 21. April 1949. |
StadtAK 1/H-Reg 3385; Zwei Büchereien zogen um. Education Service Center, in: Badische Neueste Nachrichten vom 25. Februar 1949; Stätte des Friedens und der Demokratie. General Charles P. Gross eröffnete das Karlsruher Amerika-Haus, in: Badische Neueste Nachrichten vom 21. April 1949. |
||
Version vom 24. August 2024, 10:37 Uhr
Amerika-Haus
Kaiserstraße 144 / Ecke Karlstraße
Das Amerika-Haus in den ehemaligen Gaststättenräumen „Zum Moninger“ wurde im Februar 1946 eröffnet und am 20. April des Jahres offiziell vom Direktor der US-Militärregierung für Württemberg-Baden Generalmajor Charles P. Gross, dem Leiter der Amerika-Häuser in Württemberg-Baden Mr. Michael Barjanski und Oberbürgermeister Friedrich Töpper eröffnet. Seit dem 27. August 1946 wurde im Gebäude der Staatlichen Münze in der Stephanienstraße 28 eine amerikanische Bücherei mit Lesesaal als so genanntes „Education Service Center“ eingerichtet. In den folgenden Monaten kam noch eine zweite amerikanische Bücherei dazu.
Die kleinere der beiden Bibliotheken, die zur pädagogischen Arbeitsstelle gehörte, bezog Ende Januar 1949 Räume im Erdgeschoss der Karlstraße 11, dem ehemaligen Bankhaus Veit L. Homburger. Sie umfasste über 5.000 Bücher und etwa 360 Zeitschriften. Den Grundstock bildete amerikanisch-pädagogische Literatur, daneben gab es aber auch deutsch- und französischsprachige Schriften.
Die „große Bücherei des Amerikahauses“, über deren Umfang keine genauen Angaben bekannt sind, wechselte im Februar 1949 von der Münze in das mehrgeschossige Eckhaus Kaiserstraße 144 der Brauereigesellschaft vormals S. Moninger. Im Erdgeschoss befanden sich ein Zeitschriften- und ein Bücher-Lesesaal; im letzteren konnten sich die Besucher auch Bücher ausleihen.
Die Amerika-Häuser, von denen es 1953 in der Bundesrepublik Deutschland 36 gab, waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der US-Militärregierung als interne „Information Centers“ für ihr Personal gegründet worden. Mit ihrer offiziellen Aufnahme in das Re-Education bzw. Re-Orientation-Programm durch eine Besatzungsdirektive im Juli 1947 wurden die Häuser rasch zu zentralen Einrichtungen der US-Besatzungspolitik. Ziel war es, durch eine umfangreiche Bibliothek, ausländische aktuelle Zeitschriften und ein ergänzendes Weiterbildungsprogramm in Form von Vorträgen, musikalischen Darbietungen und Ausstellungen die Deutschen „mit dem Denken anderer Völker vertraut zu machen“ (Charles P. Gross), den Gedanken der Völkerverständigung und des Friedens zu fördern und ihnen die Grundprinzipien der Demokratie näherzubringen.
1953 wurde das „US-Information Center Karlsruhe – Amerika-Haus“ wie 14 weitere, darunter die in Heilbronn und Ulm, geschlossen. Die Bibliothek, die daraufhin als „Deutsch-Amerikanische Bibliothek“ von der Stadt als Leihgabe übernommen wurde, verblieb zunächst noch in den Räumen am heutigen Europaplatz, bevor sie dann 1955 in das Rathaus West verlegt wurde und 1958 in den Besitz der Stadt überging.
Quellen (Auswahl)
StadtAK 1/H-Reg 3385; Zwei Büchereien zogen um. Education Service Center, in: Badische Neueste Nachrichten vom 25. Februar 1949; Stätte des Friedens und der Demokratie. General Charles P. Gross eröffnete das Karlsruher Amerika-Haus, in: Badische Neueste Nachrichten vom 21. April 1949.