Anna Juliane von Krosigk, geb. Rittershofer
Ohne Beruf, Vorsitzende des Königin-Luise-Bundes Karlsruhe, * 15. August 1888 Durlach/Stadt Karlsruhe, † 21. März 1972 Ettlingen, ev., ∞ Dedo von Krosigk, 1 Sohn.
Anna von Krosigk, Tochter des Durlacher Amtsboten Christian Jacob Rittershofer, gründete im Mai 1925 die Ortsgruppe Karlsruhe des antisemitischen Königin-Luise-Bundes, den sie bis 1932 anführte und in dem sie sehr aktiv war. Der Bund wirkte unter dem Deckmantel der bürgerlichen Mitglieder im völkisch-nationalistischen Sinn und gehörte zu den Wegbereitern des Nationalsozialismus. Nach der Machtübertragung auf die Nationalsozialisten schlossen sich die Luisenbündlerinnen, die immer der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) nahegestanden hatten, mit der Frauenschaft der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) (NSF), zur Deutschen Frauenfront zusammen.
Von Krosigk gab in ihrem Spruchkammerverfahren an, dass sie seit 1933 der NSF und seit 1938 der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) angehört habe. Erfolgreich verschwieg sie ihre Funktion im Königin-Luise-Bund. Stattdessen gab sie an, im Frauenverein Durlach und seit 1930 im Deutschen Roten Kreuz tätig gewesen zu sein. In der Funktion als Zellenwalterin der NSV konnte sie keine strafbare Handlung sehen und auch ihr Verteidiger hob hervor, dass sie sich im NSV rein caritativ betätigt habe: "Eine politische Betätigung hat der Betroffenen völlig fern gelegen und ist auch nicht erfolgt." Am 11. Februar 1948 forderte der Ankläger die Einstufung als Belastete. Am 20. Februar erhielt sie als Mitläuferin eine symbolische Strafe von zunächst 150 RM, die noch auf fünf RM reduziert wurde.
Quellen
GLA 465h/26638; Karlsruher Zeitungen, https://digital.blb-karlsruhe.de/zeitungen/topic/view/7756828 (Zugriff am 9. Februar 2026).