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De:Lexikon:bio-1371: Unterschied zwischen den Versionen

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GLA 231/10956 fol. 68-69; Archiv der IG Metall, Frankfurt am Main; Göppinger Zeitung vom 8. Juni 1934; NS-Kurier vom 4. Mai 1934 <nowiki>https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/F3AF67NM46ZX7ZL7PRNT322JPFGO3DXI?fromDay=1&toYear=1945&fromYear=1933&toDay=31&toMonth=12&fromMonth=12&query=%22Johannes+Br%C3%BCmmer%22&hit=2&issuepage=4</nowiki> (Zugriff am 19. Juni 2024)
GLA 231/10956 fol. 68-69; Archiv der IG Metall, Frankfurt am Main; Göppinger Zeitung vom 8. Juni 1934; NS-Kurier vom 4. Mai 1934 <nowiki>https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/F3AF67NM46ZX7ZL7PRNT322JPFGO3DXI?fromDay=1&toYear=1945&fromYear=1933&toDay=31&toMonth=12&fromMonth=12&query=%22Johannes+Br%C3%BCmmer%22&hit=2&issuepage=4</nowiki> (Zugriff am 19. Juni 2024)
==Literatur==
==Literatur==
Kurt Thomas Schmitz: Brümmer, Hans, in: Baden-Württembergische Biographien Bd. 1, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 45-47 https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/116751487/Br%C3%BCmmer+Hans (Zugriff am 3. Januar 2021); Siegfried Mielke/Stefan Heinz: Johann (Hans) Brümmer (1886-1966), Deutscher Metallarbeiterverband, Industriegewerkschaft Metall, in: Funktionäre des Deutschen Metallarbeiterverbandes im NS-Staat, hrsg. von Siegfried Mielke, Berlin 2012, S. 182-187 (= Gewerkschafter im Nationalsozialismus Bd. 1).
Gunther Mai: Die Geislinger Metallarbeiterbewegung zwischen Klassenkapmf und Volksgemeinschaft 1931-1933/34, Düsseldorf 1984; Kurt Thomas Schmitz: Brümmer, Hans, in: Baden-Württembergische Biographien Bd. 1, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 45-47 https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/116751487/Br%C3%BCmmer+Hans (Zugriff am 3. Januar 2021); Siegfried Mielke/Stefan Heinz: Johann (Hans) Brümmer (1886-1966), Deutscher Metallarbeiterverband, Industriegewerkschaft Metall, in: Funktionäre des Deutschen Metallarbeiterverbandes im NS-Staat, hrsg. von Siegfried Mielke, Berlin 2012, S. 182-187 (= Gewerkschafter im Nationalsozialismus Bd. 1).

Version vom 31. Juli 2024, 08:19 Uhr


Johannes Brümmer, 1918, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oIV 186 (Ausschnitt).

Johannes (Hans) Brümmer

Schmied, Gewerkschafter, Politiker, * 13. Dezember 1886 Tauberbischofsheim, † 19. Dezember 1966 Oberaichen/Stadt Leinfelden-Echterdingen/Lkr. Esslingen, ev., ab 1919 freireligiös, ∞ 1. Hedwig Freudenberger (1887-1944), 3 Söhne, 2. 1954 Elsa Koch († 1984).

Johannes Brümmer, Sohn eines Schmieds, machte bei seinem Vater eine Lehre zum Wagen- und Hufschmied. Auf der anschließenden Walz lernte er gewerkschaftlich organisierte Berufskollegen kennen und trat 1904 dem Verband Deutscher Schmiede (VDS) bei. Seit 1906 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), wurde Brümmer 1907 Bevollmächtigter der Ortsverwaltung Mannheim des VDS und nach dem Aufgehen des VDS im Deutschen Metallarbeiterverband (DMV) ab 1912 des DMV. Während des Ersten Weltkriegs war Brümmer bis 1917 Soldat. Als Kritiker der Burgfriedenspolitik trat er 1916 aus der SPD aus und wurde Mitbegründer der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Mannheim. Wegen eines Streikaufrufs wurde er 1918 erneut zum Kriegsdienst eingezogen.

Am 9. November 1918 organisierte Brümmer in Karlsruhe die Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrats und gehörte als Minister für militärische Angelegenheiten der Vorläufigen badischen Volksregierung an. Nach der Niederlage der USPD bei der Wahl zur badischen Nationalversammlung erklärte Brümmer am 7. Januar 1919 seinen Rücktritt und konzentrierte sich verstärkt auf die gewerkschaftliche Tätigkeit. 1919-1927 war er hauptamtlicher Bevollmächtigter des DMV in Mannheim, 1927-1933 Bezirkssekretär des DMV in Stuttgart. Politisch engagierte sich Brümmer als Stadtverordneter in Mannheim (1920-1927) sowie nach seinem Wiedereintritt in die SPD 1923 als Mitglied des Badischen Landtags (1925-1928). Nach der Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten im Mai 1933 wurde Brümmer wie alle für die Zeit des Zwangsübergangs auf die Deutsche Arbeitsfront (DAF) zunächst zur Weiterarbeit verpflichteten Gewerkschaftsangestellten im Juli 1933 entlassen. Bis dahin trat er noch bei etlichen Veranstaltungen des als Abteilung der der DAF zwangsweise angegliederten DMV auf, so am 9. Juni 1933 in Geislingen/Steige. Danach arbeitete er als Versicherungsvertreter. Wegen seiner Mitwirkung im Netzwerk ehemaliger DMV-ler wurde er im März 1934 verhaftet und im Mai zu einem Jahr Haft verurteilt. Nach der Haftentlassung war er länger erwerbslos, kam 1936 dann in der Ludwigsburger Stahlfirma Perkeo bis zum Kriegsende unter. Während der gesamten NS-Zeit blieb er in Kontakt mit früheren Gewerkschaftern.

Beim Wiederaufbau der Gewerkschaften in Südwestdeutschland in der Nachkriegszeit gehörte Brümmer zu den führenden Persönlichkeiten. Von Mai 1945 bis Dezember 1949 amtierte er als Vorstandsmitglied des Gewerkschaftsbunds Württemberg-Baden sowie von 1946-1949 als Vorsitzender des Industrieverbands Metall Württemberg-Baden. Als Vertreter der Gewerkschaften gehörte Brümmer 1946 der Vorläufigen Volksvertretung für Württemberg-Baden an. 1948 wurde Brümmer neben Wilhelm Petersen und Walter Freitag einer von drei Vorsitzenden der IG Metall der britischen Zone. 1950 wurde er im Amt bestätigt und blieb Co-Vorsitzender für die Bundesrepublik Deutschland mit Freitag (bis 1952) und danach bis 1956 mit Otto Brenner. Nach seinem Ausscheiden blieb Brümmer gewerkschaftlich und politisch aktiv und amtierte bis 1965 als Mitglied des Kontrollausschusses der IG Metall sowie als Stadtrat in Leinfelden-Echterdingen 1957-1966. 1978 wurde Hans Brümmer von der Stadt Leinfelden-Echterdingen durch die Benennung des Hans-Brümmer-Platzes und die Anlage einer kleinen gepflasterten Rundanlage mit zentralem Gedenkstein geehrt.

René Gilbert 2016

Quellen

GLA 231/10956 fol. 68-69; Archiv der IG Metall, Frankfurt am Main; Göppinger Zeitung vom 8. Juni 1934; NS-Kurier vom 4. Mai 1934 https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/F3AF67NM46ZX7ZL7PRNT322JPFGO3DXI?fromDay=1&toYear=1945&fromYear=1933&toDay=31&toMonth=12&fromMonth=12&query=%22Johannes+Br%C3%BCmmer%22&hit=2&issuepage=4 (Zugriff am 19. Juni 2024)

Literatur

Gunther Mai: Die Geislinger Metallarbeiterbewegung zwischen Klassenkapmf und Volksgemeinschaft 1931-1933/34, Düsseldorf 1984; Kurt Thomas Schmitz: Brümmer, Hans, in: Baden-Württembergische Biographien Bd. 1, hrsg. von Bernd Ottnad, Stuttgart 1994, S. 45-47 https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/116751487/Br%C3%BCmmer+Hans (Zugriff am 3. Januar 2021); Siegfried Mielke/Stefan Heinz: Johann (Hans) Brümmer (1886-1966), Deutscher Metallarbeiterverband, Industriegewerkschaft Metall, in: Funktionäre des Deutschen Metallarbeiterverbandes im NS-Staat, hrsg. von Siegfried Mielke, Berlin 2012, S. 182-187 (= Gewerkschafter im Nationalsozialismus Bd. 1).