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Deutsch-Amerikanische Bibliothek


Deutsch-Amerikanische Bibliothek

Deutsch-Amerikanische Bibliothek in der Kaiserstraße 142/144, um 1955, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 1366.
Deutsch-Amerikanische Bibliothek in der Kaiserstraße 142/144, um 1955, Stadtarchiv Karlsruhe 8/PBS oXIVa 1366.

Als das 1949 gegründete Amerika-Haus in der Kaiserstraße 144 zum 3. Oktober 1953 geschlossen wurde, stellte sich die Frage, was mit dem umfangreichen Bibliotheksbestand geschehen sollte, der circa 18.000 Bücher, circa 350 Zeitschriften, circa 1.000 Schallplatten und circa 350 Filme umfasste und von 5.600 Leserinnen und Lesern genutzt wurde (35 % Studenten und Schüler, 13 % Akademiker, 16 % Büroangestellte, 8 % Lehrer, 12 % Hausfrauen, 16 % Sonstige).

Schon bald nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war am 27. August 1946 im Gebäude der Staatlichen Münze eine amerikanische Bücherei mit Lesesaal als so genanntes Education Service Center eingerichtet worden. In den folgenden Monaten kam noch eine zweite Bibliothek dazu. Diese kleinere, zur pädagogischen Arbeitsstelle gehörende Bibliothek bezog Ende Januar 1949 Räume im Erdgeschoss des ehemaligen Bankhauses Veit L. Homburger in der Karlstraße. Sie umfasste über 5.000 Bücher und etwa 360 Zeitschriften, hauptsächlich amerikanisch-pädagogische Literatur, aber auch deutsch- und französischsprachige Schriften. Die "große Bücherei des Amerikahauses", über deren Umfang keine genauen Angaben bekannt sind, wechselte im Februar 1949 von der Münze in das mehrgeschossige Eckhaus Kaiserstraße 144 der Brauereigesellschaft vormals S. Moninger. Im Erdgeschoss befanden sich ein Zeitschriften- und ein Bücher-Lesesaal; im letzteren konnten sich die Besucher auch Bücher ausleihen.

Die Bibliothek, die daraufhin als "Deutsch-Amerikanische Bibliothek" von der Stadt als Leihgabe übernommen wurde, verblieb zunächst noch in den Räumen schräg gegenüber des Europaplatzes, bevor sie dann 1955 in die Vorhalle des Rathauses West verlegt wurde und 1958 in den Besitz der Stadt überging. Zum Zeitpunkt der Übergabe hatte sie einen Bestand von knapp 11.000 Bänden und wurde als Zweigstelle der Städtischen Büchereien im Adressbuch aufgeführt. Schon 1959 erscheint sie nicht mehr als eigene Institution, die Städtischen Büchereien hatten aber den Zusatz "einschließlich Fremdsprachenbücherei" erhalten. Von der Deutsch-Amerikanischen Bibliothek sind dort heute keine Bücher mehr vorhanden. Seit 1996 bietet aber die Amerikanische Bibliothek in der Nordstadt englischsprachige Literatur an.

Ernst Otto Bräunche 2024

Quellen

StadtAK 1/H-Reg 3385; 8/ZGS 45 e und f.