Menü
Suche

De:Lexikon:ins-0837: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 5: Zeile 5:
[[Datei:Ins-0837 Naturkundemuseum 8 Alben 395 494.jpg|alternativtext=Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1908, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/494.|links|mini|Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1908, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/494.]]
[[Datei:Ins-0837 Naturkundemuseum 8 Alben 395 494.jpg|alternativtext=Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1908, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/494.|links|mini|Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1908, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/494.]]
[[Datei:Ins-0837 Naturkundemuseum 8 Alben 6 17b.jpg|alternativtext=Das ausgebrannte Gebäude von Landesbibliothek und Naturkundemuseum, 1942, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 6/17b.|links|mini|Das ausgebrannte Gebäude von Landesbibliothek und Naturkundemuseum, 1942, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 6/17b.]]
[[Datei:Ins-0837 Naturkundemuseum 8 Alben 6 17b.jpg|alternativtext=Das ausgebrannte Gebäude von Landesbibliothek und Naturkundemuseum, 1942, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 6/17b.|links|mini|Das ausgebrannte Gebäude von Landesbibliothek und Naturkundemuseum, 1942, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 6/17b.]]
[[Datei:Ins-0837 Naturkundemuseum A38 18 1 27.jpg|alternativtext=Eröffnung der Sonderausstellung "Leben in der Arktis", Juli 1979, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A38/18/1/27.|links|mini|Eröffnung der Sonderausstellung "Leben in der Arktis", Juli 1979, Stadtarchiv Karlsruhe  8/BA Schlesiger A38/18/1/27.]]
Der Karlsruher <lex id="ereig-0230">Stadtgründer</lex>, Markgraf <lex id="bio-0562">Karl Wilhelm von Baden-Durlach</lex>, und sein 1732 verstorbener Sohn, Erbprinz Friedrich, legten mit ihrem Interesse für Botanik und Zoologie den Grundstein für das hiesige Naturkundemuseum. Unter Markgräfin <lex id="bio-0565">Karoline Luise</lex>, der wissbegierigen und vielseitig interessierten Gattin von Markgraf <lex id="bio-0564">Karl Friedrich</lex>, dem Enkel des Stadtgründers, wurde das sogenannte Naturalienkabinett seit 1759 durch Aufträge, Ankäufe und durch Tausch zu einer beachtlichen Sammlung erweitert. 1784, ein Jahr nach ihrem Tod, wurde das Kabinett aus den Privaträumen in das östliche Seitengebäude des <lex id="top-2450">Schlosses</lex> verlegt. 1785 wurde der Botaniker <lex id="bio-1188">Carl Christian Gmelin</lex> Direktor des Naturalienkabinetts, das nun Gelehrte, Gebildete und interessierte Standespersonen nach terminlicher Vereinbarung besuchen konnten. Gmelin vergrößerte die Pflanzensammlung bis zu seinem Tod 1837 erheblich, wie auch seine beiden Nachfolger Alexander Braun (1837-1846) und <lex id="bio-0170">Moritz Seubert</lex> (1846-1878), die ebenfalls bekannte Botaniker waren.
Der Karlsruher <lex id="ereig-0230">Stadtgründer</lex>, Markgraf <lex id="bio-0562">Karl Wilhelm von Baden-Durlach</lex>, und sein 1732 verstorbener Sohn, Erbprinz Friedrich, legten mit ihrem Interesse für Botanik und Zoologie den Grundstein für das hiesige Naturkundemuseum. Unter Markgräfin <lex id="bio-0565">Karoline Luise</lex>, der wissbegierigen und vielseitig interessierten Gattin von Markgraf <lex id="bio-0564">Karl Friedrich</lex>, dem Enkel des Stadtgründers, wurde das sogenannte Naturalienkabinett seit 1759 durch Aufträge, Ankäufe und durch Tausch zu einer beachtlichen Sammlung erweitert. 1784, ein Jahr nach ihrem Tod, wurde das Kabinett aus den Privaträumen in das östliche Seitengebäude des <lex id="top-2450">Schlosses</lex> verlegt. 1785 wurde der Botaniker <lex id="bio-1188">Carl Christian Gmelin</lex> Direktor des Naturalienkabinetts, das nun Gelehrte, Gebildete und interessierte Standespersonen nach terminlicher Vereinbarung besuchen konnten. Gmelin vergrößerte die Pflanzensammlung bis zu seinem Tod 1837 erheblich, wie auch seine beiden Nachfolger Alexander Braun (1837-1846) und <lex id="bio-0170">Moritz Seubert</lex> (1846-1878), die ebenfalls bekannte Botaniker waren.



Version vom 15. Oktober 2026, 08:42 Uhr


Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe

Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1899, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/496.
Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1899, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/496.
Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1908, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/494.
Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz, Postkarte 1908, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 395/494.
Das ausgebrannte Gebäude von Landesbibliothek und Naturkundemuseum, 1942, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 6/17b.
Das ausgebrannte Gebäude von Landesbibliothek und Naturkundemuseum, 1942, Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 6/17b.
Eröffnung der Sonderausstellung "Leben in der Arktis", Juli 1979, Stadtarchiv Karlsruhe 8/BA Schlesiger A38/18/1/27.
Eröffnung der Sonderausstellung "Leben in der Arktis", Juli 1979, Stadtarchiv Karlsruhe  8/BA Schlesiger A38/18/1/27.

Der Karlsruher Stadtgründer, Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach, und sein 1732 verstorbener Sohn, Erbprinz Friedrich, legten mit ihrem Interesse für Botanik und Zoologie den Grundstein für das hiesige Naturkundemuseum. Unter Markgräfin Karoline Luise, der wissbegierigen und vielseitig interessierten Gattin von Markgraf Karl Friedrich, dem Enkel des Stadtgründers, wurde das sogenannte Naturalienkabinett seit 1759 durch Aufträge, Ankäufe und durch Tausch zu einer beachtlichen Sammlung erweitert. 1784, ein Jahr nach ihrem Tod, wurde das Kabinett aus den Privaträumen in das östliche Seitengebäude des Schlosses verlegt. 1785 wurde der Botaniker Carl Christian Gmelin Direktor des Naturalienkabinetts, das nun Gelehrte, Gebildete und interessierte Standespersonen nach terminlicher Vereinbarung besuchen konnten. Gmelin vergrößerte die Pflanzensammlung bis zu seinem Tod 1837 erheblich, wie auch seine beiden Nachfolger Alexander Braun (1837-1846) und Moritz Seubert (1846-1878), die ebenfalls bekannte Botaniker waren.

Im Gegensatz zur Gemäldegalerie besaßen die übrigen großherzoglichen Sammlungen – das Naturalienkabinett, das Münzkabinett, die Hofbibliothek, die Waffenkammer sowie die Altertums- und Völkerkundesammlungen – kein eigenes Gebäude. Ihre sachgerechte Unterbringung und Aufstellung wurde im Laufe der Zeit immer schwieriger. Daher ließ Großherzog Friedrich I. zwischen 1865 und 1876 auf der südlichen Hälfte des Erbprinzengartens ein monumentales Sammlungsgebäude nach Plänen von Hofbaumeister Karl Josef Berckmüller errichten. Zwischen September 1875 und Dezember 1876 bezogen die verschiedenen Abteilungen ihre neuen Räume. Das Naturalienkabinett, das im zweigeschossigen Ostflügel untergebracht war, wurde im September 1876 eröffnet. Nach dem Tod von Moritz Seubert 1878 übernahm mit dem Geologen und Mineralogen Adolf Knop erstmals ein Professor der Technischen Hochschule Karlsruhe die Leitung des Naturalienkabinetts. Nach seinem Tod 1893 kamen weitere Hochschulprofessoren in die Leitungsebene des Kabinetts, Otto Nüßlin, Professor für Zoologie, der 1899 die Leitung der Zoologischen Sammlung, und Karl Futterer, Professor für Geologie, der im selben Jahr die Leitung der geologischen Sammlung übernahm. Seitdem war das Naturalienkabinett in eine zoologische und eine mineralogisch geologische Abteilung mit je einem eigenen Leiter unterteilt.

Obwohl die Sammlungen für Altertumskunde und Völkerkunde 1919 in das neu gegründete Badische Landesmuseum überführt wurden, reichte das Sammlungsgebäude in der Erbprinzenstraße für die Unterbringung der noch verbleibenden Einrichtungen – die Badische Landesbibliothek mit Lesesaal, die Landessammlungen für Naturkunde und das Münzkabinett – kaum aus. Ab 1934 besaß das Naturkundemuseum im nahe gelegenen Erbprinzen- bzw. Amalienschlösschen am Nymphengarten einen eigenen Saal sowie Räume für Archivalien und für das zoologische Präparatorium.

Trotz Kriegsbeginn im Herbst 1939 wurden keine Vorkehrungen zur Auslagerung des Sammlungsbestandes getroffen. Erst als beim Luftangriff vom 2. auf den 3. September 1942 das Gebäude schwer getroffen und rund vier Fünftel der landeskundlichen mineralogischen, paläontologischen und zoologischen Objekte zerstört wurden, lagerte man den Restbestand ins Schloss aus. Beim Luftangriff am 27. September 1944 wurden dann sowohl der ausgelagerte Bestand im Schloss als auch der im Amalienschlösschen vernichtet. Lediglich die Conchyliensammlung und ein kleiner zoologischer Bestand überstanden den Krieg.

Der Wiederaufbau der Landessammlungen für Naturkunde nach 1945 stellte eine enorme Herausforderung dar, weil neben der Wiedererrichtung des Sammlungsgebäudes eine nahezu komplett neue naturkundliche Sammlung aufgebaut werden musste. Der Wiederaufbau des Gebäudes am Friedrichsplatz erfolgte in mehreren Etappen. Bis 1950 war der Ostflügel soweit hergerichtet, dass erste Schausammlungen gezeigt werden konnten. 1960 war die Dreiflügelanlage in ihrem äußeren Erscheinungsbild bis auf die noch heute fehlende Kuppel wiederhergestellt. Mitte der 1960er-Jahre wurde das Raumprogramm des Mitteltrakts und bis 1972 das des Ostflügels modernisiert. Im Westflügel war ab 1958 eine selbsttragende Stahlregalkonstruktion untergebracht, die der Badischen Landesbibliothek, deren Neubau in unmittelbarer Nähe geplant war, als Büchermagazin diente.

Der Sammlungsbestand wuchs in den nächsten Jahrzehnten durch Grabungen der geologischen Abteilung und Expeditionen der zoologischen und der entomologischen Abteilung, durch gezielte Ankäufe einzelner Exponate und ganzer Privatsammlungen, durch Tausch, Nachlässe und Schenkungen erheblich an. Mittlerweile beherbergt das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe, wie die Einrichtung seit 1989 heißt, mehrere Millionen Objekte aus den Bereichen Botanik, Zoologie, Entomologie, Paläontologie und Geologie. Nur ein kleiner Teil davon kann in themenbezogenen Dauerausstellungen präsentiert werden. Ergänzend finden regelmäßig große Sonderausstellungen statt.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Vivarium, das nach einer dreijährigen Schließung im sanierten Westflügel 2016 wiedereröffnet wurde. Das Karlsruher Naturkundemuseum zählt heute aufgrund seiner verschiedenen Funktionen als Museum, wissenschaftliche Sammlung, Forschungsstätte und Dokumentationsstelle der Biodiversität mit dem Schwerpunkt auf die Flora und Fauna und den geologischen und paläontologischen Phänomenen Südwestdeutschlands zu den führenden Einrichtungen seiner Art in Deutschland.

Katja Förster 2026

Literatur

Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe, https://www.smnk.de/ (Zugriff am 6. September 2026); Vom Naturalienkabinett zum Naturkundemuseum 1785-1985. Geschichte der Landessammlungen für Naturkunde Karlsruhe, hrsg. von Siegfried Rietschel, Karlsruhe 1985; Lászlo Trunkó, u. a.: 25 Jahre in der Geschichte des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe. Berichte aus den Abteilungen, in: Carolinea 58, 2000, S. 33-63.